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Das Wort „Coaching“ ist in aller Munde und taucht in jeder Zeitung auf. Regelmäßig werden unter der Rubrik Stellenangebote auch „Coaches“ gesucht. Das Berufsbild ist weder genau umrissen noch geschützt. Dennoch: Gute Coaches sind Gold wert. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dieser Bezeichnung?

In Langenscheidts Wörterbuch findet sich unter „coaching“: „Nachhilfe, -unterricht“ und bei „coach“: „Nachhilfe-, Privatlehrer, Einpauker; [sport] Trainer; Sportlehrer.“ Das Verb „to coach“ wird übersetzt mit: „Nachhilfeunterricht o. Anweisungen geben, einarbeiten, einpauken; [sport] trainieren.“ Diese Übersetzungen sind recht hilfreich, denn sie beschreiben zwei typische Merkmale des „Coachings“: Zum Einen die Eins-zu-Eins-Situation, zum Zweiten den Praxisbezug. Coaching findet also in einem „setting“ statt, in dem es meist nur den Probanden und den Coach gibt und in dem es darum geht, Ergebnisse für die Praxis und in der Praxis zu erzielen. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Einarbeitung von Mitarbeitern in den verschiedensten Bereichen der Wirtschaft bis in jedermanns Privatleben.

Welches Ziel verfolgt ein Coaching?

Die Zielkoordinate bestimmt der Klient. Der Nutzen, den der Klient aus einem Coaching ziehen kann, reicht vom leichteren Umgang mit seinen Mitmenschen über effizienteres Handeln, bessere Kommunikation und Teamverständnis, bis hin zur Karriereplanung und -gestaltung, Zeitmanagement, Belastbarkeit und Entspannungsfähigkeit – die Themen sind mannigfaltig.
Letztlich hat ein Coach nur eine Aufgabe: Der Klient wünscht sich, ein von ihm definiertes Ziel zu erreichen. Der Coach leistet dabei Unterstützung.
Dabei stehen dem Coach viele Wege offen, auf welche Weise er diese Leistung für seinen Klienten erbringt. Wenn es bei dem Ziel, das ein Klient beim Coaching erreichen will, um neue Perspektiven, um einen neuen Ansatz, um neue Ideen für bestimmte Situationen geht, dann können ungewöhnliche Ansätze auch besonders Kreativität auslösend sein. So kann ein Coach beispielsweise unter Verwendung von Zahlenmystik, dem I-Ging, Feng-Shui, Astrologie und vielem mehr vorgehen. Verständlicherweise sind Psychologen und Therapeuten als prädestinierte Coaches zu erwähnen, denn sie sind mit menschlichen Veränderungsprozessen von Berufs wegen beschäftigt. Die Coaching-Verbindung zum Klienten ist etwas Persönliches und der Erfolg ist letztlich das Maß der Sitzung. Gerade aufgrund des persönlichen Verhältnisses zwischen Klient und Coach ist es sinnvoll, guten Rat aus dem Freundes- und Bekanntenkreis einzuholen. Fragen wie „War der Coach einfühlsam?“ „War er strukturiert?“, „Hast Du Deine Ergebnisse erreicht und wie lange hat der Coach dazu gebraucht?“, „Ist der Coach zielorientiert?“, können helfen, den richtigen Begleiter herauszufinden.

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Coaching- und einer Therapiesitzung?

Die Aufgabe und Berechtigung eines Therapeuten zur Behandlung eines Klienten bezieht sich auf die gesetzlich geregelte Feststellung, Linderung oder Heilung von Krankheiten. Eine Krankheit drückt sich durch bestimmte Symptome aus, die entweder von dem Klienten und/oder von seiner Umwelt wahrgenommen werden können. Wer nicht krank ist, aber trotzdem in seinem Berufs- oder Privatleben unzufrieden ist und bessere Ergebnisse erzielen möchte, kann zu einem Coach gehen. Dieser Coach kann Psychologe oder Therapeut sein, doch ebenso kann das verwendete Verfahren, wie gesagt, auch exotischer Herkunft sein.

Zum Schluss noch ein kurzes Beispiel aus meiner Praxis:

Eine Privatperson sucht den richtigen Beruf. Da ich in moderner Hypnosetherapie ausgebildet bin, arbeite ich immer sowohl auf der rationalen wie auch auf der sogenannten „unbewussten“ Ebene. Das bedeutet, ich stelle Fragen so, dass der Klient in einer sehr tiefgehenden Weise mit sehr viel Zeit über meine Frage nachdenken kann. Der Klient wirkt dann, als ob er sich in einem Tagtraum befände. Währenddessen durchlebt er einen sehr kreativen Denkprozess, eine Art Suchlauf. Die Antworten auf meine Fragen halten wir dann auf Papier fest und fertigen daraus eine Struktur an. Schließlich kann der Klient genau sehen, was ihm privat und was ihm beruflich wichtig ist, was ihm im Leben besonders am Herzen liegt und wie und wo er sich verwirklichen möchte. Der Klient erhält durch dieses Gerüst Informationen, die er zwar bereits in sich trägt, die ihm aber oft entweder überhaupt nicht bewusst sind oder von denen er nicht weiß, in welcher Kombination und Priorität sie für ihn bei der Berufswahl bedeutsam sind. Ausgestattet mit dieser Information weiß er nun, welche Berufe sich mit seinen Neigungen in Deckung bringen lassen können.

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