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Mit der Generation der heute 60- bis 100-Jährigen geht langsam aber sicher die Erinnerung an Zeiten von uns, die sich die jüngere Generation kaum noch vorstellen kann. Diese Menschen haben eine bewegte Epoche erlebt: Kriege, Flucht, Hunger, Aufbau, technische und kulturelle Revolutionen in einem atemberaubenden Tempo.

Diese Lebenserfahrung ist ein Schatz, der kaum konserviert ist. Ein paar Tagebücher und Romane sind alles, was wir von dieser Zeit haben. Die Begegnung mit der Lebenswirklichkeit und den Geschichten aus vergangenen Tagen ist für uns nicht nur aus historischem Interesse wertvoll, es ist Lebenserfahrung, die uns alle direkt angeht und bereichert, die uns andere Perspektiven eröffnet.

Mit dem Projekt „Memoro – die Bank der Erinnerungen“ wird bereits seit 2007 europaweit versucht, ältere Menschen ab 65 Jahren dazu zu ermutigen, ihre Geschichten zu erzählen und auf Video festzuhalten. In Clips von etwa zehn Minuten Länge berichten die Zeitzeugen Anekdoten und Begebenheiten, Persönliches und Beobachtetes, das sich in keinem Geschichtsbuch finden lässt. Über das Internet sind diese Erinnerungen für alle Menschen abrufbar und werden so zu einer Bibliothek gelebter Erinnerung, manchmal lustig, manchmal traurig.

 

Unverfälschte, pure Botschaften aus einer anderen Zeit

Auf der Webseite des Projektes heißt es:

„Für viele von uns ist die Bedeutung dieser Erfahrungen erst im Laufe des Erwachsenwerdens klar geworden, als man angefangen hat, den echten Wert zu verstehen. Erst dann kommt es vor, dass man sich auf die Suche nach den Erfahrungen macht, die „unsere Alten“ uns zu erzählen haben, bevor sie nicht mehr auf dieser Welt sind. Wenn man sich auf die Suche macht und das Glück hat, zwischen den tausenden täglichen Verpflichtungen, die Zeit zu finden, um sich hinzusetzen und zuzuhören, dann entdeckt man eine faszinierende Welt.

Mit diesem Projekt versuchen wir, ein bisschen von diesem Zauber allen denen zur Verfügung zu stellen, die zehn Minuten Zeit dafür finden. Wir haben den Videoclip als Medium dafür ausgewählt. Es ist für uns das Medium, welches am wenigsten die Erfahrungen verändert, es bleiben so unverfälschte, pure Botschaften. Die Stimme, das Gesicht, die Mimik und Gestik gehören zu einer Person und zu ihrer Geschichte.

Wir haben das Internet als Instrument zur Übermittlung ausgesucht, da es einen flexiblen Gebrauch im Sinne der Verfügbarkeit des Inhalts und der Zugangsmodalität erlaubt. Jeder hat die Möglichkeit, zur Erschaffung neuer Inhalte beizutragen und es ist leicht, einen neuen thematischen Verlauf zu schaffen. Nicht zuletzt ist das Internet das Medium der jungen Generation, also von denen, die am ehesten die Empfänger dieser Erinnerungen und die Wächter dieser Erfahrungen sein sollten.“

Hier geht es zu Memoro.

 

Memoro

 

 

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2 Responses

  1. Vacano

    Hallo, Herr Schulz, ich hätte viele spannende Geschichten aus der
    Nachkriegszeit und später.
    Würde mich über einen Kontakt freuen.

    Mit herzlichen Grüßen Ihr Joachim Vacano

    PS Nur filmen kann ich nicht, habe keine Videokamera

    Antworten
  2. Nikolai Schulz

    Besten Dank für die Veröffentlichung sagt Memoro – Die Bank der Erinnerungen e.V. (gemeinnützig) aus München!

    Wir suchen natürlich weiterhin Erzähler, nun ab 65 Jahren. Gerne auch Schüler oder Schulklassen, die ihre Großeltern filmen und die Clips dann hochladen.

    Oder gar Firmen, die Interesse an einer Sonderseite für ehemalige Mitarbeiter hätten, im Sinne der Coroporate Social Responsability! Weitere Projekte für Stiftungen etc. sind durchaus denkbar!

    Bei Fragen bitte: 089-95455453 oder per Mail an Nikolai.Schulz@memoro.org!
    Danke und frohe Feiertage!

    Antworten

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