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Natürliche Verhütung ohne Hormone und Latex: Die Symptothermale Methode
Millionen von Frauen nehmen ständig Hormone zur Verhütung ein - damit bringen sie nicht nur ihren Hormonhaushalt und ihre Psyche durcheinander, sie verlieren auch völlig den Bezug zu den natürlichen Zyklen ihres Körpers. Kondome verändern den Sex selbst auf eine Weise, die viele Paare als unnatürlich empfinden. Aber gibt es eine Alternative? Die gibt es und sie führt Frauen zu mehr Selbstbestimmtheit und einem neuen Kontakt zu sich selbst.
Vorweg: Ich schreibe diesen Artikel als Mann - für mich gibt es bisher überhaupt nur eine mögliche Form der Verhütung: Das Kondom. Und ich kann's nicht besonders leiden. Ganz im Ernst kann es eigentlich kein Mann besonders leiden, es ist ungefähr so super wie zärtliches Streicheln mit Putzhandschuhen - auch wenn es zugegebenerweise mittlerweile einige gute Kondome gibt. Es ist nicht dasselbe. Dieser Artikel ist trotzdem nicht nur purer Egoismus, sondern die natürliche Verhütung ist tatsächlich eine höchst faszinierende Sache. Und für selektiv Ungebildete wie mich sogar ein kleiner Realitäts-Schock. Aber der Reihe nach.
Hormone für alle
Als ich ungefähr in der siebten Klasse war, ging es los. Die Mädchen fingen an zu tuschlen, zeigten sich vermeintlich heimlich, aber doch so, dass es sicher alle sehen konnten, die Streifchen mit den Pillen: raus aus dem Portemonnaie und wieder rein, dreimal pro Schulstunde. Was genau Eltern dazu bewegt, 13-Jährige Mädchen beim ersten Anzeichen romantischer Gefühle zum Frauenarzt zu schleifen, um ihnen eine Hormondauerbehandlung angedeihen zu lassen, ist kaum verständlich. Vor allem nicht, wenn diese Mädchen überhaupt noch nie einen Freund hatten. Natürlich ist es eigentlich sehr verständlich: Es ist die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft, der Horror jeder Mutter. Und Zeichen eines offenbar völlig fehlenden Vertrauens in das Kind oder die eigene "Aufklärungsarbeit". Heute gibt es natürlich auch noch Lifestyle-Gründe: Pillen sollen ja schlank machen und können Regelschmerzen verhindern - oder auch gleich die Regel selbst.
Es war eine sonderbare Zeit: Alle Frauen, mit denen ich "zu tun hatte", nahmen die Pille. Es schien eine völlig logische Konsequenz für die meisten Eltern zu sein, ihre Töchter zum Frauenarzt zu schicken, sobald sie einen Freund hatte (oder auch nur anfing, sich Jungs-Poster an die Wand zu hängen). Mir war es recht: ein Paradies! Denn vor Aids und dergleichen hatte kaum jemand Angst.
Weder ich, noch die Mädchen, noch die Eltern schienen sich irgendwelche Gedanken zu machen, was da eigentlich vor sich geht. Das erste Mal, dass ich überhaupt hinterfragte, ob das mit der Pille eigentlich eine so gute Idee ist, war, als meine damalige Freundin in eine grundlose Depression verfiel. Sie war ständig niedergeschlagen, fing mehrmals täglich unmotiviert zu weinen an. Kein Gespräch konnte Klarheit bringen, was eigentlich los war, ja eigentlich war klar, dass überhaupt nichts los war. Es dauerte eine Weile, bis uns auffiel, dass sie kurz davor die Pille gewechselt hatte. Ein erneuter Wechsel und die Depression war augenblicklich verschwunden. Das war kurz gruselig, aber auch gleich wieder vergessen. Falsche Pille halt.
Wenige Jahre später gab es die Pille kaum mehr. Die meisten Frauen hatten inzwischen Implantate - und das kam uns wieder allen ganz normal vor. Dass sich junge Frauen Plastikstäbchen in den Oberarm transplantieren lassen, die über drei Jahre Hormone in ihr System spritzen, kam uns ganz normal vor! Es kam uns sogar super vor: Kein Nachdenken, kein "Oh Gott ich habe die Pille vergessen" und - am Besten - keine Regel mehr!
