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Nüchtern, berechnend und absolut logisch – nichts anderes erwartet man von Menschen, die Technik entwickeln. Ein Gerät muss funktionieren! Niemand will eine Überraschung erleben, wenn er beispielsweise hoch über den Wolken in einem Flugzeug sitzt. Esoterisches Gedankengut scheint hier völlig fehl am Platz. Doch die Geschichte zeigt, dass technische Errungenschaften gesellschaftliche Gewohnheiten schnell und nachhaltig verändern und eine neue Bewusstseinsebene initiieren können – wie Computertechnik und Mobilkommunikation mit ihrem Vernetzungscharakter in den letzten Jahrzehnten gerade wieder beweisen. Gibt es also doch so etwas wie ein dynamisches Verhältnis zwischen den vermeintlichen Gegensätzen Technik und Spiritualität? Und wenn ja: Kann auf spirituelles Wissen gegründete Technik ein bewusst eingesetztes Instrument des Wandels sein?

 

 

Als Maschinenbauingenieur und spirituell interessierter Mensch weiß ich aus aus eigener Erfahrung, was geschieht, wenn Techniker und Ingenieure spirituelles Wissen in ihr Tun integrieren wollen. Solange das im Rahmen der privaten Motivation bleibt, ist dies heutzutage meist kein Problem mehr. Wird dadurch jedoch Lehrbuchwissen in Frage gestellt und eine Technik entwickelt, die nur unter Zuhilfenahme höherdimensionaler – also letztlich spiritueller – Systeme erklärbar ist, muss man um Job und Reputation fürchten. Vor allen Dingen wird von den aktuell noch immer tonangebenden Vertretern der materialistisch – reduktionistischen Sichtweise versucht, einem das logische Denkvermögen abzuerkennen und einen zur Gefahr für die Allgemeinheit abzustempeln. Doch die Zahl der technischen Grenzgänger, die verblüffende Ergebnisse vorweisen können und weiter gehen wollen, steigt stetig. Diesen Menschen ist bewusst, dass auch logische Systeme lediglich die Ergebnisse der vereinbarten Begrenzungen sind. Allein die Grundannahmen eines Systems bestimmen ja, was sein darf und was nicht. 

Die Vorschläge für die Erweiterung der Grundannahmen entwickeln sich derzeit zu veritablen integralen Modellen, die schon heute meist unbemerkt in technische Systeme einfließen.

 

Umweltschutz abschaffen

Um radikal neue technische Systeme zu entwickeln, müssen wir bestimmte gesellschaftliche Bewusstseinsaxiome in Frage stellen. Ein fundamentales Thema ist dabei der Umweltschutz. Umweltschutz wird als das Unwort einer Epoche in die Geschichtsbücher eingehen. Genauso wird es dem Wort “Müll” ergehen müssen, wenn man substanziell etwas am Ruin dieses Planeten ändern möchte. Müll ist offensichtlich eine Erfindung von uns Menschen, denn in der Natur gibt es keinen Müll. Bestens ausgeklügelte ökologische Kreisläufe zeigen hier, dass der “Abfall” einer Spezies immer auch als Grundstoff einer anderen dient.

Sicherlich kennen Sie viele schöne Darstellungen solch ökologischer Kreisläufe. Wie elegant die Natur das regelt… als Ingenieur könnte man neidisch werden, weiß man doch, wie schwer nicht annähernd so komplexe Systeme zu organisieren und mechanisch umzusetzen sind. Was ist nötig, es der Natur (noch rechtzeitig) gleichzutun?

Mein Lösungsvorschlag ist es, erst einmal die Idee vom Umweltschutz schnellstmöglich abzuschaffen. Haben Sie auf den Darstellungen ökologischer Kreisläufe schon einmal einen Menschen entdeckt? Und wenn ja, haben Sie daran gedacht, dass Sie als Mensch wirklich zu diesen Kreisläufen dazugehören? Empfanden Sie vielleicht den dargestellten Menschen als das eigentliche Problem, das diese filigranen ökologischen Kreisläufe stört?
Müll entsteht, wenn wir Menschen uns in exzentrischer Weise neben die Kreisläufe stellen, Anteile aus den Kreisläufen herausnehmen und zu Produkten umfunktionieren, die nach Gebrauch nicht mehr in die natürlichen Kreisläufe zurückführbar sind. Dies kann nur aus einem Bewusstsein geschehen, das den Menschen außerhalb der natürlichen Kreisläufe und somit außerhalb der Natur stellt. Der Mensch steht dann der Natur gegenüber und erzeugt dadurch die Illusion einer “Umwelt”. In dieser “Umwelt” fühlt er sich deshalb eher wie ein Fremdkörper und verhält sich dementsprechend.

 

 

Naturenergien wahrnehmen

“Umweltschutz” als Wort zementiert auf tieferer Ebene also die Botschaft, dass der Mensch mit der Natur nichts zu tun hat, da er außerhalb steht. “Umweltschutz” drückt aus, dass wir Menschen eine Umwelt haben und nicht Teil der Natur sind (auch wenn wir glauben, es mit der Verwendung des Wortes Umwelt anders zu meinen).

