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Im Kino: Gardenia – Bevor der letzte Vorhang fällt

Glamour

Der Film basiert auf dem belgischen Tanztheaterstück „Gardenia“ von Alain Platel & Frank Van Laecke. Der Fokus liegt aber vor allem auf den alternden Travestiekünstlerinnen – Homosexuelle und Transsexuelle – zum Teil mit geschlechts-angleichender OP.

Die Idee zu dem Theaterstück „Gardenia“, das den letzten Abend eines Travestie-Kabaretts darstellt, hatte Vanessa, eine der Darstellerinnen. Ursprünglich war es nur als Workshop geplant, aber in das Stück flossen viele Szenen und Erfahrungen der Schauspieler/innen ein und es wurde ein großer Erfolg, mit dem sie zwei Jahre lang durch die Welt tourten.

Anlässlich dieses Endes drehte Thomas Wallner wiederum seinen behutsamen Dokumentarfilm über das Ende des Travestie-Theater-Stücks und über die dahinterstehenden Personen. Sie reden über ihr Leben und ihre Ängste. Angst vor sich selbst, Angst vor dem Anderssein. Angst vor der Reaktion. Sie erzählen von Leidenschaft, Einsamkeit, Freundschaft, Liebe, Prostitution, Ausgestoßen-Sein.

Aufgestanden sind sie immer wieder, auf diesem Weg zu sich selbst. Denn „Entweder ist dir das Leben wichtig und dir ist scheißegal, was die anderen sagen – oder du nimmst dir einen Strick!“ Fazit: Das Stück selbst taucht zunächst nur immer wieder fragmentarisch und dadurch anfänglich etwas irritierend auf, erst gegen Ende fügt es sich zu einem bühnenglitzernden Ganzen.

Wirklich faszinierend und berührend sind die dahinterstehenden Menschen, die die Kamera so tief in ihr Leben und diese intimen Portraits zuließen. Ein absolut sehenswerter Film, der hundertmal besser als alles ist, was die ARD beispielsweise im November in ihrer schauderhaften „Toleranzwoche“ verbrochen hat.

Die Kinotermine finden sich unter www.realfictionfilme.de/filme/gardenia

Thomas Wallner
Real Fiction, 2014
Jetzt im Kino, 88 Minuten