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Die Krise unseres Wirtschaftssystems ist mittlerweile selbst für hartnäckige Leugner nicht mehr zu übersehen. Auch in der Wirtschaftswelt machen sich daher immer mehr Menschen Gedanken darüber, was an unserem System falsch läuft – und wie man es besser machen könnte.

Ende 2011 kontaktierte uns der System Consultant Karl Heinz Schubäus, um uns seinen Ansatz „Das Schubäus Modell“ vorzustellen. Er fordert, endlich auch ökonomisch in ganzheitlichen Zusammenhängen zu denken.

 

Sie identifizieren das Kern-Problem derzeitiger Systeme – sei es das Finanzsystem, ein Land oder eine Firma – als das, was sie als die „Irrlehren Descartes“ bezeichnen. Können sie kurz erläutern, welcher zentrale Irrtum hier vorliegt?

Schubäus: Obwohl René Descartes (1596 bis 1650) ebenso wie wir heute in einer Welt dynamischer Abhängigkeiten und Beziehungsmuster leb(t)e, entwickelte er die Methode des analytischen Denkens, bei der komplexe Systeme in einzelne Teile zerlegt werden, um das Verhalten des Ganzen aus den Eigenschaften seiner Teile zu verstehen.

Für Descartes bestand das materielle Universum aus einer Maschine, die sich nur dann vollständig verstehen ließ, wenn man sie im Hinblick auf ihre kleinsten Teile untersuchte. Die „Weltmaschine“ wurde seinerzeit zur beherrschenden Metapher einer wissenschaftlichen Revolution, mit der sich die Welt in der wir leben, bequem eingerichtet hat. Dieses Bild hat etwas Sicht- und Spürbares, an dem sich unsere Sinne orientieren und festhalten können. Was wir jedoch brauchen, sind dynamisch vernetzte Beziehungsmuster und wechselseitige Abhängigkeiten. Nur, die sind unsichtbar, an denen können sich westliche Individuen nicht orientieren.

[…] (Auslassungen können im pdf eingesehen werden)

Die Ursache allen Leidens ist Klammern oder Greifen. Aufgrund dieser Begriffe unterteilen wir die wahrgenommene Welt in individuelle, einzelne Dinge und beschränken somit die fließenden Formen der Realität auf fixierte Kategorien, die der Verstand erschaffen hat.

Klammern wir uns an Dinge, die wir als fest und beständig sehen, die in Wirklichkeit aber ewig wechselnde Übergänge sind, so sind wir in einem Circulus vitiosus gefangen, wo jede Handlung weitere Handlungen erzeugt (Scheinwelten) und die Antwort auf jede Frage neue Fragen stellt.

Mit vielen Wissenschaftler bin ich der Meinung: Durch den Wechsel vom mechanistischen (Descartes) zum systemischen Denken (Realität) in der Wissenschaft haben sich die Beziehungen zwischen Teilen und dem Ganzen umgekehrt.

Während die kartesianische Wissenschaft der Ansicht war, dass in jedem komplexen System das Verhalten des Ganzen anhand der Eigenschaften seiner Teile analysiert werden könne, vertritt die Systemwissenschaft, dass lebende Systeme nicht durch Analysen verstanden werden können, denn, die Eigenschaften der Teile sind keine ihnen selbst innewohnenden Eigenschaften, sondern lassen sich nur im Kontext des größeren Ganzen verstehen. Die moderne Wissenschaft versucht zwar Zersplitterungen zu überwinden und zur Einheit zurückzukehren, bisher jedoch ohne Erfolg.

 

Welche Probleme ergeben sich allgemein aus so einem Denken und wie beeinflusst es unsere Kultur und unser Denken?

Schubäus: Die Frage ist leicht beantwortet, wir erleben es jeden Tag und glauben immer noch: Das sei normal und nicht zu ändern.