Oder keine Blutung, denn die Blutungen in Zusammenhang mit der Pille sind ja keine normalen Regelblutungen, sondern künstlich herbeigeführte Hormonentzugsblutungen inmitten einer simulierten Dauerschwangerschaft. Diese Blutungen sind reine Entzugserscheinungen und erfüllen überhaupt keinen biologischen Zweck - die Pillenpause ist einzig und allein dazu da, der Frau "Natürlichkeit" zu simulieren.
Kondome
Dann änderte sich plötzlich was. Vielleicht wurden die Frauen aufgeklärter, vielleicht dachten sie mehr nach, vielleicht wurden sie nur erwachsen. Ich lernte jedenfalls immer mehr Frauen kennen, für die es selbstverständlich war, dass sie natürlich keine Pille nehmen würden. Was man denn denke? Dass sie sich lebenslang bis zur Sterilität mit Hormonen vollpumpen würden? Verhütung wäre auch Männersache. Ob man denn nicht wisse, dass die Hormonkonzentration im Grundwasser es mittlerweile fast zu einem Verhütungsmittel mache, wegen des Urins der ganzen Pillen-Mädchen? Dass Frauen sich aufgrund ihrer Hormonverwirrung erwiesenermaßen in ganz andere Männer verlieben, wenn sie die Pille nehmen und sich trennen, wenn sie die Pille wieder absetzen?
Also wieder Kondome, das elende Leiden. Das fehlende Gefühl, die üble Überstreif-Unterbrechung, die ständige Angst, dass vielleicht doch unten was rauskommt, wenn man sich zu lange weiterliebt ... Aber natürlich war auch mir plötzlich klar, dass die Pille eigentlich irgendwie ungut ist.
Keine Kondome
Dann geschah etwas völlig Unerwartetes: Ich geriet an eine Frau, die keine Pille nahm, sich aber ebenso weigerte, ein Kondom zu verwenden. Was bitte war denn jetzt los? Nein, es sei nicht dasselbe, entweder ohne Kondom, oder gar nicht. Ich solle es aufhalten, es sei ja wohl das Mindeste, dass Männer ihren Orgasmus zu kontrollieren verständen - allein schon um die Geliebte gebührend zu befriedigen.
Oh ha! Was für eine Frau hatte ich mir da angelacht. Das schien mir keine besonders sichere Variante zu sein. Und das mit der Kontrolle ist auch kein einfaches Unterfangen, war aber fortan ohnehin meine Pflicht. So musste ich also nun lernen, zuerst meine Göttin bis zur wohligen Sättigung zu befriedigen, bevor sie mir dann mit geschickter Zunge mein Elixier entlockte.
Trotzdem: Nach einem Jahr in andauernder Angst vor Schwangerschaft (ein paar Tropfen kommen auch zwischendurch und mancher Rückzug erfolgte recht überhastet) und dem dringenden Verlangen auch außerhalb der Regel endlich meine zuckende Extase in ihrer warmen, süßen Frucht zu erleben, begann ich schließlich, mich mit dem weiblichen Zyklus zu beschäftigen. Und da gab es einige Überraschungen.
Die Symptothermale Methode
Frauen sind nur etwa 48 Stunden im Monat fruchtbar. 48 Stunden, das muss man sich mal vorstellen! Ich wusste das nicht. Da nehmen Frauen 30 Jahre lang hochdosierte Hormone, sind ihr Leben lang Dauerschwanger - für 48 Stunden. (Zugegeben: Spermien können bis zu 5 Tage in der Vagina überleben, so dass es die "gefährliche Zeit" eben diese 5 Tage sind, aber trotzdem.) 20 Tage im Monat kann man bedenkenlos Liebe machen - eine Schwangerschaft ist in dieser Zeit physikalisch schlicht unmöglich! Vielleicht war ich zyklusmäßig krass ungebildet, aber ich wusste das nicht. Klar: man hatte es mal in der Schule, aber hatte alle Welt uns nicht immer erzählt, wie "gefährlich" es ist? 48 Stunden ...
