Christian Hanne: Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith

Titel: Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith

Author: Christian Hanne

Verlag: Seitenstraßen Verlag, 2016

Preis: 128 Seiten, 9,90 Euro

ISBN: 978-3937088211

Familienbetrieb

Anfang September kommt dieses Buch in die Läden. Mit kleinem Augenzwinkern und trockenem Humor berichtet Christian Hanne in zwölf Kapiteln von dem Weg, den seine Freundin und er genommen haben hin zur jungen Familie mit Kind, basierend auf gleichberechtigter Partnerschaft.

Das Buch nimmt bei der Idee von einem eigenen Baby seinen Anfang und endet ein paar Monate nach der Geburt. Es reicht von der ersten Ultraschalluntersuchung mit erdnussförmigem Fötus über den Nestbaukauftrieb bis hin zu Geburt, den drohenden Verwandtenbesuchen danach, dusseligen Tipps (Einfach mal schreien lassen!), schlaflosen Nächten und partnerschaftlichen Streitgesprächen, die zeigen, was die Übermüdung der ersten Monate mit einem anstellen kann. Dies hat sich zwar alles schon 2003 anlässlich der Geburt seiner Tochter abgespielt, doch bei all den Mythen, Legenden und anstrengenden Verwandten, die sich um Schwangerschaft und Geburt ranken, ist das Buch nach wie vor aktuell. Alle Erzählungen sind Geschichten aus seinem „Familienbetrieb“, so heißt übrigens auch das Blog von Christian Hanne, wo man viele weitere Storys findet. Auch in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook ist er unter diesem Alias unterwegs.

Fazit: Für Menschen, die sich gerade vermehrt haben, eine sehr amüsante Lektüre, die zu lautem Gelächter reizt, wenn man mal wieder über etwas stolpert, das einem nur allzu bekannt vorkommt. Am besten man liest das Buch zusammen mit seinem Partner, dann kann man auch mal wieder über sich selbst lachen. Inhaltlich allerdings eher an das Bildungsbürgertum gerichtet (was beim akademischen Babyboom in Berlin nicht unpassend ist) – nicht jeder kann Genderstudien und Querverweise à la Judith Butler direkt einordnen.