Jede Handlung und jedes Denkmuster, bei Menschen, in Unternehmen, Branchen, Institutionen, Ländern und Staaten ist zu jeder Zeit ausschließlich darauf ausgerichtet: Wie erreiche (n) ich (oder wir) das Beste aus der jeweiligen Situation für mich.
Jeder denkt erst einmal an sich selbst. Gründe, warum Reformvorhaben immer nur in Reförmchen enden und dann zu weiteren, nie endenden Problemen führen.

Ganz gleich, ob es sich um die Familie, Unternehmen, unterschiedliche Dienstleister, Staaten oder G20 Konferenzen handelt.
Es geht nicht darum, was die Beteiligten zur eigentlichen Problemlösung beitragen können, um das Ganze: Die Familie, das Unternehmen, die Wirtschaft und die Welt friedlicher und harmonischer zu gestalten.

[…]

Um noch eine größere philosophische Perspektive zu öffnen: Betrachten wir unsere Wissenschaft, so zeigt sich hier der gleiche Ansatz. Verstanden werden soll die Welt immer aus Einzelteilen, seien es nun Atome oder Gene, wobei das Ganze aus dem Blick gerät. Spirituelle Menschen und indigene Völker, aber auch Denker wie Goethe hatten hier einen ganz anderen Ansatz.
Wie denken Sie, wird sich das Begreifen der Vernetztheit allen Lebens und Geschehens auf unser Denken und unsere Beziehung zur Welt auswirken?

Schubäus: Betrachtet man die Entwicklung konventionellen Lernens bis hin zur fachorientierten Promotion, fällt auf, dass wir immer nur über Fakten: Zellen, Dampfdruck, Erdanziehung, Bäume und Burnout, jedoch nichts über synergetische Zusammenhänge, vernetzte Beziehungsmuster und wechselseitige Abhängigkeiten zwischen den Fakten lernen.

Wir lernen nichts über Gemeinschaften und den damit verbundenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten, obwohl wir von Natur aus – wie die Praxis realisierter Neuordnungsprojekte in der Wirtschaft zeigen – auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen sind.

In seinem Buch „Lernen“ zitiert Manfred Spitzer zum Thema: „Eine Gemeinschaft ist dann stabil, wenn sie so organisiert ist, dass jeder Einzelne das für sich tun will und auch tut, was auch der Gemeinschaft die ihn trägt, dient und erhält. Es ist an der Zeit, dass wir die Regeln unseres Gemeinwesen hinterfragen und gegebenenfalls nachbessern.“

Was verstehen wir unter Hinterfragen und Nachbessern? Wer soll das tun und was kommt dabei heraus? Wissenschaftler ebenso wie konventionelle Berater, Unternehmer und der IT-Bereich Anwendersoftware sind bisher, dazu nicht in der Lage.

[…]

Wir brauchen ein anderes Schulsystem: Weg vom Teilchendenken kartesianischer Prägung, hin zum Denken in Zusammenhängen, synergetischen Beziehungsmustern, vernetzten Wirkmechanismen und wechselseitigen Abhängigkeiten.

Das Unbehagen der Studenten und Wissenschaftler wächst angesichts des bestehenden Wissenschaftsbetriebes und seiner oft fehlenden Sinngebung ständig und die Stimmen, die mit ihrer bisherigen Rolle nicht mehr zufrieden sind, mehren sich.

[…]

Aber der zwingend erforderlichen Änderung unseres Denkens und Handelns steht ein ungeheuerer Ballast an Tradition, Tabus, Lehrmeinungen und Dogmen gegenüber. Denkweisen, die von Generation zu Generation als unverrückbare Wahrheiten weitergeben und somit unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung maßgeblich beeinflussen.

Solange wir unsere Lehrmethoden nicht ändern, sind wir nicht in der Lage, Änderungen und Anpassungen veralteter Lebensgewohnheiten und wirtschaftlicher Strukturen auch nur ansatzweise zu denken, geschweige denn zu realisieren.

 

Warum das?