Ich wusste auch nicht, dass sich diese 48 Stunden Fruchtbarkeit zweifelsfrei durch eine Kombination aus Temperaturmessung und Scheidensekretbeobachtung bestimmen lassen und dass eine Frau, die ihren Zyklus kennt, sehr genau weiß, wann sie schwanger werden kann und wann nicht. Und ich wusste nicht, dass diese Form der Verhütung heute als genauso sicher gilt, wie die Pille - in der Schule klang das tatsächlich alles ganz anders.
Aber es ist so. Verhütung durch die Pille ist tatsächlich kompletter Wahnsinn. Statt jungen Mädchen beizubringen, die Signale ihres Körpers zu deuten und im Einklang mit ihrem Zyklus zu leben, werden sie mit Hormonen vollgepumpt und den natürlichen Kreisläufen entfremdet, fremdgesteuert, statt zu mehr Selbstbestimmtheit erzogen.
Und so funktioniert es
Mit der sogenannten Symptothermalen Methode (auch: NFP - Natürliche Familienplanung) wird der Tag des Eisprungs und damit auch die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage des Menstruationszyklus bestimmt. Dazu beobachtet die Frau eine Reihe von Veränderungen an ihrem Körper, aus denen eindeutig auf den Zeitpunkt des Eisprungs geschlossen werden kann. Dazu gehören: die Körpertemperatur-Schwankungen (Basaltemperatur-Schwankungen), die Veränderung des Schleims der Vagina (Zervikalschleim) und optional noch die Lage, Festigkeit und der Öffnungsgrad des Gebärmutterhalses.
Am Tag des Eisprungs steigt die Körpertemperatur an, der Zervikalschleim hat eine sehr besondere Qualität und der Muttermund öffnet sich - treten zwei dieser Ereignisse ein, weiß die Frau den Zeitpunkt ihres Eisprungs und damit auch ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage.
Die Beobachtungen werden in spezielle Formulare eingetragen, mit denen ein guter Überblick über den Zyklus und seine Phasen erlangt wird. Mittlerweile gibt es auch Software für PC und Handy und kostenlose Online-Auswertungen.

So lernt die Frau nach und nach ihren Zyklus kennen und weiß nach einiger Zeit sehr genau, wie sie die Signale ihres Körpers zu deuten hat. Am Anfang wird der gesamte Zyklus überwacht, wenn die Frau jedoch erfahrener ist, kennt sie die ungefähren Zeitabstände bereits und es reicht, wenn sie an wenigen Tagen im Monat ihre Temperatur misst und den Schleim beobachtet. Der Vaginaschleim ist nämlich in den fruchtbaren Tagen besonders dünnflüssig, glasklar und "fadenziehend" - er ist in dieser Zeit ein regelrechtes "Lebens-Elixier" das den Spermien ein optimales Nähr-Milieu bieten soll.
Genauere Infos zur Anwendung:
Wikipedia - Symptothermale Methode MyNFP - Einführung in die Symptothermale Methode Malteser - Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung
Sicherheit
Richtig angewendet ist die Methode fast so sicher wie die Pille (sie hat einen Pearl-Index von 0,4 - das Kondom liegt bei 2,0) und ist sogar sicherer als zum Beispiel die Spirale. Allerdings erfordert sie etwas Disziplin und an den fruchtbaren Tagen muss entweder auf Sex verzichtet werden oder ein Kondom verwendet werden, so dass in dieser Zeit die Sicherheit entsprechend niedriger ist.
Nachteile
Naturbedingt haben viele Frauen rund um den Eisprung den größten sexuellen Appetit - nach dem Eisprung möchten manche Frauen sogar gar keinen Sex mehr. Das ist aber eben genau die sichere Phase der STM.
"Die symptothermale Methode verlangt daher von den Anwenderinnen ein Koitusverhalten, das den natürlichen Bedürfnissen diametral gegenübersteht", schreibt die Wikipedia kritisch zu diesem Punkt.
Das ist aber nicht ganz richtig. Die meisten Frauen haben auch nach dem Eisprung durchaus noch Appetit auf lecker Männer und an den kritischen vier Tagen kann ja wie gehabt ein Kondom verwendet werden.
