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Wie steht es um die Spiritualität in Deutschland und den USA? Das will ein gleichnamiges Projekt herausfinden, das unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird. Noch liegen die End-Ergebnisse nicht vor, aber eines steht schon jetzt fest: Der Satz „Ich bin eher spirituell als religiös“, findet die Zustimmung von mindestens der Hälfte aller Befragten. Erstaunlich viele Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, auch viele, die sich selbst als Atheisten verstehen, bezeichnen sich als spirituell.

Immer mehr Menschen bekennen sich zu einer individuellen Spiritualität, unabhängig von den institutionalisierten Religionen. Noch sei es zu früh, eine spirituelle Revolution zu verkünden, so die Projektmitarbeiterin und Diplompsychologin Dr. Barbara Keller gegenüber Telepolis. Aber „wenn sich jeder zweite Teilnehmer unserer Studie als ‚eher spirituell als religiös‘ bezeichnet, deutet das auf einige grundlegende Veränderungen hin.“

Die Studie untersucht auch, was Menschen unter Spiritualität verstehen und welche Assoziationen sie damit verbinden. Wie zu erwarten, ist das Spektrum sehr weit und ein klares Bild von Spiritualität kaum in Sicht. Dafür scheint es aber ein zunehmend klares Bild von Religion zu geben, dass die Teilnehmer als „unflexibel, autoritär, intolerant oder destruktiv“ beschrieben.

Individuelle Spiritualität hingegen scheint zunehmend ein anderes Image zu bekommen, dass viel eher mit Begriffen wie Freiheit und Unkonventionalität beschrieben wird.

Spiritualität, so viel ist klar, kann also Ausdruck eines religiösen Glaubens sein, aber auch ohne ihn existieren- zum Beispiel bei Menschen, die angaben, sie würden „eine innige Verbundenheit mit dem Kosmos verspüren.“ Überraschend war auch, dass es eine kleine, aber signifikante Gruppe von Menschen gibt, die sich als Atheisten oder Nontheisten verstehen, sich aber gleichzeitig auch als spirituell empfinden. Ein weiteres Indiz, dass Spiritualität sich in Zukunft wohl immer weiter von den Religionen entkoppeln wird.

 

 

3 Responses

  1. Marion

    Für mich ich solche Meinungsforschung einfach ein schlechter Witz.
    Man findet wohl immer genügend dumme Leute, die in so einem Schmarren mitmachen und die Steuerzahler müssen den Quatsch als „Wissenschaft“ finanzieren.

    Irgendwo habe ich den guten Satz gehört, der hier sehr gut rein passt

    „Meinungsforschung ist die Kunst, die Meinung des Auftraggebers zu erforschen und sie durch unverdächtige Zeugen belegen zu lassen.“

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  2. Pit Hellinger

    Dieser Artikel und solche Studien gehören wohl zu der Strategie der Verdummung, welche in diesem Buch entlarvt wurde:

    „Strategien der Verdummung – Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft“
    www.chbeck.de/Wertheimer-Zima-V-Strategien-Verdummung/productview.aspx?product=15287&PTBUCH=BUCH

    „…Zehn Autoren unternehmen in diesem Band mit offenen Augen Ausflüge in die Fun-Gesellschaft. Sie beobachten, ”wie man gedacht wird”, blicken auf das ”Glück der größten Zahl”, machen einen Besuch beim Titelhandel oder studieren die Dummheit als erfolgreiche Lebensform. Möglicherweise ist die Tatsache, daß Dumme von ihren Fähigkeiten ganz besonders überzeugt sind, keine bloß natürliche Gegebenheit, sondern Ausdruck der Dressierbarkeit des Menschen in der Postmoderne…“

    Inhaltsverzeichnis:
    Wie man gedacht wird.
    Die Dressierbarkeit des Menschen in der Postmoderne.
    Dumme Sinnsysteme.
    Ausflucht und Zuflucht.
    Diskursive Dummheit.
    Geklonte Dummheit: Der infantile Menschenpark.
    Priapus und die Esel.
    Genierliche Glosse zu Genom, Genital, Generation, Genealogie, Genozid und Gentechnik.
    Über den Geist der Geisteswissenschaften.
    Akademische Glossen.
    Wo Rudi Rüssel einen Lehrstuhl hat.
    Ein Besuch beim Titelhandel.
    Von hergestellter Dummheit und inszenierter Intelligenz.
    Das Glück der größten Zahl.
    Anleitungen zum tadellosen Sprachgebrauch.

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  3. Gandalf

    Dieses Umfrage-Projekt ist nur ein Schwindel und Gehirnwäsche.
    Vor 50 Jahren und vor 500 Jahren hätten die Befragten das selbe antworten können (sie seien mehr spirituell als religiös), wenn es die Umfrage gäbe.
    Hätten die Leute vor 500 Jahren Fernseher und hätten sie wie heute alles den Nachrichtenpriestern und den Parteipriestern geglaubt, hätten sie wahrscheinlich auch selten eine Kirche besucht.
    Oder anders rum, die Kirche hatte damals auch den ähnlichen Unterhaltungs- und Glaubenseffekt wie heute das Fernseher.

    Wären Menschen früher mehr religiös, dann hätten sie überwiegend nach den 10 Geboten gelebt, ohne all die Kriege und Opfer. Allein das dies bezeugt, dass sie überhaupt nicht religiös waren.
    Wären Menschen heute mehr spirituell, hätten sie nicht soviel Wert auf materielle Sachen und auf materielle Arbeit gelegt, sondern auf geistige.

    Es reicht also nicht nur eine Institut-Umfrage zu gestalten, um sich wissenschaftlich zu geben. Diese Forschungsgemeinschaft verbreitet nur einen (Irr)Glauben, nachdem sie vielleicht das Vakuum wegen den Kirchenaustritten entdeckt hat. Bezahlt wird sie wahrscheinlich auch wie die Kirche aus den Steuergeldern. Willkommen in der alten neuen Weltordnung.

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