Vester dazu: „Auch die Bildungsreformen der Neuzeit gehen an der Tatsache vorbei. Was unsere Kinder eigentlich lernen müssten, wird ihnen vorenthalten und das, was sie nicht brauchen, wird ihnen eingeimpft. Die Ausgebildeten werden von unseren Schulen und Hochschulen zu einem Zeitpunkt in die Praxis entlassen, an dem der Lehrstoff zum größten Teil schon wieder überholt ist.
Die dadurch bedingte Verschulung und Entfremdung von der realen Welt lässt zudem Studenten bis weit in das Erwachsenenalter unselbstständig und frustriert, dass sie nicht annähernd auf sie zukommenden Aufgaben gewachsen sind.

Es ist daher ein Unding zu glauben, dass sich die Erkenntnisse unserer Welt und eine vernünftige Handhabung unserer Mittel, lediglich mit ein paar Neuronen unseres kognitiven (auf Erkenntnissen beruhend) Gehirnbereiches bewerkstelligen ließe. Sie kann es nicht und sie darf es nicht.

[…]

Mit dieser Erkenntnis zu beginnen ist weit besser, als so wie bisher weiter zu machen, denn auf diese Weise lösen sich mehr als 70 % aller Problemfälle von selbst auf. Sinnvolle Veränderungen können nicht von außen diktiert werden, sondern ausschließlich von innen, mit der individuellen Optimierung und Neustrukturierung von Teilsystemen erfolgen. Nur so entstehen Leitbilder im Kontext des jeweils größeren Ganzen.

[…]

Und Werner Heisenberg geht zwar einen Schritt weiter, formuliert jedoch adäquat: „Die Welt (das Unternehmen) erscheint in dieser Weise als kompliziertes Gewebe von Vorgängen (Prozessen), in dem sehr verschiedenartige Verknüpfungen (Funktionsbereiche) sich abwechseln, überschneiden und zusammenwirken und in dieser Weise schließlich die Struktur des ganzen Gewebes (die Wirksamkeit des Unternehmens) bestimmen“.

Nur solange Wissenschaftler die Problematik auf konventionelle Weise zu lösen versuchen kommen sie zwar an das Geschehen näher heran, es bleibt aber Stück- und Flickwerk. Ganz anders in dynamisch vernetzten Beziehungsmustern, hier lösen sich die Konfliktpotenziale in neugeordneten Systemen selbstregelnd auf.

Während in den letzten Jahrzehnten die Netzwerkperspektive vor allem in der Ökologie an Stellenwert zunahm, können sich Organisationswissenschaftler mit dem Gedankengut bisher nicht anfreunden.

Wissenschaftler ebenso wie Praktiker stellen sich kleine Systeme, die innerhalb größerer Systeme nisten, immer noch als hierarchisches Schema oder als Pyramide vor. Sie wollen nicht wahrhaben, dass es weder in der Natur noch in liberalen Organisationsformen kein „oben“ und „untern“ und auch keine „Hierarchien“ gibt.

Ebenso wie in der Natur, gibt es auch im Gedankengut ganzheitlicher Neuordnungen nur kleinere Netzwerke, die in größeren Netzwerken nisten. Wenn das verstanden wird, sind wir den entscheidenden Schritt in eine neue Normalität näher, den wir brauchen, um Komplexität in Einfachheit, Unübersichtlichkeit in Überschaubarkeit, Behinderungen in Fließen, Feinde in Freunde, Frust in Freude und Ängste in Ausgewogenheit umzuwandeln.

 

Geht das?

Es geht. Ich habe es vierzig Jahre erlebt, wie sich Menschen an ihnen genehme Systeme anpassen. Systeme, an deren Neuorientierung sie selbst konstruktiv mitgewirkt haben. Wie sich Mitarbeiter dabei grundlegend verändern, nämlich dann, wenn sie das System erhalten und das System sie erhält.

[…]

Optimiert und verändert man ein System, passen sich alle Mitarbeiter schon aus dem Grunde an, weil sie der Meinung sind: „Da haben wir eigentlich schon immer so gewollt, nur haben wir es immer schon von der falschen Seite zu lösen versucht.“ Was vor der Neuordnung allen Beteiligten komplex und unüberschaubar erschien, erfolgte nach der Neuordnung spielend und mühelos.

