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Ein Sprecher von Barack Obama hat erstmals bestätigt, dass die USA davon ausgehen, dass das Erdöl nicht mehr ausreicht, um den ständig steigenden Bedarf weiter zu decken.

„Wir glauben, dass wir uns in einer Situation befinden, in der das Ölangebot nicht ausreichend ist, um die Nachfrage zu decken“, sagte Jay Carney wörtlich in Washington.

Bislang wurde von nahezu allen Regierungen geleugnet, dass das eine solche Situation besteht oder in näherer Zukunft eintreten könnte. Unabhängige Forscher gehen jedoch schon länger davon aus, dass Peak Oil – also das Fördermaximum des Erdöls- etwa 2008 überschritten wurde und die Ölförderung nunmehr jährlich abnehmen wird – während der Bedarf weiter rasant steigt.

Das Ende des Kapitalismus?

Das Ende des billigen Öls dürfte unser stark an das Öl gekoppelte Wirtschaftssystem vor eine Zerrreisprobe stellen. Peak Oil ist eine völlig neue Herausforderung für die Menschheit, die es in den letzten Jahrhunderten gewöhnt war, auf endloses Wachstum durch scheinbar endlose natürliche Ressourcen zu vertrauen. Das Öl dürfte dabei nur die erste einer Reihe von natürlichen Ressourcen sein, die in näherer Zukunft knapp werden. Die Menschheit steht damit vor einer historisch völlig neuen Situation: Sie hat durch die Art ihres Wirtschaftens die Reserven des Planeten erschöpft und muss sich nun nach gezwungenermaßen nach Alternativen umsehen.

 

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Ölfass: Amiralis  / Wikimedia

 

Eine Antwort

  1. WellenbeobachterHH

    Kapitalismus hat nach der modernen Wertetheorie zwei Grenzen, eine innere und eine äußere.

    Die äußere wird durch die Endlichkeit der materiellen und energetischen Ressourcen gesetzt, welcher die Notwendigkeit des permanenten stofflich-energetischen Wachstums aus der kaufmännischen Mehrwertbildung entspringt. Das ist auch theoretisch inzwischen gut untersucht und mathematisch belegt – siehe:

    http://www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=3&posnr=382&backtext1=text1.php

    Die innere Grenze kann man aus dem dort dargestellten Widerspruch aus Stoff und Form indirekt auch schon ableiten. Es wird tendenziell immer weniger gesamtgesellschaftlicher Mehrwert geschaffen, der seit 1980 (Beginn des Neoliberalismus) nur durch das Umlegen auf Kredit und Finanzprodukte, also simulierte Mehrwertbildung, kompensiert werden konnte.

    Es ist quasi wie ein Wettrennen. Welche Grenze wird zuerst erreicht? Sind es die sozialen Einschnitte, die bald nicht mehr zuzumuten sind? Sind es die Finanzmärkte, die endgültig kollabieren? Ist es die Staatsverschuldung, die untragbar wird, wenn ganze Staaten pleite sind? Oder ist es die Unmöglichkeit, noch mehr Material in Ware umzuschlagen?

    Egal wie die Geschichte diese Fragen beantworten wird – die warenproduzierende Moderne (Kapitalismus = Marktwirtschaft = Konsumgesellschaft = Wegwerfgesellschaft) geht historisch dem ende entgegen.

    Nur ein radikales Umdenken und eine Art Ressourcenwirtschaft ohne Ware-Geld-Beziehung kann uns retten – siehe auch:

    http://www.spirit-online.de/index.php/magazin/wirtschaft/11831-planet-des-wassers

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