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Angelika Obst bietet etwas für Berlin und die heutige Zeit geradezu Sensationelles an: Wer zu ihr als Heilerin kommt, hinterlegt 100 Euro als Bezahlung, die nur in ihren Besitz übergehen, wenn man sich selbst als geheilt ansieht. Jörg Engelsing wollte mehr wissen.

 

Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Einfach darum, weil Jesus umsonst geheilt hat. Er hatte allerdings in der Hinterhand den Zimmermannsbetrieb seiner Familie und auch „Sponsoren“ wie Maria Magdalena, die eine reiche Frau war. In Ermangelung eigener finanzieller Ressourcen und eines Mäzens musste ich mir überlegen, wie ich diesen Gedanken freier Heilung für mich modifizieren konnte, und kam dann auf die Idee einer Honorierung auf Erfolgsbasis. Zudem habe ich gemerkt, dass ich mich unwohl damit gefühlt habe, wenn die Klienten mir von vorneherein Geld geben müssen. Ich fühlte mich durch das Geld unter den Druck gesetzt, unbedingt erfolgreich sein zu müssen. So, wie es jetzt organisiert ist, nimmt es mir den Druck und dem Klienten die unbedingte Erwartungshaltung.

Sie sind anscheinend sehr überzeugt, den Menschen helfen zu können, sonst wäre Ihr Angebot ja Ihr Ruin. Woher nehmen Sie diese Gewissheit?
Eine Gewissheit ist es nun nicht. Aber wir werden ja nicht bestraft von Gott, sondern wir bestrafen uns selbst. Im Grunde steht alles, was man über Heilung wissen muss, im Vaterunser: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Wenn wir das wirklich bis in die letzte Zelle leben würden, wären wir sofort ohne Krankheit. Krankheiten sind im Grunde immer Vorwürfe gegen einen anderen Menschen oder uns selbst, Beschuldigungen oder Selbstbeschuldigungen. Darum heilt Vergebung. Es ist einfach nicht Aufgabe des Menschen zu richten.

Worunter wir leiden, sind also demnach unsere Projektionen von Neid, Hass, Wut usw., die sich teilweise als Krankheit manifestieren.

Nicht nur teilweise. Der Mensch schöpft unablässig. Wir sind Gottes Ebenbild, das heißt, wir sind schöpfungsmächtig. Sie können gar nicht anders, als ständig irgendetwas zu erschaffen. Das ist Ihre Natur. Wenn wir an eine Tasse Tee denken, dann entsteht beispielsweise so etwas wie eine Gedankenblase, die vor uns aufsteigt. Diese Blase zerplatzt, wenn wir den nächsten Gedanken denken. Denken wir nun immer wieder dasselbe, dann zerplatzen die Blasen nicht mehr und beginnen ein Eigenleben zu führen. Und alles, was lebt, will weiter leben und wachsen und trachtet danach, noch mehr Lebensenergie zu ziehen. Wir werden von unseren eigenen Schöpfungen wie hypnotisiert, damit wir sie immer wieder denken und ihnen damit Energie zuführen. Diese Gedankenwesen oder Elementale gilt es jetzt aufzulösen – das ist ein wichtiger Aspekt von Heilung.

Worauf basiert Ihre Arbeit?
Ich habe hunderte von Büchern gelesen und mich nach Jesus‘ Spruch gerichtet: Prüfet alles und behaltet das Beste. Meine Arbeit ist in diesem Sinne eine Essenz vieler Wahrheitslehren, von der Kabbalah bis hin zu zur Bibel. Letztlich ist das alles kein Geheimnis, jeder kann es lernen, und das vermittele ich ja auch in meinen Seminaren. Die Zeit ist reif, dass diese Dinge nicht mehr Geheimwissen bleiben, sondern Gemeinwissen werden.

Gibt es Krankheiten, die Sie nicht heilen können?
Grundsätzlich nicht. Wer zu mir kommt, sollte sich aber erst einmal klar werden, ob er überhaupt geheilt werden will oder ob ihm seine Krankheit einen Gewinn verschafft, den er nicht aufgeben will. Beispielsweise kam ein Mann zu mir, der im Vorruhestand war und Rheuma hatte. Er erkannte dann im Vorgespräch, dass er gar nicht geheilt werden will, weil er dann wieder arbeiten gehen muss. Er hatte sich mit der Krankheit arrangiert, aus Angst, wieder zurück in den alten Trott des Berufslebens zu müssen.

Nehmen Sie den Menschen mit der einfachen Heilung ihrer Krankheiten nicht ein Stück Bewusstwerdungsmöglichkeit?

Nein. Genau zu dieser Bewusstwerdung wird der Klient ja bei meiner „Initiations-Therapie“ hingeführt. Dabei wird die Heilung erst möglich, wenn er den ihm bekannten Charakterfehler und Vorwurf anerkennt, ihn bereut und dafür um Vergebung und Gnade bittet oder bei einer Selbstverurteilung bereit ist, sich selbst zu vergeben.

Halten Sie die von Ihnen so genannte „Initiations-Therapie“ für eine ganz neue Heilungsmöglichkeit?
Ja, insbesondere für chronische Krankheiten, die heute oft noch als unheilbar bezeichnet werden, wie zum Beispiel Rheuma, Zustände nach Schlaganfällen und Krebs. Natürlich, viele mögen das, was ich ihnen sage, nicht hören, weil es ihr gesamtes Weltbild mit einem Mal kollabieren lassen würde. Ich habe mal eine Ärztin, die nicht mehr weiter wusste, von ihrem Rheuma geheilt. Sie zeigte sich richtig geschockt, weil es ihre ganze Existenzgrundlage in Frage gestellt hat. Deswegen setze ich auf die Kranken. Sie werden es weitererzählen, was ihnen wirklich geholfen hat. Mein Wunsch ist es, dieses Wissen in meinen Seminaren möglichst an Ärzte und Heilpraktiker weiterzugeben, andererseits sehe ich darin auch eine Art „spiritueller Hausapotheke“.

Sehen Sie in einer Art „Zahlung nach erfolgter Heilung“ die Zukunft?
Selbstverständlich wäre das ganz wundervoll. Niemand könnte einem Heiler mehr Geldschneiderei vorwerfen.


Abb.: © dinostock – Fotolia.com

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