Anzeige

Schwerverbrecher sollen zukünftig zwangsweise einen Mikrochip implantiert bekommen, fordern 21 Nationalräte in der Schweiz. So sollen sie auch nach der Entlassung jederzeit ortbar sein, wovon sich die Politiker eine abschreckende Wirkung erhoffen.

 

Mördern, Vergewaltigern und Pädophilen Mikrochips implantieren

Wer wegen Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Beeinträchtigung der sexuellen Integrität von Kindern oder weiteren „schwerwiegenden Straftaten“ verurteilt wurde, dem soll künftig Mikrochip zwangsimplantiert werden, fordert die schweizer Nationalrätin Céline Amaudruz (SVP) in einem Vorstoß, den sie bereits eingereicht hat. Zwanzig Nationalräte aus verschiedenen Parteien haben den Vorstoß bereits unterschrieben. Den Vorschlag begründet Amaudruz mit der Einschätzung der forensischen Psychologin und Zürcher Universitätsprofessorin Henriette Haas, die der Ansicht ist, dass eine solche Maßnahme eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Wiederholungstäter haben könnte.

Die Verurteilten wären so jederzeit ortbar und ihre Bewegungsprofile könnten gespeichert werden. Durch das berechtigte Gefühl, unter ständiger Beobachtung zu stehen, würden sie keine weiteren Straftaten begehen, so hoffen die Befürworter.

Mikrochips – von der Verschwörungstheorie zum Gesetzesentwurf

So schnell kann es gehen. Wer noch vor etwa drei Jahren solche Pläne öffentlich vermutet hätte, wäre sicher als „Verschwörungstheoretiker“ belächelt und verunglimpft worden – nun ist es bereits offizielle politische Debatte.

Nachdem man an Überwachung durch Kameras und Drohnen mittlerweile gewöhnt ist, die Tatsache, dass die vielen praktischen und kostenlosen Smartphone-Apps vor allem Spionage-Software sind, achselzuckend akzeptiert wurde und der Snowden-Skandal um das Mitlesen sämtlicher digitaler Kommunikation durch die Geheimdienste ebenfalls zu keiner Reaktion seitens der Bevölkerung geführt hat, wird wohl auch ein solcher Vorschlag niemanden mehr schockieren.

Dass mal wieder der „Schutz der Kinder“ instrumentalisiert wird, um solche Vorstöße zu rechtfertigen, kennen wir ja schon aus der Debatte um die Internet-Sperren. In England werden diese übrigens ab nächstem Jahr tatsächlich eingeführt und neben Pornografie werden dann auch gleich Webseiten mit esoterischem Inhalt gesperrt – davon war zwar vorher nie die Rede, aber wenn man schon mal dabei ist, kann man ja gleich noch was mitsperren. Auch bei den Mikrochips dürfte der aktuelle Vorschlag noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein, sondern eher ihr Anfang. Populistische Themen Pädophilie eignen sich eben hervorragend, unliebsame Einschränkungen der Grundrechte schleichend einzuführen und so den Zensur- und Überwachungsapparat langsam auszuweiten.

Der ausbleibende Protest erklärt sich wohl zum Teil auch aus der Unfähigkeit, mit den aktuellen Entwicklungen noch schrittzuhalten. Es scheint fast unglaublich, das fliegende Roboter uns aus der Luft überwachen und Elektronikteile zur Überwachung in Menschen implantiert werden sollen. Das war schließlich eben noch verrückte Science-Fiction. Verrückt ist es auch immer noch, nur Science-Fiction leider nicht mehr.

 

Mehr Artikel zum Thema

Die Microchips kommen

Smartphone-Apps: User geben freiwillig private Daten frei

Whistleblower Edward Snowden: Was würdest du für die Wahrheit tun?

Totale Überwachung: Orwell wird von der Realität überholt

 

Text: dr/sein.de; Bild:

2 Responses

  1. Kristina

    @Sebastian
    die Antwort auf deine Frage („Warum wehren sich die Menschen nicht konsequent gegen diesen immer offensichtlicher werdenden Irrsinn ?“) ist einfach.

    Die Gesellschaft währt sich nicht gegen Überwachung und diverse Experimente, weil sie ein gemeinsames Glaubensprogramm bzw. positives Denken erschaffen hat, dass Unschuldige davon nicht betroffen wären, sondern nur Kriminelle.

    Der Massenmensch verhält sich nicht viel anders als das Massentier, das alles brav mit sich machen lässt und sich keine eigenen oder kritischen Gedanken macht.
    Die meisten Massentiere sind ja auch schon längst mit Chip versehrt.

    Auch haben die meisten Menschen keine Zeit darüber nachzudenken, da sie nur der Arbeit, Schule, Spaß und anderen Maßnahmen/Massenprogrammen nachgehen und zwar wenn nicht freiwillig dann zwanghaft. Somit wäre erstmal notwendig jeglichen Zwang, Nötigung und Einschüchterung abzuschaffen.

    Übrigens sind bereits Handys schlimme Überwachungs-/Bestrahlungsanlagen,
    auf welche fast alle nicht verzichten wollen.
    „Experten sagen: Handynutzer sind »Versuchskaninchen« in einem weltweiten Versuch“ http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/anthony-gucciardi/experten-sagen-handynutzer-sind-versuchskaninchen-in-einem-weltweiten-versuch.html;jsessionid=070C8BDFDF9AF8297DCA290FA8314EA3

    Antworten
  2. Sebastian

    Danke ersteinmal für den Artikel.

    Die zentrale Frage die für mich in darin auftaucht ist:
    „Warum wehren sich die Menschen nicht konsequent gegen
    diesen immer offensichtlicher werdenden Irrsinn ?“

    Und Verschwörungen hin oder her, es gibt einige Belege
    dafür das schon seit über 30 Jahren an technologischen Möglichkeiten
    zur Bevölkerungskontrolle geforscht und gearbeitet wird.
    Das heißt großflächig Emotionen und Stimmungen
    der Bevölkerung zu steuern. Aphatische trotzdem nervöse
    und müde Leute proben wahrscheinlich eher keinen Aufstand
    sondern flüchten sich in die Normalität, die Alltagsroutine.

    Dieses Szenario würde erklären warum hier nicht Millionen Menschen
    auf den Straßen sind um gegen ihre Überwachung und Ausbeutung
    zu protestieren.
    Denn auf der anderen Seite sind ja immer mehr Menschen
    erstaunlich gut informiert, funktionieren aber als Kollektiv
    weiterhin in den alten Bahnen.

    Die sich daraus ergebende Frage: „Was ist zu tun?“
    kann auch ich nicht allgemeingültig beantworten.
    Über eine Diskussion zu der Frage würde ich mich
    allerdings freuen.

    MfG, S. Ludwig

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*