Für Frauen und Paare, die während der Regel keinen Sex mögen, umfasst die absolut sichere Zeit nur ein Drittel des Zyklus und manche scheuen dafür den scheinbar hohen Aufwand. Der allerdings ist gar nicht so hoch, wie es scheinen mag. Das Temperaturmessen am Morgen dauert mit neuen Thermometern knapp 5 Sekunden und der Schleim wird beim Pinkeln überprüft, so dass der Aufwand gerademal 5 Minuten am Tag beträgt.
Mehr als nur Verhütung
Die Methode ist wohl trotzdem wegen der hohen Eigenverantwortlichkeit nicht für alle geeignet - aber sie ist der natürlichste Weg, ohne Angst ungeschützt Liebe machen zu können. Und für nur fünf Minuten Aufwand am Tag eine lebenslange Hormonbedröhnung inklusive simulierter Dauerschwangerschaft vermeiden zu können, sollte eigentlich ein verlockendes Angebot sein.
Neben der Verhütung bringt die Methode für die Frau aber auch eine Beschäftigung mit ihrem Körper und ein neues Gefühl für den eigenen Rhythmus mit sich. Das ist nicht nur interessant, sondern kann auch einem besseren Selbstverständnis beitragen. Schon allein deshalb ist es für viele Frauen, ganz sicher aber für Jugendliche Mädchen eine Bereicherung, wenigstens für einige Zeit mit der Methode zu arbeiten.
Und falls mal ein Kinderwunsch besteht, weiß die Frau auch ganz genau, wann sie ihren Liebsten ins Bett locken muss.
Autoren Info
David Rotter / Sein-Online
Aktuelles
August 2010
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Leser Kommentare:
Am 15. Mai. 2010 geschrieben von Jana
Hallo!
Echt schön so einen Artikel zu lesen! Wenn man auf seinem Weg zu NFP Hilfe, Unterstützung usw. benötigt (so von Frau zu Frau), ist das hier ein guter Anlaufpunkt: http://www.nfp-forum.de
Was Auswertungsprogramme online angeht: Ich persönliche verwende www.mynfp.de und finde es auch am besten, es ist für mich das übersichtlichste und kostet außerdem nichts.
Es ist aber ohnehin auch wichtig, im Hinterkopf zu behalten dass man immer auch in der Lage sein sollte, die Kurve selbständig auszuwerten!
Meiner Meinung nach sollte man sich da nicht unbedingt auf eine Software oder einen Computer verlassen, bei dem man letztlich nicht weiß, ob bsw. die von der Malteser Arbeitsgruppe erarbeiteten Regeln korrekt umgesetzt sind! Und die korrekte Anwendung der Regeln macht die Sicherheit ja aus. :)
Am 04. Mai. 2010 geschrieben von Felix Segebrecht
Hallo David,
ein sehr feiner und gut geschriebener Artikel. Und ich kann Deine Erfahrung nur bestätigen. Ich lernte eine Frau kennen und lieben und die sagte mir - oh schreck! - sie würde mit der Temperaturmethode (mit einem Computer) verhüten. Meine ersten - erheblichen Zweifel an der Sicherheit verflogen, nachdem ich mich über die Grundlagen schlau gemacht haben. Doch ich habe noch mehr gelernt, als nur die Tatsache, dass die Eizelle nur maximal 18 Stunden fruchtbar ist. Ich lernte, dass sich Ihre Lust über den Zyklus verändert, aber auch meine Lust sich an Ihren Zyklus anpasst - was es in den hochempfänglichen Tagen nicht leichter machte Kondome zu verwenden ;-) Ist aber - es mag sich komisch anhören - eine gute Erfahrung. Denn die Tatsache, dass das Zervix-Sekret an den empfänglichen Tage flüssig ist, macht die Verwendung von Kondomen sehr viel leichter. Nun wusste ich endlich, warum es Tage gibt, wo Mann glaubt, das Ding sei weg (ist es aber nicht) es also nicht spürt und andere Tage, wo es störender kaum sein könnte. Es liegt am Zervix-Sekret. Im übrigen wurde die Verhütungsverantwortung so zur Partnersache, auch nicht schlecht.
