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Es sind Zahlen, die unsere Politiker stutzig machen sollten. Während man munter das Ende der Krise und eine wachsende Wirtschaft verkündet, glaubt die Bevölkerung längst nicht mehr an den Zirkus. Die herbeigeredete Rückkehr zur Normalität wird es nicht geben.

Beeindruckende 88 Prozent der Deutschen wünschen sich laut einer aktuellen Meinungsumfrage von Emnid eine „neue Wirtschaftsordnung“. Man ist sich erstaunlich einig: Der Kapitalismus hat versagt. Er sorgt weder für einen „sozialen Ausgleich in der Gesellschaft“ noch für den „Schutz der Umwelt“ oder einen „sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen“, hat ein Großteil der deutschen Bevölkerung mittlerweile erkannt.

Und auch eine zentrale Lüge des Kapitalismus wird nicht mehr geglaubt: Selbst wenn die Wirtschaft wieder boomen sollte, bringt das für den Einzelnen nichts – nur noch 30% der Bürger glauben daran, dass das Wachstum automatisch auch ihre private Lebensqualität steigern wird. Ebenso wenig Menschen glauben noch an das Märchen der „Selbstheilungskräfte des Marktes“.

Durch alle Schichten

Die Ergebnisse waren relativ konsistent durch alle Bevölkerungs- und Bildungsschichten. Auch die Werte sind in allen Schichten erstaunlich immateriell: Gesundheit, soziale Beziehungen und Umweltbedingungen werden mit Abstand für wichtiger gehalten, als „Geld und Besitz“. Vier von fünf Deutschen finden zudem, dass „jeder seine Lebensweise dahingehend überdenken sollte, ob wirtschaftliches Wachstum für ihn alles ist“.

Für die politische Stabilität unserer Demokratie hingegen, ist Wirtschaftswachstum für 80 Prozent der Deutschen immer noch unabdingbar – wie unser System in einer stagnierenden oder schrumpfenden Wirtschaft funktionieren könnte, ist für den Großteil der Menschen nach wie vor nicht vorstellbar. Vielleicht zurecht.

International sieht es ähnlich aus – eine Umfrage der BBC im letzten Jahr ergab, dass sich Weltweit ein Viertel aller Menschen ein neues Wirtschaftssystem wünscht.

 

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Eine Antwort

  1. Christoph Messner

    Interessante Meldung, die nicht in ihrem Inhalt, aber mit der angegebenen Höhe von 90% überrascht!
    Nun ist die weitere Frage, wie kann eine andere Wirtschaftsordnung weltweit durchgesetzt werden? Es ist klar, das totale Umkrempeln geht nicht von heut auf morgen oder per Dekret von oben geht auch nicht, denn eine „oberste“ weltliche Macht, die diese autoritär vorschreiben könnte, gibt es nicht. Also muß eine Weltbürgerbewegung in vielen kleinen Schritten unablässig darauf hinarbeiten und darf nicht ruhen, bis die entscheidenden Schritte getan sind, z.B. die Abschaffung der Unabhängigkeit der Zentralbanken von Politik und Volkskontrolle, das Verbot von Steueroasen und die Begrenzung von minimalem und maximalem Einkommen plus Besitz durch bedingungsloses Grundeinkommen weltweit bei unbedingten Grundpflichten weltweit. Weitere konkrete Schritte auf meiner Website www.95thesen-reloaded.de. LG, CM

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