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Mit Sathya Sai Baba ist am 24. April, dem Ostersonntag, einer der einflussreichsten indischen Gurus verstorben. Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er etwa 25 Millionen Anhänger weltweit.

Der Zeitpunkt seines Todes passt gut in die magische Aura, mit der sich Sai Baba gerne umgab. Bekannt wurde er nicht zuletzt auch durch seine „Zaubertricks“ bei denen er heilige Asche oder kleine Gegenstände „materialisierte“.

Sai Baba gab sich als Reinkarnation des 1918 verstorbenen Wunderheilers Sai Baba von Shirdi und als Avatar aus, eine Verkörperung Gottes in der Gestalt eines Menschen. Er behauptete sowohl eine Verkörperung der Einheit von Shiva und Shakti zu sein, als auch der Christusenergie. Sai Baba war trotz umstrittener Sex-Skandale und der Entlarvung seiner Zaubertricks durch Kritiker besonders in seinem Heimatland eine hoch angesehene Persönlichkeit.

Wirken und Lehre

Seine Beliebtheit gründete sich sicher nicht zuletzt auch an sein umfassendes soziales Engagement. Si Baba unterhielt eine riesige Stiftung, die zahlreiche Bildungs- und Gesundheitsprojekte in Indien finanziert und Gebetszentren in aller Welt unterhält.

Seine Lehre war nach eigener Aussage universell und religionsunabhängig und gründete sich auf fünf wesentliche Kernaussagen: Die Göttlichkeit des Menschen, die Einheit aller Religionen, universelle menschliche Werte (Wahrheit, rechtes Handeln, Friede, Liebe und Gewaltlosigkeit), die Begrenzung der Wünsche, Dienst am Mitmenschen.

„Religion heißt Verwirklichung. Da es aber nur eine Verwirklichung gibt, ungeachtet dessen, zu welcher Religion sich die Menschen bekennen, ist es eine logische Schlussfolgerung, dass alle Religionen in ihrem Kern gleich sind; oder, um es noch präziser auszudrücken: Es gibt nur eine Religion.“

Als Weg zur Gottverwirklichung lehrte er Hingabe an die Liebe, das Rezitieren von Mantren und Licht-Meditation.

Kritik

Sai Babas angebliche Wunder wurden mehrfach per Video als Taschenspielertricks überführt. Seit den siebziger Jahren wurde ihm außerdem wiederholt vorgeworfen, männliche Anhänger anzüglich an den Genitalien zu berühren. Einer der bekanntesten kritischen Berichte eines Betroffenen ist der von Conny Larsson aus Schweden, Verfasser des Buchs „Hinter der Maske des Clowns („Behind the mask of the clown“). Eine sehr umfassende Kritik Sai Babas ist auch den sogenannten „Findings“ von David Bailey zu entnehmen, die im Internet weit verbreitet sind.

Menschenansturm erwartet

Zur Beerdigung Sai Babas am Dienstag den 26. April werden mehrere hunderttausend Menschen erwartet. Gemäß hinduistischer Sitte, wird Sai Baba als spiritueller Führer nicht wie sonst üblich verbrannt, sondern begraben.

 

