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Düstere Aussichten: Staatsbankrotte in 2010?

Die Ratingagentur Moody’s warnt vor dem dicken Ende der Krise: Könnte 2010 das Jahr der Staatsbankrotte werden?

Ratingagenturen sind nicht gerade dafür bekannt, zu den Pessimisten zu gehören – ihr Job in den letzten Jahren schien es eher gewesen zu sein, selbst dem gröbsten Finanz-Müll noch ein Gütesiegel zu verpassen. Diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Die Ratingagentur Moody’s prophezeit für 2010 „tumultartige Zeiten“, die öffentliche Diskussion der Finanzprobleme von Griechenland, Dubai und Japan, sind nach Ansicht der Agentur nur Vorboten.

Die Ängste der Marktteilnehmer in Bezug auf Griechenland und Portugal hält Moody’s allerdings für übertrieben und ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone für unwahrscheinlich. Ein Versinken in Schulden ist aber für Länder mit derzeit guter Bonität nicht auszuschließen. Dies gilt unter anderem für die USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich – diese Länder hätten ihren finanziellen Spielraum eingebüßt.

„Die langfristigen Zinsen werden 2010 weltweit steigen und damit die wahren Kosten der Finanz-und Wirtschaftskrise offenbaren“, mahnt Pierre Cailleteau von Moody’s weiter.

 

Meinungsmache

Derzeit ist die Möglichkeit von Staatsbankrotten in aller Munde – vor allem durch die Probleme in Dubai und Griechenland. Fast alle großen Zeitungen veröffentlichen derzeit Artikel, in denen Staatspleiten als ein mögliches Szenario dargestellt werden. Solche Artikel wären noch vor einem Jahr fast undenkbar gewesen. Die wenigen Blogs und Magazine, die schon damals diese Entwicklung vorgezeichnet hatten, wurden als „Schwarzmaler“ und „Apokalyptiker“ verlacht. Selbst vor wenigen Wochen war die Krise „offiziell“ noch vorbei und überwunden – bis Dubai es unmöglich machte, diese Illusion weiter aufrecht zu erhalten. Nun scheint sich die Berichterstattung immerhin langsam der Realität anzunähern – und die Ratingagenturen auch.

 

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