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Verbindung ist die wahre Natur und Essenz ­unseres Wesens. Wird sie – meist durch eine emotionale Verletzung – gestört, entwickeln wir einen immer stärkeren Wunsch nach Unabhängigkeit, um die Verletzung nicht wieder zu ­erleben. Chuck Spezzano verrät im Interview mit Alexandra Clara Giray, wie wir die ­Verbindung zum Leben zurückgewinnen.

 

Giray: Wie können wir in Verbindung sein und was ist die Grundlage für eine wahrhaft tiefe Verbindung?
Spezzano: Bonding, unsere natürliche und erfüllte Sehnsucht nach Verbindung mit dem Leben, mit den Mitmenschen und mit uns selbst, ist das Herz eines glücklichen Lebens. Wo wir Verbindung in unserem Leben spüren, erleben wir Liebe, Erfolg und Leichtigkeit. Wenn wir sie vermissen, dann existieren Bereiche in unserem Leben, in denen wir uns abgetrennt haben.

Bonding an sich ist einfach, es ist ein Geben und Nehmen zwischen Menschen, es entsteht ein Fluss, du fühlst dich gut mit dir selbst. Es ist authentisch. Du bist in Frieden und hast das Gefühl, nützlich zu sein. Es ist mühelos.

Was viele Menschen nicht wissen: Wenn wir verletzt, wenn wir zum Opfer wurden, wenn jemand das Bonding mit uns gebrochen hat, dann haben wir uns entschieden, uns von dieser Erfahrung abzutrennen, weil sie zu schmerzhaft für uns war. Wir haben damit versucht, Kontrolle zu erlangen, die Dinge so zu gestalten, wie wir sie haben wollten. Wir haben an diesem Punkt Unabhängigkeit über Verbindung gestellt. Unabhängigkeit ist in diesem Sinne nichts Natürliches, sondern eine Rolle. Sie hat nichts mit Frieden zu tun, sondern führt uns in die Trennung vom Leben. Wenn wir die Verbindung zum Leben verloren haben, dann ist es vom Konkurrenzdenken bestimmt. Wir finden uns in zerstörerischen Mustern von Überlegenheit, Herrschsucht und Unterwerfung wieder, die Liebe, Glück und erfüllende Beziehungen unmöglich machen.

Wie können wir diese Verbindung wieder herstellen?
Wir müssen über das Ego hinausgehen und erkennen: „Es geht nicht immer nur um mich, aber es ist auch entscheidend, mich mit einzubringen.“ Denn wenn wir uns getrennt fühlen, dann auch darum, weil wir uns nicht ins Leben einbringen. Man kann auch sagen: In dem Maße, in dem wir uns getrennt fühlen, mangelt es uns an Selbstliebe. Trennung, Unabhängigkeit hat ja auch zur Folge, dass wir uns nicht annehmen können, dass wir von uns getrennt sind – und so wird unser Leben zur Last. Der Schlüssel für Frieden, Liebe und Leichtigkeit ist das Bonding, der Wille, zugunsten der natürlichen Verbindung die Rolle der Unabhängigkeit, den Versuch, das Leben kontrollieren zu können, aufzugeben. Dabei gibt es ein großes Hindernis: Uns ist meist nicht klar, dass wir unterschiedliche Anteile in uns haben, die auch Unterschiedliches wollen. Viele Menschen sagen: „Ja klar, ich will einen Partner.“ Aber was sie nicht realisieren, ist, dass es einen Teil in ihnen gibt, der keinen Partner will. Es ist ein unbewusster Teil, aber es ist der Teil, der die Macht hat. Haben wir das erkannt, dann ist es unsere Aufgabe, diesen Teil unseres Geistes kennen zu lernen und herauszufinden, wovor er Angst hat: Was glaubt dieser Teil verlieren zu können? Es ist unsere Entscheidung, Licht in das Dunkel zu bringen, denn das Ego kann uns nur so lange unter Kontrolle halten, wie wir der Rolle der Unabhängigkeit mehr Bedeutung geben als unserem Verlangen nach Verbindung und Liebe. Oft wollen wir dort auch den „Deckel draufhalten“, denn gerade da, wo viel Angst ist, liegt eine schmerzhafte Erfahrung verschüttet. Hier können wir durch einfache Übungen der Vergebung einen Wandel ­bewirken und erleben, dass unter der Angst die Liebe strahlt, die Verbindung.

Was kann mich noch auf diesem „Rückweg“ zur Verbindung unterstützen?
Was die Entscheidung für das Anschauen der Angst erleichtert, ist die Erkenntnis, dass Angst in Wahrheit ein Selbst­angriff ist. Wenn wir Angst haben, ist das ein Selbstangriff, weil wir uns damit noch weiter von der Wahrheit entfernen, dass wir immer verbunden und getragen sind. Wenn du also erkennst, dass du dich selbst angreifst, dann kannst du dich fragen: Will ich mich weiter angreifen oder wähle ich die Wahrheit, die Liebe? Wenn du siehst, dass du deine Kinder, Freunde und Partner nicht angreifen willst, dann kommst du in einen Zustand, den ich gerne emotionale Intelligenz oder auch Verantwortung nenne. Viele Menschen wissen nicht mal über die Ursache ihrer Emotionen Bescheid. Sie laufen durch die Welt und machen andere für ihre Gefühle verantwortlich. Aber wenn du erkennst, dass du durch deine Fehlinterpretationen, Reaktionen und Urteile ein bestimmtes Gefühl selbst erschaffen hast, dann ermächtigt dich das. „Wow, diese Angst, dieses gebrochene Herz, diese Schuld war mein Fehler, ich kann ihn korrigieren.“ Dann können wir aufhören, unsere Emotionen als Waffen einzusetzen. Statt dessen nehmen wir sie als Indikator für die Bereiche, die noch der Heilung bedürfen. Jeder Schritt in diese Selbstverantwortung lädt mehr Glück, Lebensfreude und Liebe in unser Leben ein.


Abb: © Svetlana Fedoseeva – Fotolia.com

Abendseminar mit Dr. Chuck Spezzano am 18.4., 19-22 Uhr

Ort: Kalkscheune, ­Johannisstr. 2, 10117 Berlin

Drei-Tagesseminar am 19.-21.4., Beginn am 19.4. um 13 Uhr
Ort: GLS Sprachenschule, Kastanienallee 82, 10435 Berlin

Infos und Anm. bei Joyful Events unter Tel.: 030-40 50 49 16 

www.joyfulevents.de

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