Buchtipp: Mara und der Feuerbringer

Titel: Mara und der Feuerbringer

Author: Tommy Krappweis

Verlag: Egmont Schneiderbuch, 2009

Preis:  12,95 Euro, 332 Seiten

ISBN: 978-3505126468

Mara ist 14 Jahre alt, verliert sich oft in sehr realen Tagträumen und wünscht sich nichts mehr, als für ihre Mitschüler unsichtbar zu sein. Oder dass ihre Mutter aufhört Bäume zu umarmen und auf jedes esoterische Snake Oil hereinzufallen. So weit, so pubertär normal. Doch dann spricht plötzlich ein Zweig zu ihr und erklärt ihr, dass sie eine Spákona, eine Seherin ist, deren Verantwortung es obliegt, die Welt zu retten und den nordischen Gott Loki wieder in seinem Gefängnis einzukerkern. Zunächst reagiert Mara ungläubig-abwehrend, stellt sich dann aber der Aufgabe und erhält Unterstützung durch den väterlichen Professor Weissinger, woraufhin ein ziemlich rasantes Fantasyabenteuer in München, mit Abstechern in die germanische Mythologie, beginnt. Inhaltlich unterstützt wurde Tommy Krappweis hierbei von Professor Rudolf Simek – an dessen Werken man in keinem Germanistikstudium vorbeikommt.

Fazit: Kurzweilig und nett. Wer hier Unterhaltung im Stil von Harry Potter erwartet, wird allerdings enttäuscht. Es ist nicht mal das wenig sinnhafte Durcheinanderwirbeln von überzeichneten esoterischen (Frauen-)Gruppen mit der eher zurückgezogen agierenden Religion Wicca. Oder das Fatshaming, das immer wieder im Text erblüht (Dicke sind ja immer wieder für nen Lacher gut.) Das Buch ist einfach nur ein nettes Kinder- und Jugendbuch, aber eben leider kein episch-brillantes deutschsprachiges Fantasywerk, das man voller Freude ein zweites Mal in die Hand nimmt. Man hat schon Schlimmeres gelesen (Hohlbein zum Beispiel), aber auch schon deutlich Besseres. Leider trifft man hier auf eindimensionale Figuren, logische Fehler, konstruierte Begebenheiten, steife Dialoge, sprachliche Wendungen und Bilder, die dermaßen unnatürlich sind, dass man sich beim Lesen an den Kopf fasst. Das Buch bemüht sich ein wenig zu sehr, kindlich-lustig zu sein, haut damit immer eine hauchfeine Spur daneben und ergeht sich in Klischees. Die Handlung ist rasant, aber langatmig und bis ins Kleinste beschrieben und erinnert oft fast mehr an ein Drehbuch. Was wiederum für eine filmische Umsetzung spricht, wie sie gerade in den Kinos war und sehr gute Kritiken bekommen hat. Vielleicht liegt hier die wahre Stärke des Werkes.