Und nicht nur das: Optimal funktionierende Systeme sind als Netzknoten unverzichtbare Bestandteile und Leitbilder mit Sogwirkung auf das jeweils größere Ganze und mit der Einbeziehung der unmittelbar Beteiligten in die Projektarbeit wachsen mit jedem erreichten Teilziel Interesse, Spannung und Empfindungen an etwas Entscheidendem beteiligt zu sein.

 

Begriffe wie Ganzheitlichkeit wirken in Zusammenhang mit Wirtschaft beinahe fremd. Was genau meinen sie damit in diesem Zusammenhang? Wie verwirklicht es sich in einem Unternehmen? Wie berührt es den Mitarbeiter?

Schubäus: Betriebliche Eigeninitiativen und konventionelle Beratungen beseitigen Mängel, Engpässe, Behinderungen und Fehlverhalten ausschließlich dort, wo sie als Symptome wahrgenommen werden. Das heißt, wo Mängel offensichtlich zu Tage treten, werden sie auch beseitigt. Auf diese Weise beschäftigen sich die Beteiligten immer nur mit den Symptomen, dem Sicht-, Erkenn- und Wahrnehmbaren und nicht mit den eigentlichen Ursachen und Verursachern, den nicht sichtbaren Beziehungsmustern, Zusammenhängen, Informationen und wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den Prozess- und Funktionsstrukturen.

Was und wie wir denken und handeln, ist immer nur das Ergebnis unserer einseitigen Bildung und Ausbildung: dem Denken in Dingen und Teilen und nicht in Zusammenhängen, Synergien, vernetzten Systemen, Symbiosen und Beziehungsmustern.

Wie in der Natur und im menschlichen Körper, hängt auch in den Unternehmen alles mit allem zusammen, ist alles mit allem verbunden oder vernetzt. Alle sind aufeinander angewiesen, denn ohne den oder die anderen geht gar nichts. Nur wer dies versteht, sieht die Ursachen, nicht nur ihre Symptome und kann auch Lösungen finden.

[…]

Ein Küchenmöbelhersteller schrieb mir einmal dazu: „Jetzt habe ich alle Messen besucht, Vorträge angehört und Vertreter hier gehabt – ich kann nicht erkennen, wie unsere Probleme durch Informationstechnik allein gelöst werden sollen. Nachdem sie (Schubäus) mir das Prinzip ganzheitlicher Neuordnungen erklärt haben, sehe ich unsere Probleme so gut wie gelöst.“

[…]

Wenn ein Externer mit seiner Arbeit zur Neuordnung eines Unternehmens beginnt, steht er zwischen dem bisherigen Leidensdruck der Arbeitnehmer und den ausgestandenen Demütigungen, den nutzlosen Experimenten und fehlenden Lösungsmustern und einer für alle Beteiligten befreienden Neuordnung.

Herrschten vor der Neuordnung Resignation, Auswegs- und Hoffnungslosigkeit, verflüchtigen sich derartige Negativempfindungen bereits während der Neustrukturierung, durch Einbeziehung betriebsinterner Mitarbeiter. Sie erleben im ihrem unmittelbaren Umfeld, wie sich erste Teilsysteme und Prozesse verbessern und vom Ballast befreit, neue, dynamisch vernetzte Beziehungen eingehen.

Mitarbeiter, die an etwas mitwirken, von dem sie möglicherweise immer schon träumten und vor ihren Augen wahr wird. Sie sprechen darüber mit ihren Kollegen, und erreichen Akzeptanzen um Widerstände und Misstrauen abzubauen. Sie fühlen sich einbezogen in entscheidende Veränderungen. Sie sind wieder Mensch in einem sich auf ihre Weise verändernden Umfeld.

Geht man – wie im Fallbeispiel Möbelgroßhandel – davon aus, dass die tägliche Möbelauslieferung in 2 Schichten mit einem Leistungsgrad von 27% = 480 m3 betrug, wird deutlich, unter welch ungeheuerem Dauerstress alle beteiligten Mitarbeiter standen, die gut und gerne weit mehr ausgeliefert hätten, wenn das chaotische System nicht daran gehindert hätte.

