Am 19. Juli ist es wieder so weit: Neun Tage Leben mit Herzenergie statt Atomstrom. Es geht um feiern, singen, tanzen, Freude haben, auftanken. Kommentar eines Teilnehmers auf dem Voice Camp: „Ein wunderbares Kurzzeit-Modell für eine alternative Gesellschaft. So sollten Menschen miteinander umgehen.“

„Wer gehen kann, kann auch tanzen – und wer sprechen kann, kann auch singen“

Im Sommer 1999 organisierte der Chorleiter und Musiker Raaja Fischer gemeinsam mit einer kleinen Gruppe das erste Unicorn Voice Camp auf einer Wiese im Wendland. Im Jahr zuvor hatte er dieses Sing-Ereignis zusammen mit mehreren hundert Leuten in England kennengelernt und wollte es unbedingt nach Deutschland bringen – besonders wegen der Art , wie zusammen gesungen wurde: ohne Noten und mehrstimmig, Lieder aus allen Ländern der Erde, die kraftvoll oder sanft in der Pracht ihrer Harmonien erklingen konnten und lange gesungen wurden, ohne Konzertstress. Es ging um die Freude am Singen und das gemeinschaftliche Teilen der Lieder in begeisterten Singgruppen. Der Geist des „Miteinander“ wehte, getragen von selbstproduzierter Musik, ohne Technik und Strom, mitten in der Natur.

Jedes Jahr wird auf einer schönen Wiese ein kleines Dorf für mindestens 200 Personen gebaut, zusammen mit einer Helfergruppe, die sich damit eine Ermäßigung der Campgebühr erarbeitet. Außenduschen werden gebaut, das Cafézelt, der bunte Kinderbereich mit großen Zelten, Sandspielplatz, Planschbecken etc. Alles, was man braucht, um eine Woche lang einfach und schonend auf einer Wiese leben zu können. Es bilden sich mehrere Zeltkreise für zehn bis zwanzig Personen, die sich eine Feuerstelle in der Kreismitte bauen, dort kochen und so nachhaltig wie möglich campen. Diese Zeltkreise sind das Herz der Unicorn Camps, sie sind die Bezugsfamilie, das Zuhause im Camp.

Jeder Zeltkreis organisiert sein Gemeinschaftsleben selbst. Im morgendlichen Camp-Meeting, dem Pow Wow, wird jeden Tag alles Wichtige kurz besprochen, inklusive des Workshop-Programms. Oft gibt es ein Märchen mit Fortsetzung zu hören und ein gemeinsames Lied mit allen.

Kraftquelle fürs ganze Jahr

Das viele Singen und Tanzen, wie auch das Leben mit der Natur, führt alle Teilnehmenden ganz einfach ins Herz und in spirituelle Räume, und das jeden Tag. Letzten Endes „üben“ bzw. praktizieren sie eine neue Form des gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens. „Es ist meine Kraftquelle fürs ganze Jahr“, hört man immer wieder Menschen sagen, die beim Unicorn Voice Camp waren und Jahr für Jahr wiederkommen. Neben dem Singen gibt es jede Menge andere Angebote und sogar ein Abendprogramm. Ein zentraler Aspekt: Die Teilnehmer lernen, die ihnen innewohnende Kraft unmittelbar und kreativ zum Ausdruck zu bringen – durch ihre eigene Stimme. Während des Camps ist Raum, diese in entspannter Form neu zu entdecken.

In fortlaufenden Workshops oder kleinen Gruppen finden die Teilnehmer ihre persönlichen Türen für das Entfalten ihrer Stimme. Erfahrene internationale Lehrerinnen und Lehrer teilen dabei auf vielfältige Weise ihr Können – in Gruppen von einfach bis anspruchsvoll. Immer wieder laden Gospelsongs und rhythmisch ausgeprägte Lieder ein, mal so richtig aus sich herauszugehen. Daneben öffnen Mantras und ruhigere Gesänge spirituelle Räume, Tänze des universellen Friedens feiern die Einheit der Kulturen. Meditative und bewegte Lieder sowie Körpergebete – überwiegend in der Kreistanzform – leiten in die eigene Mitte. Und Bewusstseinsübungen, Yoga und Meditation führen immer wieder in die Stille. Die schöne Wiesenlandschaft lädt darüberhinaus ein, auch die Stille der Natur entspannt zu genießen. Wie jedes Jahr gibt es auch ein spezielles Kinder- und Jugendprogramm. Und der durch seine Kinderlieder bekannte Fredrik Vahle („Anne Kaffekanne“ und Co) wird die Teilnehmer in diesem Jahr frühmorgens mit Bewegung, Gedichten und Liedern in den Tag einstimmen. Mit körperlicher und geistiger Wachheit und Witz lässt es sich besonders gut singen und tanzen…

Termin: 19.-28. Juli 2019 Ort: Ellernhof bei Lüneburg.

Mehr Infos auf www.unicorncamps.de

Author: Oliver Bartsch

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