10 Responses

  1. Lilo-Lalitha

    Hallo Ihr Alle,
    gerade habe ich durch googeln erfahren, daß Sai Baba gegangen ist. Zum gleichen Zeitpunkt erhielt meine Mutter eine KrebsDiagnose und ich bin fast rund um die Uhr mit meiner Mutter und Vater beschäftigt.
    Es berührt mich tief und gleichzeitig bin ich glücklich. Warum? Das körperliche Sterben hat nichts mit Tod zu tun. Wir legen lediglich unser Körperkleid ab und existieren weiter…
    Ich war am Grab von Sai Babas erster Inkarnation und habe wunderbares erlebt. Ich hatte das Glück Sai Baba 4 Tage life zu erleben und kann von eigener Erfahrung sprechen. Ich habe Wirkungsstätten seiner Anhänger gesehen, die ein Leben in Hingabe und Liebe an die Menschen leben. Ich habe in einer dieser Wirkungsstätten eines sogenannten „Anhängers“ ein Wunder in meiner eigenen Hand erlebt. Glaubt mir, es war nichts manipuliert. Selbst eine Chirurgin (reines wissenschaftliches Denken – das aber nicht vollständig und ganzheitlich allumfassend ist) war sprachlos und es fehlten ihr die Worte.
    In meiner eignen Hand habe ich erlebt, wie aus einem „Amulett-Bild von Sai Baba“ immerzu eine Flüssigkeit floß – Amritan – das jeder mitnehmen darf um heil zu werden. Ebenso habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie sich auf einem Bild von Sai Baba Asche materialisiert.
    Glaubt mir, ich selbst bin eine sehr kritische Person – doch ich durfte vor über 10 Jahren lernen, daß Wunder möglich sind und daß jeder von uns selbst diese Wunder vollbringen kann. Auch Jesus und viele andere sogenannte Avatare haben uns immer wieder in den letzten 1000enden Jahren mitgeteilt, daß wir alles in uns haben. Leben wir es? Es liegt doch an uns, oder? Diesen Weg zu gehen bedeutet Herausforderung, Loslassen, Prägungen und Muster und Vorurteile aufgeben. Es geht einfach um die bedingungslose Liebe. AMMA in Indien ist ein weiteres Beispiel für „bliss divine“ – göttliche Wonne – gelebte Hingabe.
    Nur Menschen, die sich immer noch ausschließlich in der 3-D-Ebene befinden, bewerten alles als gut oder böse. Die Wirklichkeit ist immer wie sie IST – ohne Wertung.
    Wer hat denn jemals festgelegt was gut oder schlecht ist? Meditiert einmal darüber! Wo steht geschrieben was ist gut und was nicht?
    Können wir uns eine Welt vorstellen in der es keine Wertung mehr gibt? In der es einfach nur Achtung, Toleranz, Respekt vor jedem! Lebewersen gibt. Eine Welt in der wir mit Spaß, Lust, Freude, Singen, Lachen, Tanzen und ganz viel Kreativität leben? Das ist der Quantensprung, den jeder einzelne vollziehen darf – ja darf – es ist Deine eigene Entscheidung! Um mit christlichen Worten zu sprechen: Gott liebt uns so sehr, dass er uns tun läßt was wir wollen (mit unserem Willen-Entscheidung). Das ist bedingungslose Liebe. Leben und Nutzen wir genau diese Kraft, die wir durch unsere Geburt erhalten haben? Laßt uns doch diese Kraft, diese Macht zu unseren Gunsten und damit zu Gunsten von Allen und allem Was ist nutzen. Damit werden wir Heil und Heilen unsere Natur und den ganzen Planeten. Laßt uns doch endlich die Verantwortung von uns selbst zu 100 % übernehmen und dafür sorgen, daß es uns selbst sehr gut geht – ganzheitlich. Daß wir uns körperlich, geistig und seelisch wohlfühlen, dass wir das vorher erwähnte wirklich leben können.
    Es ist möglich – nichts anderes hat uns Sai-Baba mitgeteilt – mit seinen sogenannten Wundern. Es waren keine Wunder – es war und ist Realität. Jeder von uns hat die Kraft in sich.
    Warum wohl schreibt die Presse immer das negative? Wie lange wollt ihr Euch noch beeinflussen lassen und Euch von Eurer eigenen großen Kraft in Euch selbst ablenken lassen?????
    Nur Menschen die dies leben sind nicht mehr manipulierbar. Es kann Dir nichts mehr von Gut und Böse erzählt werden, denn alles ist richtig und alles ist wie es ist – DU WÄHLST UND ENTSCHEIDEST ob Du wieder dem sogenannten Bösen glaubst oder an Deine in Dir innewohnende Kraft.

    in Liebe Lilo-Lalitha

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  2. shannon

    worte ……….worte…………
    ihr glaubt doch nicht etwa, dass der korken, der bei einigen wenigen hoch
    geht im vergleich zu den erfahrungen millionen anderer steht??
    sai baba war ein mystiker und ist mit schablonen und rastern nur schwer in den griff zu kriegen.
    es kann sich nur jeder auf seine eigenen erfahrungen stützen und deren
    universellen und spirituellen charakter ermessen.
    unsere eigene „göttlichkeit“ hat sai baba nie in abrede gestellt.

    ein weiterer, großer ausguss der göttlichkeit hat die materielle ebene verlassen und hinterlässt tiefe spuren bei millionen menschen.

