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Wir reden davon, uns selbst zu verändern und zu transformieren, aber die meisten von uns wollen sich höchstens soweit ändern, wie es sicher und bequem bleibt. Diese Form der Veränderung gibt uns aber nicht das, wonach wir wirklich suchen. Was kann uns helfen, uns auf einer Ebene zu ändern, die wirklich zählt? Welcher Zauber kann uns vom bloßen Beobachter und Philosophen transformieren in einen aufrichtig Mitwirkenden an unserem eigenen Aufwachen?

Viele von uns fühlen sich angezogen von Spiritualität. Wir studieren und theoretisieren darüber, träumen von unseren spirituellen Zielen. Wir arbeiten fleißig an unserem persönlichen Wachstum und bemühen uns, die oder den zu verändern, der wir sind. Wir strengen uns an, uns nicht anzustrengen, wir lassen das Loslassen los, wir geben die Hingabe hin, wir meditieren, wir ändern unser Verhalten und wir akzeptieren unser Verhalten, wir versuchen zu lieben. Aber wir sind nicht wirklich glücklich, unser Leiden geht immer weiter. Fast alle Strategien, diese tiefe Unzufriedenheit zu beenden, bewirken nur eine Umstrukturierung unserer Persönlichkeit innerhalb des Systems, das der eigentliche Grund für unser Leiden ist.

Es ist, als wenn wir unser gesamtes Leben in einem Haus verbracht hätten ohne zu wissen, dass es eine Welt außerhalb gibt. Plötzlich steht dieses Haus in Flammen und wir versuchen verzweifelt uns zu retten. Wir fangen in einem Raum an, die Möbel umzuräumen und hoffen, dass das irgendwie hilft. Aber es funktioniert nicht. Dann rennen wir in den ersten Stock und verstecken uns in einem anderen Raum, in der Hoffnung, dort sicher zu sein. Aber das ganze Haus selber ist das Problem. Bevor wir also nicht die Tür finden und uns trauen das Haus zu verlassen, bleiben wir in einer Situation stecken, in der wir die Lösung bestenfalls hinausschieben.

Das Leben der Freiheit widmen

Aber schließlich passiert etwas in uns. Wir realisieren, dass nichts von dem, was wir bisher versucht haben, wirklich einen Unterschied gemacht hat und dass nichts, was wir jetzt tun könnten, uns befreien wird. An diesem Punkt angekommen kann es sein, dass wir eine tiefgreifende Verzweiflung, eine demütige Hilflosigkeit erleben. Außerdem sind wir irgendwann unser eigenes Leiden so müde, sind so gelangweilt von unserem bequemen halbwegs netten Leben, oder wir werden plötzlich inspiriert durch einen kleinen Geschmack des Göttlichen, dass wir entflammt werden von der Leidenschaft, unser Leben der Freiheit und dem Aufwachen widmen.

Workshops und Bücher, die besseren Sex, persönliche Macht und ein glücklicheres Leben anbieten, sind sehr attraktiv für spirituelle Sucher. Aber wie viele sind interessiert, die Persönlichkeitsstruktur aufzubrechen, alles hinzugeben, von dem du glaubst, dass du es bist – um die Wahrheit herauszufinden, über das, was du wirklich bist? Diese Art von Bereitwilligkeit ist gefordert, um die Veränderung zu erfahren, die wir eigentlich wollen. Wir müssen bereit sein ALLES zu opfern, um endlich nach Hause zu kommen.

Das Festhalten aufgeben

Was wir opfern müssen ist unsere Identifikation. Wir leben, als wenn wir Teile von uns heimlich vor Gott verstecken könnten. Alles, was wir „mir, mein, mich“ nennen können, ist etwas, von dem wir glauben, dass es „uns“ gehört. Wir halten fest an unserem Stolz, unserer Geschichte, Talenten, Groll, Vergangenheit, Beziehungen, unserem Leiden, unserer Freude, an Objekten und allem weiteren, das wir als „unser“ empfinden. Tatsächlich ist es aber genau dieses Gefühl von Besitztum, das uns davon abhält, frei zu sein, denn um Besitz zu haben, müssen wir als ein getrenntes Selbst existieren, das besitzt. Und dann sind wir gefangen im Kreislauf von Gewinn und Verlust, von Abneigung und Verlangen und dem daraus resultierenden Getrenntsein. Was wir besitzen, ergreift dann tatsächlich von uns Besitz, es definiert uns und schränkt deshalb unsere Ausdehnung ein. Es muss alles zurückgegeben werden! Die vielen Geschenke, die uns gegeben werden, dürfen wir mit Wertschätzung und Dankbarkeit empfangen, jedoch ohne daran festzuhalten.

Nur wenn wir realisieren, dass das, wovor wir uns fürchten, woran wir festhalten und wogegen wir Widerstand leisten, tatsächlich das Tor ist zu dem, was wir suchen, nur dann können wir endlich aufwachen in wirkliche Freiheit. Unseren tiefsten Ängsten ins Gesicht zu schauen kann mit der richtigen Technik und unterstützender Anleitung ein einfacher, leichter, untraumatischer Prozess sein. Wir werden entdecken, dass unsere Ängste wie eine Fata Morgana verschwinden, wenn wir uns ihnen stellen und sie auf bewusste Weise untersuchen. Es ist unser Suchen und Sehnen, unser brennender Wunsch nach Hause zu kommen, der uns schließlich an die Türschwelle unseres Erwachens führt. Und da können wir uns dann endlich auf einer tiefen Ebene des Vertrauens entspannen, können uns öffnen für das sich ewig ausweitende Spiel und die Freude daran, einfach Teil dieses großartigen, sich unendlich entfaltenden Universums zu sein. Das ist die Veränderung, um die es wirklich geht!


Abb.: Sinnloser Einsatz der Feuerwehr: Es geht nicht darum, die Flammen zu löschen (Gedanken und Emotionen angenehmer zu gestalten), sondern darum, das Haus zu verlassen (die Identifikation mit Gedanken und Emotionen aufzugeben).

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