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Leben auf dem Land in Brandenburg

Sind das: Schlechte Busverbindungen, überalterte Dörfer, endlose Ödnis im November, Kulturangebot – Fehlanzeige? Oder doch: Kraniche am Morgen, barfuss frische Minze holen, abendliches Lagerfeuer, Draußenküche und Yoga im Gemeindehaus? Wir haben ersteres durchlitten und zweites genossen. Beides hatte und hat große Bedeutung, beides war und ist Motor, Antrieb für unser Leben und Arbeiten.


Wir, das sind Birke Soukup, Gemüsegärtnerin und Weiterbilderin, und Jakob Thöne, gelernter Orgelbauer und Tischlermeister.

Entschieden haben wir uns bewusst für das Landleben, für ein Leben und Arbeiten mit Erde, Pflanzen und Menschen, mit Holz, mit Lehm. Und für all das, wofür uns die Stadt zu eng, zu laut, zu voll, zu schnell ist. Für all das, wo das Land uns und unseren Kindern Weite, Spielraum, Freiheit schenkt.

Dennoch haben wir auch erfahren müssen, wie es sich anfühlt, das Leben mit einem ersten Kind auf einem Dorf – ohne Netzwerk, mit wenig Hilfe. Schnell war klar: Landleben – ja, aber nur gemeinsam mit anderen, im Austausch, in Gemeinschaft. Aus diesen Impulsen ist unser Verein LandBau (www.landbauev.de) entstanden, den wir 2008 mit Freunden und Familie gegründet haben.

Drei lange Jahre hat die Suche nach einem passenden Ort gedauert, nach einem Ort, an dem wir leben und arbeiten können, der Platz bietet für Menschen, Kinder, Hühner, Gärtnerei, Tischlerei, Workshops… Auf dieser Suche sind wir kreuz und quer durch Deutschland gereist, haben alte Bauernhöfe und Bauern, Gemeinschaften und Einzelkämpfer getroffen – und sind schließlich in nächster Nähe fündig geworden. 2011 hat der Verein LandBau die Alte Brennerei in Wulkow bei Frankfurt/Oder kaufen können, einen Ziegelbau aus den 1890er Jahren, früher als Brennerei, zuletzt als Kindergarten genutzt.

Das Dorf Wulkow: Ein aktives, umweltbewegtes Dorf. Gegenüber liegen der Ökospeicher (www.oekospeicher.de) mit Bioladen, Kneipe, Gästezimmern und Seminarräumen und der Park mit seinen stattlichen alten Laubbäumen. Nebenan steht die kleine alte Dorfkirche, nebenan wirtschaftet die Demeter-Landwirtin.

 

Mittendrin wirtschaften wir.

Entstanden ist inzwischen – neben den Wohnräumen – eine kleine, ökologisch orientierte Tischlerei; im Entstehen ist ein Lehr- und Schaugarten, in dem zukünftig eine Vielzahl alter Gemüsesorten, Kräuter und Blumen gedeihen sollen. Menschen, die einen Einstieg ins Gärtnern und in die Selbstversorgung suchen, werden hier lernen, mit-tun und sich mit Gleichgesinnten austauschen können.

Was uns besonders freut: Eben gerade ist unser kleiner Hof um eine Familie und zwei Sprachen reicher geworden. Eine japanisch-polnische Familie hat den Weg nach Wulkow gefunden und belebt mit uns gemeinsam die Alte Brennerei.

Für das Dorf Wulkow indes ist Internationalität fast schon normal. Der FÖJler kommt aus Frankreich, der Energieberater aus der Schweiz, die Köchin der Kneipe aus Polen. Und das nächste internationale Workcamp findet im Juli statt…
Herzliche Grüße aus Wulkow!


Abb: © Birke Soukup

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