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Fukushima: Tepco hat mit der Bergung der radioaktiven Brennstäbe aus dem beschädigten Reaktor 4 begonnen – die Risiken sind unvorstellbar.

Fukushima – Mission (almost) Impossible

Am 18. November 2013, drei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima, haben Reparaturtrupps mit der Bergung von Brennstäben aus der Atomruine Fukushima begonnen. Die Brennstäbe befinden sich im stark einsturzgefährdeten Reaktor 4, in einem Abklingbecken in rund 30 Metern Höhe und stellen eine der derzeit größten Gefahrenquellen dar. Ein Einsturz könnte eine atomare Kettenreaktion in Gang setzen, die nicht mehr zu stoppen wäre.

Mit Robotern sollen die rund 1500 Stäbe quasi einzeln aus den Trümmern geborgen werden. Sie dürfen dabei weder beschädigt werden, noch herunterfallen oder einander berühren – keine einfache Aufgabe, angesichts hoher Strahlung, tausender Trümmerteile und schlechter Sicht.

„Absolutes Neuland…“

Eine Bergung dieser Art wurde noch nie zuvor versucht und Experten sind sich uneinig über die Aussichten auf Erfolg und die Risiken des Unterfangens. Normalerweise werden die Brennstäbe mit computergesteuerten Robotern bewegt, welche die Position der Stäbe auf den Millimeter genau kennen. Nun müssen die Bergungsteams diesen Vorgang per Hand und Auge durchführen – etwas, dass einige Fachleute für fast unmöglich halten.

Die Bergung wird über ein Jahr dauern – ein weiteres Erdbeben während diese Zeit und ein Einsturz des Abklingbeckens wäre eine Katastrophe. Die Stäbe enthalten etwas das 14.000 fache der Strahlung, welche die Bombe auf Hiroshima freigesetzt hat. Ein großer Unfall bei den Bergungen könnte die größte Atomkatastrophe aller Zeiten auslösen, warnen Kritiker. Ausgerechnet der Firma Tepco diesen Job anzuvertrauen, sei ein Fehler.

Stilllegung von Fukushima dauert noch 40 Jahre

Außerhalb des Reaktors sollen die Stäbe in einem neuen, sichereren Becken gelagert werden. Diese Umlagerung ist nur ein kleiner Schritt zur Stilllegung des Atomkraftwerks. Der Prozess wird noch mindestens 30 bis 40 Jahre in Anspruch nehmen und noch mindestens 11 Milliarden Dollar kosten.

Es warten nach Reaktor 4 noch drei weitere Reaktoren mit geschmolzenen Brennstäben auf die Bergungsteams – und niemand weiß, wo sich diese Brennstäbe mittlerweile befinden. Die Vorbereitungen für diesen Schritt werden noch etwa 10 Jahre dauern.

Das dürfte nach Ansicht der meisten Experten eher eine sehr optimistische Einschätzung sein – bisher sind an allen Ecken und Enden neue Probleme aufgetaucht. Und dann sind da ja auch noch Tausende Tonnen verstrahlten Wassers, die Tepco irgendwie entsorgen muss…

 

Text: dr/Sein.de; Bild: Sodacan cc-by

 

2 Responses

  1. Karin Dorr

    Man findet viel darüber was Menschen mit den Tieren machen. Hier ein paar Links, aber ohne Bezug auf Radioaktivität aus Japan. Wahrscheinlich um die Atomlobby zu schützen?
    Einfach mal Google benutzen und die Trefferqoute ist enorm.

    http://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/200-tote-Seeloewen-gefunden-article474589.html

    http://www.welt.de/dieweltbewegen/article106291966/Mysterioeses-Massensterben-veraengstigt-Peruaner.html

    http://www.welt.de/dieweltbewegen/article106291966/Mysterioeses-Massensterben-veraengstigt-Peruaner.html

    Antworten
  2. Guido Fleger

    »Die Schäden sind dabei schon jetzt gewaltig: Massensterben sind bei Seelöwen und Seelachsen zu beobachten, Fische bluten aus Kiemen und Augen, Plankton und Thunfische weisen schon jetzt hohe Radioaktivität auf.«

    Gibt es dazu eine Quelle?

    Antworten

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