Das Ende des Lied ist übrigens myona.de, kein Kind, sondern ein Online-Dienst, der seinen Ursprung darin hat, das diese Frau den erwähnten Computer blöd und unhandlich fand.
Viele Grüße,
Felix
Am 03. Mai. 2010 geschrieben von Suzanna Spitzknopf
Mein Kompliment für diesen gelungenen Artikel; ich selbst habe auch einige Monate die symptothermale Merthode angewendet - es war mir dann allerdings irgendwann zu aufwendig. Ich bin danach umgestiegen auf den Minicomuter cyclotest 2 plus, welcher gemäß einer Studie über die Sicherheit der Zykluscomputer als zuverlässigstes Gerät bezüglich der Vorhersage der unfruchtbaren Tage abgeschnitten hat. Siehe
www.verhueten-ohne-hormone.de
Ich persönlich finde es etwas befremdend, dass heutzutage zum einen durch hormonelle Verhütungsmethoden die Fruchtbarkeit erst rigoros abgeschaltet wird, um sie dann plötzlich bei Kinderwunsch ggf. sogar durch Hormonbehandlungen und unter Inkaufnahme zahlreicher Nebenwirkungen wieder in Gang zu bringen.
Meine persönliche Meinung ist, dass jede Frau ersteinmal versuchen sollte, im Einklang mit ihrem Zyklus und ihrer Fruchtbarkeit zu leben, um auch die nicht unerheblichen Nebenwirkungen der Hormone zu vermeiden. Es sollte nicht vergessen werden, dass die hormonellen Verhütungsmittel hochwirksame chemische Substanzen sind, die bis ins kleinste Organ unseres Körpers wirken und den biologischen Zyklus und die damit verbundenen, fein abgestimmten Körperprozesse komplett aushebeln - nicht selten kommt es zu Bluthochdruck, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Depressionen und das Risiko für Herzinfarkt und Thrombosen steigt. Nicht zuletzt berichten viele Frauen auch von sexueller Unlust, wodurch die Pille sich selbst ein wenig überflüssig macht.
Ich kann nur alle Frauen bestärken, die natürliche Verhütung ohne Hormone entweder mit Thermomater und Zyklusblatt oder mit Hilfe von einem Verhütungscomputer wie cyclotest 2 plus mal ein paar Monate lang auszuprobieren, um zu einem die eigene Fruchtbarkeit zu erleben und zum anderen zu erfahren, wie bereichernd eine hormonfreie Verhütungsalternative sein kann.
Am 01. Mai. 2010 geschrieben von Sheila
Hallo!
Ich bin mehr oder weniger zufällig über Ihren Artikel gestolpert.
Gerade bin ich nämlich selber auf der Suche nach Alternativen zur hormonellen Verhütung, da ich durch die Pille (man mag es kaum glauben) Angstzustände und Panikattacken bekommen habe. Seit Anfang des Jahres bin ich jetzt "ohne" unterwegs mit einem eigentlich guten bis sehr guten Körpergefühl. Den Zyklus und die damit verbundenen Abläufe zu spüren und nicht mehr wie unter Drogen gesetzt durch den Arbeitsalltag zu steuern, gibt mir ein g utes Gefühl.
Seit einigen Wochen habe ich nun allerdings ein kleines Techtelmechtel und die Angst, doch schwanger zu werden, schwebt immer über dem Liebesnest...
Ihre Meinung zur hormonellen Verhütung teile ich im Großen und Ganzen. Ich empfinde sie auch als enormen Eingriff in Abläufe, die eigentlich den Alltag einer Frau beeinflussen sollten.
Jedoch bin ich der Meinung, dass bis zu einem gewissen Alter der Frau diese Art der Verhütung einfach der sicherste Weg ist. Solange man noch keine abgeschlossene Schul- oder Ausbildung hat und ein Kind definitiv nicht in die derzeitige Lebensplanung passt (wobei, wann "passt" ein Kind denn wirklich?), sollte eine junge Frau die Pille oder andere Verhütungsmittel dieser Art verwenden. Auch wenn sie sich mit Hormonen vollschüttet und es ihr eigentlich nicht gut tut, ist dies einfach doch neben all den anderen Alternativen die sicherste.
