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Forscher aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien berichten einen bedeutenden Durchbruch in der Entzifferung der Delfin-Sprache, erstmals wurde dabei auch die Natur dieser Sprache wirklich verstanden. Delfine verwenden offenbar eine „Klangbild-Sprache“, bei der direkt das akustische Muster beispielsweise eines Gegenstandes übertragen wird.

Den Forschern gelang es, die Klangbilder von acht Objekten zu identifizieren und mit den Delfinen in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren. Dabei verstanden Delfine aus zwei getrennten Forschungszentren die Worte, ein Beleg, dass Delfine eine universelle Sprache verwenden. Die ist jedoch völlig anders, als die meisten Menschen es sich wohl hätten vorstellen können.

Das Team war außerdem in der Lage, den Delfinen einfache und komplexe Sätze mit Substantiven und Verben beizubringen und enthüllten, dass Delfine neben ihrer eigenen komplexen Bildsprache auch Elemente der menschlichen Sprache verstehen können.

Die Klangbild-Sprache der Delfine

Die Forscher fanden heraus, dass Delfine Klang „sehen“ können und eine Klangbild-Sprache verwenden, die von der menschlichen Sprache sehr verschieden ist.

„Wenn ein Delfin ein Objekt mit seinem hochfrequenten Klangstrahl untersucht, die er in Form von kurzen Klicks emittiert, erzeugt er damit jeweils ein Standbild – fast wie bei einer Kamera, die ein Foto macht. Jedes Delfin-Klicken ist ein Impuls von reinem Klang, der durch die Form des Objekts moduliert wird. Mit anderen Worten: Der reflektierte Schall enthält ein semi-holografisches Abbild des Objekts. Ein Teil der reflektierten Töne nimmt der Delfin mit seinem Unterkiefer auf, von wo aus der Schall auf das anliegende Mittel- und Innenohr übertragen wird, wo das Bild erzeugt wird“, erklärt der Forscher John Stuart Reid aus England.

Indem die Delfine also in der Lage sind, direkt das Klangbild eines Objektes kommunizieren, übertragen sie quasi ein Klang-Hologramm des Gegenstandes an ihren Gesprächspartner, der es dann genauso sieht, als hätte er das Objekt selbst gesehen.

„Unser neues Modell der Delfin-Sprache ist eines, in dem Delfine nicht nur Bilder von Objekten um sie herum senden und empfangen können, sondern auch ganz neue sono-Bilder erstellen können, indem sie sich ganz einfach vorstellen, was sie kommunizieren wollen. Es ist vielleicht eine Herausforderung für uns als Menschen einen Schritt aus unseren symbolischen Denkprozessen herauszutreten, und die Welt der Delfine wirklich verstehen zu können, in der, wie wir glauben, bildliche statt symbolische Gedanken vorherrschen“, erläutert Forschungsleiter Jack Kassewitz.

Als solche sei die Delfin-Sprache der des Menschen weit überlegen:

„Unsere persönlichen Neigungen, Überzeugungen, Ideologien und Erinnerungen durchdringen und umhüllen all unsere Kommunikation, einschließlich unserer Beschreibung und das Verständnis von Dingen, die frei von Symbolen sind. Delfine hingegen, so scheint es, haben die symbolische Sprache der Menschen überwunden und stattdessen eine eigene Form von Kommunikation, jenseits des evolutionären Weges des Menschen, entwickelt. In gewissem Sinne haben wir jetzt einen „Rosetta-Stein“, der es uns ermöglichen wird, auf eine Art in ihre Welt einzutauchen, die wir uns vor einem Jahr nicht einmal hätten vorstellen können. Das alte Sprichwort ‚ein Bild sagt mehr als tausend Worte‘ hat plötzlich eine ganz neue Bedeutung.“


Die Außerirdischen unter uns

Es wird allgemein angenommen, dass die menschliche Sprachfähigkeit sich grundlegend von der anderer Arten unterscheidet und von einer viel höheren Komplexität ist. Es wird auch angenommen, dass die Entwicklung einer Lautsprache mit einer Zunahme des Hirnvolumens einhergeht. Das warf schon länger die Frage auf, warum Delfine ein Gehirn besitzen, dass in der Größe mit dem menschlichen vergleichbar ist und zudem erheblich schneller – schließlich erschafft die Natur Organe immer nach Bedarf. Die neuen Ergebnisse legen nahe, dass die Größe des Delfin-Gehirns für den Erwerb und die Nutzung ihrer sono-Bildsprache notwenig ist.

„Unsere Forschung hat eine Antwort auf eine uralte Frage von Dr. Jill Tarter vom SETI-Institut gefunden: ‚Sind wir allein?‘ Wir können diese jetzt eindeutig mit ’nein‘ beantworten. SETIs Suche nach nicht-menschlicher Intelligenz im Weltraum wurde hier auf Erden fündig – in der anmutigen Form von Delfinen.“, erläutert Kassewitz die Tragweite der Erkenntnisse.

Die Forderung, Delfine als zweite hochintelligente Spezies auf diesem Planeten anzuerkennen, denen die Rechte von menschlichen Individuen zuteil werden müssen, wurde schon nach vergangenen Einsichten in die kognitiven, emotionalen und sprachlichen Fähigkeiten der Delfine immer lauter. Es gibt kein Kriterium mehr, dass es erlauben würde, den Delfinen einen niedrigeren Status einzuräumen als den Menschen.