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  3. Stefan

    Schade, dass Sai Baba gestorben ist. Ich hätte es lieber gesehen, wenn er rechtmäßig angeklagt worden wäre. Dann hätte es für Hunderte von Opfern sexuellen Mißbrauchs die Möglichkeit gegeben, ihre Erfahrungen der Öffentlichkeit mitzuteilen.
    So bleibt nur die Möglichkeit dem bekannten Autor Conny Larsson zuzuhören, wie er seine Erfahrungen vom einfachen Mitglied der Sai Baba Gruppe bei den Besuchen in Indien zum Leiter der Organisation in Schweden wurde bis er den weltweiten Widerstand gegen Sai Baba zusammen mit Robert Priddy dem ehemaligen Leiter von Sai Baba Norwegen antrat.
    Connies Buch wurde vom Verlag 20. Juli in deutscher Sprache verlegt.

    So hat „Sathya – die Wahrheit“ Sai Baba selbst dafür gesorgt, dass zum Ende seines Lebens die Wahrheit ans Licht kommt und wir wirklich keinen Guru mehr brauchen.
    Dafür können wir ihm wirklich danken, doch war es die vielen Selbstmorde und sechs Morde im Jahre 1993 wert?

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  4. HeÃ

    Ich danke Armin Risi einmal mehr für seine wirklich gründliche Recherchen,
    kann jedem den es interessiert nur empfehlen obigen link von helle einmal anzuschauen.
    Ausserdem war ich sehr erfreut über unsere stink normale Regionalzeitung, die es geschafft hat in einem kleinen respektvollen Artikel einen würdevollen Nachruf zu schreiben. Weil ungeprüft negative Informationen weiterzugeben, ist durch nichts zu rechtfertigen, auch nicht mit angeblich gewissenhaftem journalismus, sondern schafft definitiv einfach nur negatives Karma. Basta.

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  5. Andreas Trampenau

    Liebe Tatjana,
    ich hatte kaum Berührung mit diesem Menschen und dennoch teile ich Deine Ansicht voll und ganz.
    Meinungsäußerungen, wie sie auch hier zu lesen sind, entspringen der persönlichen Sichtweise der Autoren und haben keinesfalls allgemeingültigen Charakter. Meine natürlich auch nicht. 🙂
    Weißt Du, 25 Mio Anhänger sprechen für sich, wenn man das bewerten mag.
    Nimm es nicht persönlich, den wenn solche Energien bei Dir anklopfen und in Dir etwas auslösen, steckt auch eine Lernaufgabe drin. ♥

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  6. Helle

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/armin-risi/sathya-sai-baba-1926-2-11-eine-hintergrundanalyse-der-kontroversen-und-kritiken.html

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  7. Anonymous

    Ich sehe derartig „Heilige“ sowieso mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist er zweifelsfrei eine sehr geachtete Person, gerade in spirituellen Kreisen. Das sagt aber nicht viel aus. Für viele blutige Diktatoren der Geschichte galt das in den Reihen ihrer Anhängerschaft ebenso.

    Besonders skeptisch sehe ich das Zitat mit der Herleitung von „Religion“ aus „Verwirklichung“. Ich behaupte, um mich als Mensch in Liebe zu verwirklichen, benötige gar keine Religion. Was nun?

