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Wildpflanzen sind die Ahnen aller Kulturpflanzen. Sie stellen uns Nahrung und Medizin für Körper, Seele und Geist zur ­Verfügung. Für Eleonore Gliewe, die die Fähigkeit hat, sich mit ihnen zu verbinden, sind sie „das grüne wilde Wunder“.

 

Es war Liebe auf den ersten Blick. Aufgefallen ist mir die leuchtend grüne Pflanze das erste Mal vor 12 Jahren. Eines Tages im Juni schaute ich aus dem Fenster und sah sie. Ihre Ausstrahlung war so groß, dass ich sofort zu ihr gehen musste, um ihr nahe zu sein und sie unmittelbar spüren zu können.

Seitdem hat sie diese starke Anziehungskraft für mich behalten. Mehrere Jahre habe ich sie bewundert, mich von ihr wieder und wieder berühren lassen, ohne sie anzufassen oder von ihr zu kosten. In meinem Garten gedeiht sie immer üppiger und einige Pflanzen erreichen inzwischen eine Höhe von mehr als zwei Metern. 

Ihr Grün strahlt voller Licht. Ihre Form ist kraftvoll und filigran zugleich. Wenn sie blüht, kann ich ihr schon gar nicht widerstehen. Sie schmückt sich mit zart-lila Blüten, die formvollendet als Köpfe wie Strahlen die gesamte Pflanze krönen.

Inzwischen ist die Verbindung inniger geworden. Im tiefen Herbst zum Neumond grabe ich ihre große weiß-gelbliche Wurzel aus und bereite daraus die Kardentinktur zu. Ihre Blätter trockne ich für Tee. Dafür nehme ich mir Zeit und bin mit der Karde im intensiven Kontakt. Schon wenn ich die Pflanzen aufsuche, nehme ich ihre Kraft wahr. Während ich die Wurzeln für die Tinktur anfasse und bearbeite, ahne ich schon den außerordentlich bitteren Geschmack im Mund. Dann koste ich ein kleines Stück, und im ersten Moment ist es so bitter und grün, dass es „knallt“. Während ich weiter die Tinktur ansetze, esse ich mehrmals winzige Wurzelstücke. 

 

Die Durstige mit dem Venusbecken

Die Wilde Karde ist eine zweijährige, aufrechte Pflanze mit kantigem Stängel, der sich im oberen Bereich verzweigt. Aus einer Rosette, deren Blätter kurzgestielt sind, schießt im zweiten Jahr die Pflanze bis zu einer Höhe von zwei Metern. Sowohl der Stängel als auch die Blätter sind mit Stacheln besetzt. Die gegenständigen Blätter sind am Grund zusammengewachsen und bilden ein kleines Becken, in dem sich Regenwasser und Tau sammelt. Ab Juli öffnen sich die zart-violetten, röhrenförmigen Blüten der zylindrischen Blütenköpfe. Ringförmig beginnen sie in der Mitte, teilen sich und verblühen dann nach oben und unten.
Dipsacus kommt aus dem Altgriechischen. Dipsa heißt Durst und bezieht sich auf die zusammengewachsenen Blätter. Vögel und Insekten trinken mit Vorliebe aus den Blätterschalen, die auch Venusbecken genannt werden. Im Mittelalter wurde dieses Wasser für kosmetische Zwecke, also als Schönheitswasser, verwendet. Die Samen werden im Winter gern von den Vögeln gefressen. Die Wurzel ist eine Delikatesse für Wühlmäuse.

Wie ihr deutscher Name es schon verrät, gehört sie zu den Kardengewächsen. Zu  dieser Pflanzenfamilie gehören auch die Skabiosen, der Teufelsabbiss und die Witwenblumen. Alle Pflanzen werden als Mittel mit reinigender Wirkung in der Naturheilkunde eingesetzt. 

 

Die Heilende mit reinigender Wirkung

Die Karde enthält Bitter- und Gerbstoffe, Glykoside (Scabiosid), Inulin, Kalisalze, organische Säuren, Saponine und Tannin. Durch diese wertvollen reichhaltigen Inhaltsstoffe wirkt sie antibakteriell, blutreinigend, entgiftend, galle-, harn- und schweiß­treibend. In der Naturheilkunde wurde und wird sie zur Stärkung des Immunsystems, bei Magen- und Gallenschwäche, Arthritis, Gicht, Rheuma, Hautkrankheiten und Kopfschmerzen angewendet.

In der heutigen chinesischen Kräuterheilkunde wird die Wurzel der chinesischen Karde zur Stärkung bei Nierenessenzmangel und Unterstützung bei Leber-Blut-Schwäche verordnet.

In jüngster Zeit wird die Wilde Karde dank Wolf-Dieter Storl als Antibiotika-Alternative für die Behandlung von Borreliose genannt. In seinem Buch “Borreliose natürlich heilen” beschreibt Storl ausführlich die von ihm selbst erprobte Wirkung dieser wunderbaren Pflanze, die hier selbstverständlich ganzheitlich, also mit verschiedenen anderen therapeutischen Maßnahmen, zum Einsatz kommt.

Sa, 30.07.11, 12.30-15.30 Uhr, 28 €
Exkursion zu Wildpflanzen und Heilkräutern:
Die Wanderung führt durch das Nonnenfließ, eine wunderschöne wilde Landschaft inmitten der intakten Natur des Biosphärenreservates Schorfheide. 

So, 31.07.11, 13 bis 18 Uhr, 70 €
Workshop: Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur erleben
Mit allen Sinnen Wildpflanzen kennen lernen, erfahren und begreifen!
Im Naturschutzgebiet und Biosphärenreservat im Nonnenfließ.

Infos und Anm. unter: Tel.: 033454-497 83 oder info@wildkraeuter-catering.de

Bezug von Kardentinktur oder Pesto mit Wildkräutern u.v.m. über die Autorin.

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Über den Autor

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Vegetarisches Catering und Wildpflanzen

Lebt seit 17 Jahren vegetarisch. Seit 14 beschäftigt sie sich intensiv mit den Wildpflanzen, ging bei einer Heilpraktikerin in die Lehre, studiert die Wilden Grünen an ihren natürlichen Standorten und verwendet sie für die Zubereitung von Speisen, Herstellung von Tees, Salben, Ölen, Tinkturen und für Dekorationen. Seit 4 Jahren leitet sie Kurse zum Thema „Vegetarisch Kochen / Kochen mit Wildpflanze“ und bietet Exkursionen und Workshops zu den Wildpflanzen an.

Verkauf von Kardentinktur und vielen anderen Produkten aus/mit Wildpflanzen.

Mehr Infos

Aktuelle Termine siehe www.wildkraeuter-catering.de

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