Die Entzifferung der Delfin-Sprache

Auf die Schliche gekommen sind die Forscher der Delfin-Sprache mithilfe des CymaScope, einem Gerät, das Schall sichtbar macht. In seinem Bestreben „delfinisch“ zu sprechen, entwarf Jack Kassewitz ein Experiment, in dem er die Delfin-Klänge aufgezeichnete, wie sie von einer Reihe von acht untergetauchten Objekten reflektiert wurden – darunter ein Kunststoff-Würfel, eine Spielzeug- Ente und ein Blumentopf. Er entdeckte, dass die reflektierten Töne tatsächlich Klangbilder enthielten. Wenn nun dem Delfin diese Klänge bei einem Identifizierungs-Spiel wieder vorgespielt wurden, war der Delfin in der Lage, die Objekte mit 86% Genauigkeit zu identifizieren – ein Nachweis, dass Delfine die Klänge wie Bilder verstehen. Kassewitz fuhr dann zu einer anderen Delfin-Anlage und spielte die Klänge einem Delfin vor, der weder die Objekte je gesehen noch die Klänge je gehört hatte – und auch dieser Delfin identifizierte die Objekte korrekt.

Als Reid den Klang der reflektierten Echo-Ortung mit Hilfe des CymaScope abbildete, wurde es zum ersten Mal möglich, die klangbildlichen Darstellungen zu sehen, die der Delfin geschaffen hatte. Die resultierenden Bilder ähneln in etwa Ultraschallbildern.

Reid: „Das bildgebende Verfahren des CymaScope ersetzt die gelartige Membran der Delfine durch eine kreisförmige Wasser-Membran und das Delfin-Gehirn durch eine Kamera. Wir bilden das sono-Bild ab, wenn es seine Abdrücke auf der Oberflächenspannung des Wassers hinterlässt. Wir glauben, dass etwas Ähnliches im Innenohr des Delfins geschieht, wo das Klangbild, das im reflektierten Klick-Impuls enthalten ist, als akustische Oberflächenwellen entlang der Basilarmembran und tectoria-Membranen reist und Prägungen in einem Bereich hinterlässt, der sich auf die Trägerfrequenz des Klicks bezieht. Wir glauben, dass wir mit unserem biocymatischen Bildgebungsverfahren ein ähnliches Bild sehen, wie das, was der Delphin sieht, wenn er ein Objekt mit seinem Schall scannt. Bei dem Blumentopf-Bild konnte man sogar die Hand der Person sehen, die ihn hielt. Unsere Bilder sind noch ziemlich unscharf, aber wir hoffen, die Technik in Zukunft zu verbessern. „

Dann könnte die Zeit kommen, in der Menschen und Delfine sich wirklich unterhalten können.

 

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Bilder

Delfin-Gruppe: Public Domain / Wikimedia

Delfin: Shawn Lea / Wikimedia

 

 

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5 Responses

  1. Juerg Rüetschi

    Ich Möchte Gerne Ihre Neusten Beiträge Abonnieren, Thema Spiritualität, Herzlichen Dank!

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  2. Bachsau
    Sprache ist aber nicht alles

    Alles schön und gut. Aber wären sie so weit entwickelt wie wir, hätten sie genau wie wir ihr Umfeld an ihre Vedürfnisse angepasst. Sie würden selber forschen und Fragen stellen.

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  3. Sabine Walczuch

    So sehr ich mich über diesen Schritt in die richtige Richtung freue, so sehr bin ich immer wieder fassungslos über die Arroganz des Menschen an sich.
    Wie kann überhaupt irgendjemand darauf kommen, dass irgendein Geschöpf, irgend ein fühlendes Weswn geringere Rechte hätte als ein Mensch oder weniger schützenswert sei,
    vom kleinen Küken auf dem Fliessband in den Fleischfabriken bis …
    …………………!
    Vor allem aber, dass, der Mensch, das Recht hätte, darüber zu urteilen, und sich selbst auch noch als Krone der Schöpfung zu bezeichnen.
    Dass Delfine uns weit überlegen sind, war mir schon als Kind klar,
    wie so viele andere Geschöpfe in ihren Bereichen.
    Allein der Mensch kennt seinen Platz in der Schöpfung nicht.
    Wie lange noch!!!

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  4. Kothen

    Bei der hochkomplexen Tonabfolge der Walgesänge hatte ich schon immer den Verdacht das hier mehr Informationen übertragen werden als es ein Mensch mit seiner Sprache tut. Ich würde daher nicht nur auf Klangbilder tipppen sondern auch auf „Abbilder“ der Umgebung, inklusive Wassertemperatur, Strömung etc. Um es mal einfach zu sagen, Menschen haben das Radio, Delfine und Wale haben das Fernsehen, in Farbe, Stereo-Surround und 3D.

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  5. Monika

    Endlich!Endlich fangen die Menschen an zu verstehen! Endlich wird den Meeresbewohnern zuteil werden was Sie schon vor Äonen erhalten haben sollten: Achtung und Würde und unseren Schutz!

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