Die Bewusstseinslage, Teil der Natur zu sein und ihr nicht gegenüber zu stehen, sowie beispielsweise Naturenergien wahrzunehmen und deuten zu können, wird aktuell nicht gelehrt an technischen Schulen. Zu schade, denn in den natürlichen Energiefeldern sind auch die Informationen enthalten, die notwendig sind, uns Menschen zu integrieren und auch auf der ökologischen Ebene unser Daseinsrecht zu erfahren. Die eigenen inneren Antennen zu entdecken und auf diese (logischerweise informationsbehafteten, da organisatorisch wirksamen) Felder zu richten, bedeutet, die Tür zur erforderlichen Kreativität zu öffnen.

Wir müssen lernen, uns in die natürlichen Prozesse einzuklinken, auch wenn es erst einmal eine schmerzliche Erfahrung ist, direkt zu spüren, was im Argen liegt. Nur so können wir jedoch das Wissen erlangen, welcher Platz dem Menschen im Kreislauf der Natur zusteht  bzw. welchen er einzunehmen hat und wie die Verantwortung beschaffen ist, die mit diesem Platz einhergeht.

 

 

In Bewusstseinsfelder einklinken

Dies ist zum Einen ein spiritueller Prozess. Für mich stellt dies aber auch schon rein technisch gesehen eine notwendige Erweiterung unseres Verständnisses um die in den aktuellen Lehrbüchern fehlenden Dimensionen dar, eine Öffnung des vierdimensionalen Käfigs aus Raum und Zeit, der auch von vielen Strömungen innerhalb der Wissenschaft längst als viel zu eng bezeichnet wird, insbesondere von der Physik. Öffnen wir uns diesen bisher vernachlässigten, allseits präsenten organisatorischen und informatorischen Ebenen, aus denen spirituelles Wissen sich seit jeher speist, können diese dann auch in die Technik einfließen.

Erst wenn wir uns als Teil der Natur erfahren, besteht eine realistische Chance, natürliche Prozesse auch technisch so zu erfassen, dass diese zum Wohl aller auf allen Ebenen der Kreisläufe auch umzusetzen sind. Viele spannende Privatforscher und Erfinder von Systemen jenseits der Lehrbücher speisen ihre Kreativität bewusst aus dieser Erfahrung. Unbewusst trifft das natürlich für alle kreativen Denker zu, die Neuerungen erschaffen. Die Akzeptanz ihrer oftmals genialen Erfindungen lässt jedoch logischerweise zu wünschen übrig: die “Neophobie”, die Angst vor wirklich Neuem, das die Grenzen der aktuellen (Kontroll-) Möglichkeiten sprengt, ist allen Menschen bekannt, besonders auch den spirituell veranlagten. Letztere sind meist jedoch besser geübt darin, überkommene Strukturen loszulassen. Jeder Einzelne, der hier bewusst vorangeht, ermöglicht den Nachfolgenden einfachere Zugänge.

 

 

Sich als Teil der Natur fühlen – Basis für saubere Technologien

Die gerade erwachende “Clean Technology” zeigt sich als eine Zwischenstufe, in der sich viele Techniker mit erwachendem Verantwortungsbewusstsein finden. Hier kann man sich ungeniert zumindest in technische Systeme einklinken, um diese effizienter zu gestalten und Müll zu vermeiden. Beispiel Altreifen: Sie sind ein drängendes Umweltproblem – allein in der EU fallen jährlich 3,2 Millionen Tonnen davon an. Die Reifen werden CO2- intensiv hergestellt und aktuell zu etwa 50 Prozent CO2- intensiv im Zementwerk entsorgt. Meist werden die Gummianteile der Reifen granuliert und zu Produkten für den Straßenbau oder zu verpresstem Isolier- und Puffermaterial weiterverarbeitet. Problematisch ist hierbei jedoch, dass diese Produkte, insbesondere unter Sonneneinstrahlung, Gefahrenstoffe freisetzen können – beispielsweise sind Reifen als Spielgeräte auf Spielplätzen nicht zulässig, weil die Kinder die Gefahrenstoffe über Hautkontakt aufnehmen können. In der Schweiz ist sogar die Lagerung von Altreifen unter freiem Himmel verboten.

 

 

Komplette Rückgewinnung von Rohstoffen

Reifen sehen auf den ersten Blick also aus wie “Müll”, sind jedoch “ein sehr schnell nachwachsender Rohstoff” und beinhalten sogar je nach Typ einen nennenswerten bis hohen Anteil an natürlichem Kautschuk. Selbstverständlich wurde schon vielfach versucht, direkt an die wertvollen Rohstoffe in den Reifen wieder heranzukommen, aber bisher gelang dies nicht in befriedigendem Maß. Wie ist solch eine technisch anspruchsvolle Nuss zu knacken, wenn das Lehrbuchwissen nicht ausreicht?

