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Die Menschen müllen die Meere zu. Im Pazifik wurde bereits ein Müllstrudel von der Größe Nordeuropas gefunden, in dem geschätzte drei Millionen Tonnen Platikmüll für die nächsten paar hundert Jahre im Kreis schwimmen werden. Fische halten winzige Plastik-Partikel für Plankton und vergiften sich daran. Nun haben Forscher im Nordatlantik ebenfalls einen Müllstrudel entdeckt.

Die Strudel sei mit dem „Great Pacific Garbage Patch“ genannten Müllstrudel im Nordpazifik zu vergleichen, berichtet Karen Lavender Law von der Sea Education Association.

Law kritisiert, dass das Thema „Plastikmüll im Atlantik“ zum größten Teil ignoriert wird. Dabei sei das Thema aktuell, da jetzt beim Ocean Sciences Meeting Forschungsergebnisse einer mehr als zwei Jahrzehnte dauernden Studie präsentiert wurden. Die Arbeit ist die bisher längste und genaueste Dokumentation von Kunststoffabfällen im Meer.

 

Plastikmüll mit Netzen gefangen

Mit Oberflächennetzen, die von Schiffen nachgezogen wurden, entnahmen die Forscher an mehr als 6.100 Stellen in der Karibik und im Atlantik vor der US-Küste Proben. „Mehr als 80 Prozent der Plastikteilchen – der Großteil unter einem Zentimeter Durchmesser – wurden zwischen 22 und 38 Grad nördlicher Breite gefunden“, so Law. „Offensichtlich gibt es eine Region, in der sich die Kunststoffteilchen akkumulieren“, erklärt die Forscherin. Die größte Dichte an Plastikabfall betrug 200.000 Stückchen pro Quadratkilometer. Mengenmäßig sind die Müllansammlungen offensichtlich mit solchen vergleichbar, die für den Pazifik beschrieben sind.

„Leider ist die vorliegende, neue Studie aber nicht repräsentativ für den gesamten Atlantik, denn nur Teile der Karibik und des Nordatlantiks vor der Küste der USA wurden untersucht“, meint der Biogeochemiker Christian Wild vom Department für Geo- und Umweltwissenschaften an der Universität München. „Hauptgründe für die gefundenen regionalen Plastikmüllansammlungen könnte daher neben den ozeanischen Oberflächenströmungen und -wirbeln auch die Nähe zu den USA, einem der Hauptproduzenten von Plastikmüll weltweit, sein.“

 

Schäden für Meereslebewesen unklar

„Besonders problematisch bei Plastikmüll ist seine sehr lange Haltbarkeit“, betont Wild. Kaum ein Organismus könne ihn zersetzen. „Negativ ist sein positiver Auftrieb – daher gibt es kein Absinken auf den Meeresboden – sowie seine chemische Zusammensetzung, die giftige Substanzen wie zum Beispiel Weichmacher enthalten kann.“

Kunststoffe verrotten nicht und überdauern zum Teil bis zu 500 Jahre –  und jedes Jahr entlässt der Mensch weitere vier Milliarden Tonnen Kunststoffmüll in die Ozeane.

 

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Text mit Material von pressetext.de

Bild: Sea Education Association


2 Responses

  1. nicht-egal

    @ egal: Dein Kommentar ist von unterhaltsamer Dummheit – denn erstens meinst Du den Strudel im Pazifik (was ja auch im Artikel steht) und zweitens ist eine Kritik zu einem Film in dem der Strudel vorkommt sogar am Ende des Artikels verlinkt. Also: Erst lesen, dann rumstänkern.

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