Nach der Neuordnung des Unternehmens – an der die Mitarbeiter in entscheidenden Phasen operativ mitwirkten – erhöhte sich das Auslieferungsvolumen in einer Schicht auf 1.420 m3. Der Leistungsgrad stieg auf den Normalwert von 81%.

Für Außenstehende erstaunlich – alles das, was üblicherweise krank macht: Frust, Leistungsdruck, be- und verhindert, scheinbar träge und faul zu sein, wandelten sich durch grundlegend veränderte Ordnungsprinzipien, Normalisierung des Systems als Ganzes und Anpassung der Mitarbeiterstrukturen an die neuen, dynamischen vernetzten Beziehungsmuster in Leichtigkeit, Einfachheit, Freude an der Arbeit, Motivation, Gemeinschaftsgefühl (jeder einzelne ist Teil der Gemeinschaft) und Hilfsbereitschaft um.

Unter diesen Voraussetzungen lässt es sich besser leben: im Umfeld des Unternehmens, in der Familie und in der Gesellschaft.

[…]

Was genau ist das Schubäus Modell?

Schubäus: Das Schubäus Modell (SM) befasst sich mit der Thematik ganzheitlichen Denkens und Handelns aus der Sicht

fehlender politischer Rahmenbedingungen,
dem unzureichenden Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse,
dem fehlenden kollektiven Interesse an der Neuorientierung unserer Lern- und Ausbildungskultur
und den mangelnden Voraussetzungen zur Neuordnung der Unternehmen an die Zeichen der Zeit.

[…]

Die heute vorliegende Form des Schubäus Modells, der Dokumentation meines vierzigjährigen Erfahrungswissens als Beratergeneralist, Interimsmanager und System Consultant, den ergänzenden Recherchen wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Vernetzung von erlebter Praxis und recherchierter Theorien ist ein ebenso umfassendes als auch tiefgreifendes Lehrbuch für eine neue Art interdisziplinär orientierter System Consultants für Ereignisse, in die wir unumkehrbar eingebunden sind.

Für Veränderungen der Märkte, denen sich Politik, Gesellschaft und Wirtschaft mit konventionellen Denk- und Verhaltensmustern nicht anpassen kann. Noch fehlt uns das Verständnis für ein auf Gemeinsamkeiten beruhendes, friedlicheres, effizienteres und synergetisch wirksames Zusammenwirken auf der Basis dynamisch vernetzter Beziehungsmuster.

Noch fehlen uns die Bezüge den wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Systemen, Menschen, Prozessen, Funktionen, Informationen, synergetischen, kybernetischen, symbiotischen und kausalen Wirkmechanismen und Zusammenhängen, dem Denken und Handeln in überschaubarem und friedlichem Miteinander.

[…]

Wir fragen, warum

erzeugen konventionelle Berater weit mehr Konflikte als sinnvolle Strukturen?
eignen sich die oft richtigen, jedoch unausgereiften wissenschaftlichen Theorien nur seltenen den praktischen Anforderungen?
beeinflussen die kartesianischen Irrlehren unser Denken und schaffen unüberwindlichen Hemmnissen zwischen Ausbildungsmustern und wirtschaftlichen Anforderungen?
verhindern lobbyistische Strukturen sinnvolles und effektives Denken und Handeln?
erzeugen informationstechnologische Systeme oft kostspielige, nicht endende Experimente in den Unternehmen?
werden Unternehmen mit Frust, Unlust, Demotivationen, Unzufriedenheit und Burnout – Syndromen nicht fertig?
arrangieren sich Unternehmen mit Mängeln, Pannen und Unzulänglichkeiten, obwohl sie längst wissen, dass es Lösungen zur Neugestaltung gibt?
können die bestehenden Probleme in Eigenregie nicht gelöst werden? und
warum glauben alle, das Bestehende sei für die Ewigkeit bestimmt?

