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Material der Raumgestaltung verändert die Belastung bei Schülern

Die Ausstattung eines Raumes mit Holz hat positive Wirkungen auf die Gesundheit. Das behaupten Forscher des Institut für Nichtinvasive Diagnostik am Forschungszentrum Joanneum. In einer einjährigen Pilotstudie in einer Schule konnten sie zeigen, dass das Herz in einer Holzumgebung ruhiger schlägt und durch geringeren Stresslevel besser vor Überbelastung geschützt ist. „Bisher konzentrierte sich die Forschung auf die Wirkung von Raumklima, Luft, Lärm, Licht, Farbe, Ergonomie und Anordnung der Möblierung. Wir wollten erforschen, inwiefern das Material eine Rolle spielt“, so Instituts- und Studienleiter Maximilian Moser.

 

Sechs Schläge pro Minute weniger

Gezeigt wurde das in zwei Schulklassen, deren Wände, Decken, Boden, Kästen und auch Leuchten mit Holz verkleidet waren. In zweimonatigen Abständen während des Schuljahres erhoben die Wissenschaftler mit Hilfe eines hochpräzisen mobilen Mini-EKG-Geräts den Herzschlag der Schüler pro Minute sowie den Vagustonus, der ein schützender Faktor des Herzens vor zu starker Beanspruchung ist. Zu Vergleichszwecken wurden dieselben Messungen sowohl in der schulfreien Zeit als auch bei Schülern zweier Klassenräume mit Linoleumboden, Gipskartondecken und Kästen aus beschichteten Spanplatten durchgeführt.

Zwischen den beiden Gruppen zeigten sich deutliche Unterschiede. „Die Schüler in den Klassen mit Holzverkleidung zeigten einen Herzschlag, der um sechs Schläge pro Minute unter dem der Vergleichsklassen lag. Der Wert war hier zur Schulzeit sogar unter dem, der in den Ferien gemessen wurde“, berichtet Moser. Das sei ein Zeichen dafür, dass sich die Holzumgebung beruhigend, entstressend und somit positiv auf das Kreislaufsystem auswirke. „Internationale Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedriger Herzfrequenz und höherer Lebenserwartung. Wie etwa ein Automotor wird auch das Herz weniger beansprucht, wenn es langsamer arbeitet“, so der Grazer Physiologe. Konzentration und Schulleistung waren trotzdem in beiden Gruppen gleich.

 

Raumatmosphäre hat medizinische Folgen

Warum es zu diesem Effekt kam, ist noch nicht eindeutig geklärt. Moser vermutet, dass sich einerseits die ätherischen Öle im Holz wie auch die freundlichere Lichtatmosphäre günstig auswirkten. Daneben könnten jedoch weitere Eigenschaften des Naturmaterials beteiligt sein. „Holz lädt sich weniger elektrostatisch auf, dadurch bleiben die günstigen negativen Luftionen erhalten“, so der Studienleiter. Vorstudien hatten gezeigt, dass das Aussehen alleine wenig bewirkt, da Spanplatten mit optisch holzähnlichen Oberflächen keine vergleichbaren Wirkungen hervorriefen.

Zum Einsatz kamen in den beiden Versuchsklassen die Holzarten, die jeweils am sinnvollsten erschienen. „Die Wandverkleidung war aus Fichte, da diese besonders preisgünstig ist. Für den Boden wurde aufgrund seiner Belastbarkeit und Stabilität Eichenholz verwendet. Kleinere Elemente wie die die Kästen oder die Lamellen der Lampen wurden aus Zirbenholz gefertigt“, berichtet Moser.

 

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Text:

Pressetext.de

Bilder:

Holz: Public Domain / Wikimedia
Klassenraum: Moser

 

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