Von Amélie Gebhard

Der Mai wird astrologisch gesehen ein sehr spannender Monat. Der Vollmond im Skorpion und die damit verbundene Mondfinsternis können da wie ein Gefühlskatalysator wirken. Der Mai wird astrologisch gesehen ein sehr spannender Monat.Was für ein Glück, dass Merkur noch bis zum 15.Mai rückläufig ist und die damit verbundenen Verzögerungen als Ruhepausen genutzt werden können. Es gibt nämlich einiges zu verdauen. 

Um die Chronologie der aktuellen Transite zu erfassen, das Wichtigste zuerst: Dieser Mondzyklus begann mit einer imposanten Neumond-Sonnenfinsternis und hatte einiges durcheinandergewirbelt. Die Veränderungen, die von dieser starken Initiationskraft in Richtung Umsetzung gedrängt wurden, werden nun durch das Vollmondlicht in vollem Umfang sichtbar. Was intuitiv spürbar war, wird nun zur Gewissheit. Die skorpionische Transformationspower besiegelt den Wandel, denn sie stellt existentielle Fragen. Finsternisse weisen immer auf eine Zeit hin, in der etwas zum Abschluss kommt oder erlöst werden möchte.

Auch Uranus, das kosmische Überraschungsei, bildet einen Aspekt zum Vollmond, und das finale Ergebnis dieses Mondzylus kann auch etwas sein, mit dem man nicht gerechnet hat. Final deswegen, weil die Mondfinsternis die letzte Finsternis im Skorpionzeichen ist, bevor die Mondknoten im Juni in neue Zeichen wandern. Die letzten zweieinhalb Jahre ging es darum, sich zu fragen, welche Werte noch gültig waren und was man wirklich brauchte, um sich „sicher“ zu fühlen. Welche Ressourcen haben sich als substanzlos erwiesen? Welche Gewohnheiten passen jetzt nicht mehr? Was muss zu Ende gehen, weil es sich nicht mit der persönlichen Wachstumsentwicklung vereinbaren lässt? Die Antworten auf diese Frage werden sich zum Vollmond vielleicht etwas dramatischer anfühlen als bisher, denn der volle Mond im Zeichen Skorpion drängt auf konsequentes Handeln. Er hat die Macht, alte Schatten, ungelöste Konflikte und ungelebte Gefühle zu enthüllen und auch ans Licht zu bringen. Dies ist eine kraftvolle Gelegenheit zum Ausmisten auf allen Ebenen, also nutze sie! 

Nachdem Pluto Ende März kurz seine Zehenspitzen in’s Wassermannzeichen tauchte, legte er am 1. Mai den Rückwärtsgang ein und wird sich während seiner Rückläufigkeit nochmal zurück ins Steinbockzeichen bewegen- aber alles sehr langsam. Je langsamer ein Planet ist, um so nachhaltiger seine Wirkung. Erst am 10.Mai verändert er minimal seine Position und erst einen Monat später -am 12.Juni wird er zurück im Steinbock sein.

Jeder Richtungswechsel ist mit einem sogenannten Stillstand kombiniert. Dieser bezeichnet in der Bewegung eines Planeten die Übergangsphase von seiner Direktläufigkeit zur Rückläufigkeit und umgekehrt. Die Tage des Stillstands gleichen einem „Verharren“, und da die damit verbundenen Energien sich etwas aufstauen, kommt es hier weniger auf „Aktion“ an, sondern eher auf eine Fokussierung und Konzentration oder es positiv zu formulieren: die Tage des Stillstands kann man durchaus als schöpferische Ruhephase betrachten.   

In der Zeit dieses Stillstands betritt am 7. Mai die schöngeistige Venus das harmonieliebende Krebszeichen. Venus fühlt sich im Krebs gut an, denn Venus und Krebs sprechen die gleiche Sprache: die Sprache der Gefühle. Die meisten aller zwischenmenschlichen Unstimmigkeiten lassen sich auf eine unausgesprochene Emotion oder ein unartikuliertes Gefühl zurückführen. Man hat zwar etwas gefühlt, aber anstatt diesen Gefühlen auch Raum zu geben und seiner inneren Stimme zu folgen, wurden diese Gefühle unterdrückt und damit eine wichtige Gelegenheit zum Wachstum verpasst. Die emotionale Natur des Krebses kann auch die eigene Sensibilität erhöhen und einen für Stimmungsschwankungen anfällig machen, deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, wie man seinen Gefühlen Ausdruck verleiht. Die heilende Kraft liegt darin, dies auf respektvolle und eine nicht wertende Art und Weise zu tun.

Ebenfalls unter Plutos „Verharren“ treffen dann am 9. Mai Sonne und Uranus zusammen. Die Sonne symbolisiert in der Astrologie die eigene Identität, und Uranus ist der Planet der Freiheit und der Befreiung. Der Transit von Sonne und Uranus ist eine Einladung, ganz man selbst zu sein. Auch wenn wir uns in einer Welt bewegen, die von Trends, sozialen Medien, Gruppenzwang oder dem, was politisch korrekt ist, beherrscht wird – egal.

Nur wer es wagt, sein authentisches Selbst zu zeigen, gelangt in die reiche Dimension der Schöpferkraft, die in jedem von uns wohnt.

Über den Autor

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Amélie Gebhard studiert seit 1992 Gesichter und ihre Geschichten (als Maskenbildnerin) und seit 2018 die Sterne (als Astrologin). Ihre Motivation, die innere Schönheit äußerlich sichtbar zu machen, gilt für beide Professionen. Amélie ist es ein Anliegen, der Sternendeutung den Platz zu geben, der ihr gebührt: Mitten unter uns und im alltäglichen Leben; zur Selbsterforschung, als Ratgeber oder als Seismograf durch die Stürme, die das Leben zu bieten hat. Wenn sie nicht gerade über den Ephemeriden sitzt, gestaltet sie eine ihrer Collagen, in denen sie alles, was sie täglich findet, miteinander verbindet.
 
Zu sehen: hier und www.justanthology.com
Zu hören: @spotify  „AstroDisco“, der astrologische Podcast, ein gemeinsames Projekt mit Amelies Kollegin Antje Sommer aus NYC 
 

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