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Link: Interview mit Max Schön (Club of Rome)

In seinem Interview mit der Zeit, gibt Max Schön, Unternehmer und Chef des Club of Rome in Deutschland, einige gute Ansichten zum Besten. Der Club of Rome hatte bereits 1972 mit seiner bahnbrechenden Publikation „Die Grenzen des Wachstums“ darauf aufmerksam gemacht, dass unser auf exponentiellem Wachstum basierendes Wirtschaftssystem wenig realistisch ist und unweigerlich zum Zusammenbruch des globalen wirtschaftlichen und ökologischen Systems führen muss, wenn nicht durch massive Änderungen auf einen Gleichgewichtszustand hingearbeitet wird. Der Bericht wurde 1992 und 2004 aktualisiert.

Die meisten Prognosen des Berichts sind mittlerweile eingetroffen – ein Umdenken in Wirtschaft und Politik hat aber leider nicht stattgefunden. Es stellt sich daher die Frage, ob die Welt sich jetzt an der prognostizierten „Wachstumsgrenze“ befindet.

Im Interview mit der Zeit fasst Schön „Die Grenzen des Wachstums“ so zusammen:

„Die These war, dass ein rein mengenorientiertes Wachstum nicht ewig fortgesetzt werden kann – es kommt dann irgendwann relativ plötzlich zum Kollaps. Es werden Kipppunkte erreicht, an denen das Wachstum ins Gegenteil umschlägt.“

In Bezug auf die aktuelle Systemkrise sieht schön die Politiker auf dem absoluten Holzweg:

„Wir erhöhen die Verschuldung und versuchen, die Konjunktur mit einer Abwrackprämie für ölgetriebene Autos anzukurbeln – nach der Devise: mehr vom Alten. Dieses Reaktionsmuster ist zwar klassisch und verständlich, aber es bringt uns dem Abgrund nur näher.“

Dieser Abgrund wäre der Totalzusammenbruch des Systems, den Schön für nicht unwahrscheinlich hält. Dadurch, dass Politiker hinsichtlich Wirtschafts- und Klimakrise jahrelang untätig waren, oder das Falsche getan haben, könne es nun zu Panikreaktionen kommen:

„Ich bin kein Pessimist, aber das ist wirklich eine reale Gefahr. Es würden dann Werte in unvorstellbarem Umfang vernichtet, beispielsweise noch nicht abgeschriebene Industrieanlagen. Das würde uns die nächste Wirtschaftskrise bescheren, Kernschmelze des Finanzsystems inklusive. Der Wohlstandsverlust wäre fast unvorstellbar groß, vergleichbar mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg.“

Schön fordert den Abschied von der Idee, man könne die Lebensqualität am BIP eines Landes messen:

„Umfragen und Forschungsergebnisse belegen aber, dass Zufriedenheit nicht mit quantitativem Wachstum einhergeht. Wir sind nicht glücklicher, wenn das BIP größer wird.“

Eine besondere Rolle misst Schön der Änderung unserer Schulpädagogik bei: Es muss mehr vernetzendes Denken gelernt werden, statt nur Wissen auswendig zu lernen.

„Wer systemisch denkt, wie man das nennt, denkt automatisch längerfristig – und eher im Einklang mit der Natur.“

Hier geht es zum Interview

 

Quellen

Text: zeit.de, wikipedia.de
Bild: Buchcover „The Limits to Growth: The 30-Year Update“

 

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