    Für diese These lassen sich garantiert auch jede Menge Belege finden. Und sie fühlt sich sehr rein und wahr an, oder? Vielleicht auch deshalb, weil ich stehe damit schlichtweg nicht unter dem Zwang, irgendwie die Existenz eines Gottes rechtfertigen oder erklären zu müssen. Ich sehe das also vielmehr anders herum: wer eine Religion (also Gott) braucht, um sich verwirklichen zu können (oder moralisch handeln zu können – was ja auch gerne damit in Verbindung gesehen wird), stellt sich selbst damit ein Armutszeugnis aus.

    Die eine Ebene ist folglich: Das Universum ist sich selbst genug und lässt sich auch aus sich selbst heraus erklären. Es braucht keine höheren Wesen oder Entitäten wie Götter, ebenso keine derartigen Propheten.

    Die andere Ebene ist: dass solche Propheten unabhängig von der ersten Ebene durchaus positives bewirken können. Das schließt sich beides keineswegs aus. Sollte Sai Baba also rechtschaffend und aufrichtig gewirkt haben, wird die Kritik ohne Widerhall an ihm zerschellen. Falls nicht, könnte die Kritik vielleicht einen wahren Kern haben.

    Wie auch immer – ihm dürfte es jetzt egal sein.

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  8. David (Autor)

    Hallo Tatjana,
    ich kann deine Verärgerung verstehen, glaube aber, dass es bei einer dermaßen umstrittenen Person wie Sai Baba angemessen ist, in einem solchen Nachruf beide Seiten darzustellen.

    Du hast Recht, dass es uns nicht möglich ist, die negativ-Berichte über ihn nachzuprüfen. Deren Richtigkeit wird hier aber auch gar nicht behauptet, sondern in Rückblick auf Sai Babas Leben nur darauf hingewiesen, das solche Vorwürfe immer wieder aufkamen. Sie waren Teil seiner Geschichte.

    Wir bemühen uns in jedem Nachruf ein möglichst neutrales Bild zu zeigen. Bei einer so polarisierenden Person wie Sai Baba wäre es nicht neutral, die Kritik zu verschweigen.

    Grüße
    David

    Grüße
    David

    Antworten
  9. Lars

    Die Schatten fallen und alles was übrig bleibt ist Licht. Die letzten Handlanger der dunklen müssen weichen, werden hinfortgenommen.

    Keine Macht den falschen Propheten.

    Gruß Lars

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  10. HeÃ

    Ich finde es echt schwach, dass es offensichtlich nicht möglich ist einem Menschen, der offensichtlich einen unermesslich großen positiven Unterschied in der Welt und im Leben unzähliger Menschen gemacht hat, den Respekt zu zollen, der ihm gebührt, und einfach jeden x-beliebigen Artikel von irgend einem vorzugsweise polemischen schlauschwätzer Blatt zu übernehmen. Ich glaube nicht, dass jede nicht wirklich selbst geprüfte negative Information über jemanden, in einem Nachruf irgendetwas verloren hat. Das ist einfach enttäuschend gewöhnliche „Pressemanier“.
    Und ich bezeichne mich nicht als Sai Devotee, aber ich schaue mir sehr genau an welchen Unterschied ich bei den Schülern diverser spiritueller Lehrer finden kann und weiss deshalb wem ich Respekt schulde und wem nicht. Jedem normal sterblichen zollt man mit angemessenen Nachlässen Respekt, wenn sie diese Welt verlassen, aber wenn es um spirituelle Lehrer geht hält man es nicht für nötig sich erst einmal wirklich mit der Person zu befassen, bevor man jeden Scheiß weitergibt, den man irgendwo im Netz findet. Echt traurig. Aber gegen vernagelte Hirne und verschlossene Herzen, haben Menschen wie Sai Baba gezeigt wie man sich da helfen könnte, aber tun muss man es schon selber. Früher hatte „Recht haben“ anscheinend mal was mit Überleben zu tun, wie sonst wäre es zu erklären, dass unser (Stammhirn) es immernoch so wahnsinnig wichtig findet, dass es ihm heute oft wichter ist als Überleben, oder als sich mal geistig etwas weiterzuentwickeln! Echt Leute „Geist wär geil!!“
    Tatjana

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