Der Erfinder in dem aktuell von mir begleiteten Projekt zur Rückgewinnung von Rohstoffen aus Reifen, Herr Fikret Dülger, beginnt eine “Einschwingphase” auf ein Problem mit einer ausführlichen Recherche zum aktuellen Stand der Technik, klassische Lehrbücher mit eingeschlossen. Danach legt er alles weit weg, auch die rationalen Gedanken, und beginnt sich vorurteilsfrei und meditativ in die Prozesse hinein zu vertiefen. Hier passiert das tatsächliche “Einklinken” in den (technischen) Kreislauf. Mittels Versuch und Irrtum, den bei komplexen Themen notwendigerweise meist schrittweise ein-fallenden Ideen sowie dem gewissen Quäntchen Glück entstand im Falle der Altreifen ein funktionierendes Gesamtkonzept. Die Ergebnisse wurden in mehreren unterschiedlichen Pilotreaktoren erzielt, von den renommiertesten deutschen Instituten geprüft und für einzigartig erklärt. Die meist aus Altreifen stammenden Gummigranulate werden nahezu vollständig in wieder verwertbaren technischen Ruß, Öl (mit einem Brennwert, der fast demjenigen von Heizöl entspricht) sowie Gase (mit einem Brennwert, der sogar höher ist als bei Erdgas) aufgespalten. Das Gas wird dafür eingesetzt, um den eigenen Prozess mit Energie zu versorgen.

 

 

Cradle-to-Cradle

Den technischen Ruß in einer solchen Qualität aus den verbrauchten Reifen zu holen, dass damit wieder neue Produkte hergestellt werden können, ist ein besonderer Erfolg. Dadurch kann viel Rohstoff (fossiles Öl und Gas), Energie und Kohlendioxid eingespart werden.  Die Umsetzung im industriellen Maßstab ist derzeit im Gange.

Dieses Projekt ist nur eines einer ganzen Reihe von Cradle-to-Cradle-Projekten. “Von der “Wiege zur Wiege”, engl. “Cradle to Cradle”, sollen die Stoffkreisläufe laufen und nicht von der Wiege zur Bahre respektive Mülldeponie (Cradle to Grave). In diesem System gibt es idealerweise nur noch Produkte, die nach Gebrauch problemlos in echte Kreisläufe hineinpassen. In Holland beispielsweise wird diese Herangehensweise schon massiv staatlich gefördert.

Es wird eine Übergangsphase nötig sein, um den bisher angerichteten Schaden so weit als möglich zu reparieren und zu lernen, die Stoffströme bewusst richtig aufzuarbeiten und zu lenken. Es geht ums Saubermachen, um “Clean Technology”. Hierbei wird weiterhin aller Erfindungsgeist und unternehmerischer Mut erforderlich sein, die Problemstoffe wieder einzugliedern sowie vorhandene Stoffkreisläufe anzupassen. Aber dort wird man vermehrt auf diejenigen Ingenieure, Techniker und unternehmerischen Persönlichkeiten treffen, die sich in neue Bewusstseinsebenen einklinken können, auch wenn sie sich dessen (noch) nicht ausnahmslos bewusst sind.


Buchtipp:
“Die nächste Industrielle Revolution (Die Cradle to Cradle Community)” von Michael Braungart und William Mc Donough (Hg.),
Europäische Verlagsanstalt 2008. Siehe auch: www.epea.com

Viele weitere, Mut machende Entwicklungen sind zu finden im neuesten Buch von Bärbel Mohr: “Große Krise, Große Chance”,
Koha-Verlag 2009.


Abb: © ktsdesign – Fotolia.com
Abb 2: © Orlando Florin Rosu – Fotolia.com

3 Responses

  1. Observer

    Donnerlüttchen. Die Zeit wird knapp. Von Pyrolyx ist noch nix zu sehen. Ich frage mich, warum man erst Altreifengranulat verkokeln muss, um daraus Ruß zu machen? Und warum die EU das auch noch fördert?

    Antworten
  2. Norbert Kaltenbach

    Sehr geehrter Herr Fuchs,

    Glückwunsch zu der Aufbereitungsmethode auch an Herrn Fikret Dülger. Glückwunsch auch zu dem Bericht in dem nicht mit Fremdwörtern und Wortschöpfungen verwirrt wird.
    Das „Problem“ CO2-Emission ist nur dann in Ordnung wenn es Ihrer Werbung dient. Ansonsten würde ich dieses Märchen promovierten Physikern die in der Politik tätig sind überlassen.
    Ich denke das System „cradle to cradle“ hat diese Augenwischerei nicht nötig.

    Mit freundlichem Gruß

    Norbert Kaltenbach

    Antworten
  3. Boris Langer

    Die Nutzung der Raumenergie (siehe Webseite der Deutschen Vereinigung für Raumenergie: http://www.dvr-raumenergie.de/energy/ ) ist für mich ein gutes Beispiel der Synthese aus Spiritualität und Technik.

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