Dem Babyphon der Zukunft wird es vielleicht gelingen, nicht nur Weingeräusche von Babys zu übertragen, sondern gleich auch die Übersetzung von dessen Bedeutung mitzuliefern. Japanische Computerwissenschaftler vom Muroran Institute of Technology berichten in der Zeitschrift International Journal of Biometrics von einer entsprechenden Erfindung.

Da Säuglinge noch nicht sprechen oder gestikulieren können, sind sie nicht nur im Ausdruck ihrer Gefühle, sondern auch bei der Mitteilung ihrer Bedürfnisse allein auf den Klang der Stimme angewiesen. In japanischen Familien werden Kinder immer mehr zur Ausnahme, weshalb die Eltern kaum Erfahrung darin haben, ob ihr Kind mit dem Weinen nun etwa Müdigkeit, Hunger, volle Windeln, Schmerz oder Einsamkeit ausdrückt. Selbst Ratgeberbücher helfen hier nicht weiter.

 

Aussagen der Eltern helfen weiter

Das Team rund um Tomomasa Nagashima Kansei Engineering entwickelte eine Vorrichtung, die durch akustische Analyse Emotionen eines Säuglings entziffern kann. Grundlage dazu lieferte die schon in den 70er Jahren entwickelte „Kansei-Technik“, die Gefühle im Designprozess einbezieht. „Hauptproblem eines solchen Detektors war stets, dass Babys nicht verbal bestätigen können, was ihr Heulen nun bedeutet hat“, erklärt der Studienleiter. Daran seien bisherige Versuche stets gescheitert.

Die Studienautoren nahmen nun Schreigeräusche auf und suchten darin nach Mustern, indem sie Frequenzen und Lautstärken im Tonspektrum statistisch analysierten. Dann stimmten sie die Aufnahmen mit den Aussagen der Eltern überein, was das Weinen bedeutete, und erstellten daraus Kategorien. Bei Schrei-Aufnahmen von Babys mit genetisch veranlagten, schmerzvollen Funktionsstörungen gelang es ihnen in Folge mit 100-prozentiger Genauigkeit zu unterscheiden, ob das Weinen schmerzverursacht oder „normal“ war.

 

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