[…]

Das SM geht aufgrund jahrzehntelanger Erfahrungen und wissenschaftlicher Recherchen davon aus, dass ganzheitliche Denkmuster auf den Aktivitäten beider Gehirnhälftenberuhen, dem linksseitigen und dem kreativen Denken in Zusammenhängen, dem bildlichem Denken, dem Erkennen und verändern von Strukturen, Beziehungsmustern und synergetischen Wirkzusammenhängen.

Basierend auf kosmischen und natürlichen Gesetzen: den dynamisch vernetzten Beziehungsmustern, wechselseitigen Abhängigkeiten, synergetischen, kybernetischen, symbiotischen und kausalen Wirkmechanismen.

Wissenschaftler gehen davon aus, (und ich schließe mich aufgrund meiner Untersuchungen den Erkenntnissen an) dass zwischen natürlichen und von Menschen geschaffenen Netzwerken nur marginale Unterschiede bestehen.

Ich gehe davon aus, dass Unternehmen als Teilsystem im Kontext des jeweils größeren Ganzen sich ebenso verhalten, wie die Erde als Mikrokosmos zur Gesamtheit des Kosmos.

So gehe ich davon aus, das synergetisch, sorgsam vernetzte Teilsysteme im Unternehmen ein reibungsloses Funktionieren aller Teilsysteme innerhalb des größeren Ganzen – dem Unternehmen – sicherstellen. Von Daten zu Datenstrukturen, Informationen zu Informationsstrukturen, Prozessen zu Prozessstrukturen, Funktionen zu Funktionsstrukturen, Abteilungen zu Funktionsbereichen und alles in Harmonie zum größeren Ganzen, dem Unternehmen in seiner Zweck- und Zielbestimmung.

Ganzheitlich neu geordnete Unternehmen existieren seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Branchen und Größenordnungen. Sie haben in diesen Zeiträumen manche Stürme und Widrigkeiten überstanden, mit jeder technologischen Innovation Schritt gehalten und dabei nichts von ihrer Solidität eingebüßt.

Im Vergleich dazu stellt der Stoffwechsel beim Menschen, kontinuierlich, komplexe und hoch organisierte Aktivitäten dar. Es kommt dabei zu tausenden chemischer Reaktionen, die alle gleichzeitig stattfinden, um Nährstoffe in Zellen umzuwandeln, ihre Strukturen synthetisch (Verbindung von Teilen zu einem Ganzen) aufzubauen und ihre Abfallprodukte zu beseitigen.

Wobei sich biologische und kosmische Phänomene weitgehend durch Selbstregelmechanismen erhalten und erneuern. Wirtschaftliche Gebilde sind zur Erhaltung und Neugestaltung ihrer Funktion vom Menschen abhängig und das führt, wie bereits beschrieben, zu erheblichen Konflikten und Ungereimtheiten.

Diese zu beseitigen und sinnvolle Lösungen zur Bewältigung immer heftiger werdender Krisen und damit verbundener Konflikte zu realisieren, das will ich mit dem SM erreichen.

[…]

 

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Über den Autor

Avatar of Karl Heinz Schubäus

geboren 1928 in Wuppertal geboren und seit 1956 als Beratergeneralist mit interdisziplinärer Ausbildung tätig. Über die letzten 15 Jahre hat er aus seiner praktischen Erfahrung das Schubäus-Modell entwickelt, welches Lösungsmuster zur ganzheitlichen Neuordnung ökonomischer Systeme zur Verfügung stellt, sowie Vorgaben für zeitgemäße Ausbildungsmuster.

3 Responses

  1. René Prior

    Der Artikel gefällt mir.

    Wenn jeder Mensch bei sich selbst beginnt, dann sind ganzheitliche Lösungen jederzeit möglich.

    Dies sind meine Praxiserfahrungen aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Wirtschaft.

    Beste Grüße

    Antworten
  2. WellenbeobachterHH

    Ein sehr interessanter Artikel! Vielen Dank!

