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Occupy Money

Occupy Money

Titel: Occupy Money

Author: Margrit Kennedy

Verlag: Kamphausen

Preis: 9,95

ISBN: 978-3899015959

Systemkritik & Auswege

Schaltet man die Nachrichten im Fernsehen ein, dann ist die Finanzkrise, der globale Kollaps, allgegenwärtig. Allerorten vernimmt man etwas von ominösen „Rettungsschirmen“, der Tod des Euro wird beschrieen, ganze Länder stehen unglaublicherweise vor dem totalen Bankrott, Ratingagenturen – von deren Existenz und Macht Otto Normalbürger vorher nicht mal wusste – stufen mittels Ratingcodes ganze Nationen wegen fehlender Bonität herunter, und Staatschefs jetten zwecks Krisengesprächen um die halbe Welt. Mitten in diesem ökonomische Chaos entstand eine neue Protestgruppierung. Die Occupy-Bewegung, die ursprünglich in New York City im Herbst 2011 als „OWS“, also Occupy Wall Street („Besetzt die Wall Street“) ihren Anfang nahm, findet inzwischen weltweit Nachahmer (zum Beispiel auch Occupy Germany) und hat tausende von Menschen dazu inspiriert, sich gegen die extreme soziale Ungleichheit, verursacht durch unser derzeit vorherrschendes Finanzsystem und Machtgefüge, zu erheben. Auf knapp 100 Seiten zeigt die Architektin, Ökologin und Finanzexpertin Margrit Kennedy, die vielen vielleicht auch schon durch frühere Werke wie „Geld ohne Zinsen und Inflation. Ein Tauschmittel, das jedem dient“ oder „Regionalwährungen. Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand“ bekannt ist, die Probleme unseres Geldystems auf. In den drei Hauptkapiteln („Ein Systemfehler und seine Folgen“, „Wege aus der Geldkrise“ und „Es ist Zeit für wertbeständiges Geld!“) zeigt sie immanente Konstruktionsfehler (das exponentielle Wachstumsmuster des Zins mit Zinseszins, welches sie sehr anschaulich mit wuchernden Krebszellen vergleicht) im Geldsystem auf. 

Ein besonderes Merkmal – im Gegensatz zu manch anderem Werk, das sich mit den gegenwärtigen Banken- und weltweiten Finanzkrisen auseinandersetzt: Sie prangert die derzeitigen Zustände nicht nur einfach an, sondern zeigt tatsächlich verschiedene Alternativen und Lösungsansätze für unsere Gesellschaft auf. 

Fazit: Entwickelt sich aus der globalen Krise ein weltweiter Flächenbrand mit Aktivisten, die das Ruder herumreißen? Margrit Kennedy hofft es – in ihrem Vorwort begründet sie dies statistisch mit der Tatsache, dass sich nur 10 % einer Bevölkerung anders verhalten müssen, um eine grundlegende Veränderung der gesamten Gesellschaft zu bewirken. Und so wendet sie sich mit ihrem neuen Buch direkt an den Durchschnittsbürger, damit dieser sich im undurchsichtigen Finanzgeschwurbel zurecht findet und sich gegen Absurdität und Ungerechtigkeiten wehrt. Auch ein großes Feuer nimmt seinen Anfang eben in einem kleinen Funken. Also: Buch kaufen, lesen, Änderung herbeiführen.

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