    Dennoch fehlt etwas. Man kann das Gedankenkonstrukt mit Fragen erweitern, die das deutlich werden lassen – beispielsweise hinsichtlich des Zitats:

    „Eine Gemeinschaft ist dann stabil, wenn sie so organisiert ist, dass jeder Einzelne das für sich tun will und auch tut, was auch der Gemeinschaft die ihn trägt, dient und erhält.“

    Stimmt natürlich. Aber dennoch dazu die Frage: Tun das in einer Sklavenhaltergesellschaft die Protagonisten nicht auch? Der Sklave, in dem er brav mitspielt und nicht versucht des nachts zu flüchten, sondern genährt von der Hoffnung eines fernen Tages doch in Freiheit entlassen zu werden? Der Sklavenbesitzer, in dem er dem Händler einen angemessenen Marktpreis für seine Haussklaven bezahlt und notfalls die Peitsche rausholt, um seinen Machtanspruch auch durchzusetzen?

    Das ließe sich analog auf jede gesellschaftliche Form anwenden lassen.

    Der Ausgangsartikel spart die zentrale Frage nach dem Charakter von gesellschaftlichen Systemen nämlich komplett aus. Warum?

    Damit mogelt sich der Autor leider ein Stück weit um das eigentliche Hauptproblem herum.

    Es kommt nämlich nicht allein darauf an, ob z.B. die Gesellschaft oder Konstitution „lebender Systeme“ in sich selbst reibungslos und „richtig vernetzt“ im Sinne des Großen und Ganzen funktioniert (analog gültig für den Kapitalismus usw.), sondern welchen Zweck sie erfüllt und wie sie meint das zu erreichen. Selbst eine im ganzheitlich Sinn noch unperfekte, in sich selbst unzureichend organisierte Gesellschaft kann hingegen sehr positiv, friedliebend und erfolgreich sein, wenn ihr Grundcharakter stimmt.

    Was ist damit???

    Die Ausgangsforderungen von Ganzheitlichkeit sind genau genommen so nichtssagend, die können sich der Feudalismus, der Kapitalismus, ja selbst ein faschistisches Herrschaftssystem – ohne weiteres zu eigen machen. Das mindert zwar nicht die Allgemeingültigkeit des Artikels und der zentralen Aussagen. Damit allein wird dieser Ansatz aber leider komplett anschlussfähig an den neoliberalen Diskurs und jedes beliebige Herrschafts- und Ausbeutersystem.

    Das ist dann alles nur eine Interpretationsfrage. An den entscheidenden Stellen ist der Text zu unkonkret, z.B. bezüglich was mit „fixierte Kategorien“ denn gemeint sein könnte… Es spricht nämlich rein gar nichts dagegen, Kategorien als bewusstseinsmäßige Reflexionsmuster zu nutzen. Es kommt vielmehr (zunächst) darauf an, ob diese Kategorien die Realität auch widerspiegeln und wie sie das tun, mit welcher Intension. Erst dann ist schrittweise eine Evolution des Bewusstseins durch neue Kategorien mit höherem Abstraktionsniveau zu beobachten, oder?

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  3. Martin Bartonitz

    Ja, das damalige Denken war abgeleitet zu Beginn der Industriellen Revolution. Unsere heutige vernetzte Welt zusammen mit der Erkenntnis der Quantentheorie, dass alles miteinander zusammenhängt muss zwangsläufig dazu führen, nicht nur auf die eine Stelle zu schauen, wo das Problem sichtbar wird.
    Aber wenn wir so denken, dann dürfen wir nicht nur eine Organisation anschauen, auch nicht nur eine Region oder Land, dann müssen wir uns mit der ganzen Welt beschäftigen.
    Die Finanzkrise ist da ein schönes Beispiel. Was nützt es, nur die Banken zu retten, wenn dabei alles andere den Bach runtergeht? Es wird doch immer offensichtlicher, dass hier nicht nur an einer Stellschraube zu korrigieren ist!
    Wo bleiben die ganzheitlich denkenden Politiker und Experten?

    Ich hatte auf meinem Blog auch noch einen Text von Herrn Schubäus eingestellt, denn ich als wichtig empfand: http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2012/ganzheitliches-denken-und-handeln-in-oekonomischen-systemen.html

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