Erst wenn sie sich (oder am besten beide Partner) darüber einig sind, dass es nicht der Weltuntergang wäre, wenn es passieren würde, sollte die Frau ihre Verhütung wechseln.
Tja. Leider gibt es irgendwie doch keine so sicheren Verhütungsmethoden, die einer Frau auch die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft nehmen. Das wär doch eigentlich eine Erfindung, oder?
Vielen Dank für den netten Artikel und vielen Dank vor allem dafür, dass es wohl doch Männer gibt, die sich mit der Frau an sich und mit ihrem Zyklus im Speziellen auseinander setzen!
Sheila
Am 10. März. 2010 geschrieben von u.r.s. josé
lieber david
deine geschichte liest sich in etwa wie die meine ... und es brauchte auch bei mir etwas zeit, bis ich verstand, was da wirklich abging. die pille ist, wie viele andere subtile dinge ebenfalls, eine möglichkeit, die frauen ihrer wahren macht zu berauben und sie in einer scheinsicherheit zu wiegen.
ich habe unzählige diskussionen geführt und versucht, als *missionar* den frauen aufzuzeigen, was sie sich da wirklich antun. manchmal mit erfolg, oftmal auch nicht !
deshalb schätze ich die aktuelle situation von internet und social medias umso mehr, weil sich menschen zu vernetzen beginnen und infoOormationen viel rascher ausgetauscht und verifiziert werden können.
daher werde ich deinen bericht in den nächsten tagen in meinen netzwerken streuen und verlinken und wünsche mir, dass diese chemische sauerei bald mal ihr ende nehmen wird ...
und dann ... dann bin ich ja mächtig gespannt, was mit den frauen geschehen wird ! ich kann es mir gut vorstellen, aber die wirklichkeit wird wahrscheinlich noch viel gewaltiger sein, wenn die frauen ihre natürliche macht wieder zurückerobern ...
herzlicher gruss aus der schweiz
u.r.s. josé aka aquari.urs
// http://wasserrausch.blogspot.com/ //
Am 08. März. 2010 geschrieben von Dörte
Hallo David,
danke für dieses Thema.
Ich stieß vor ca. 10 Jahren auf diese Methode und habe sie auch einige Jahre erfolgreich praktiziert. Und war damals sehr froh, eine Alternative zur Pille gefunden zu haben. Mir war sie dann doch etwas zu aufwändig, und vor allem die Temperaturmessungen zu anfällig gegenüber unregelmäßigen Schlafrhythmen, Erkältungen etc. Trotzdem halte ich sie nach wie vor für eine sehr zuverlässige und praktikable Methode.
Heute gibt es als weitere nicht in den Körper eingreifende Alternative Verhütungscomputer (z.B. Persona), die zwar Kosten verursachen (bis auf die Erstanschaffung ähnlich denen der Pille), aber deren Messung (Hormone im Urin) weitgehend unabhängig von der momentanen Verfassung ist. Leider benutze ich das Gerät noch nicht lange genug, um eine fundierte Meinung dazu abgeben zu können, aber mir ist es sehr sympathisch. Es bleiben natürlich, wie bei der vorgestellten Methode auch, unsichere Tage übrig, an denen man sich etwas anderes überlegen muss. Und es lohnt sich nur wirklich in einer festen Beziehung, da man keine Mess-Monate auslassen kann und auch nur durch längeren Gebrauch des Geräts die Zahl der unsicheren Tage spürbar sinkt.
Und um nochmal die Meinung von Kerstin zu unterstützen, ich stieß vor einigen Monaten auch auf das Buch "Kosmobiologische Empfängnisplanung". Die vermeintliche Sicherheit an den vermeintlich unfruchtbaren Tagen des Zyklus kann täuschen: lt. diesem Buch ist die 2. fruchtbare Phase im Zyklus (nämlich die Mondphase, zu der man geboren wurde), die Fruchtbarere. Persönliche Erfahrungen habe ich dazu bisher nicht, im Buch wird aber auf die erfolgreiche Behandlung vieler ungewollt kinderloser Paare verwiesen, bei denen die kosmobiologisch fruchtbaren Tage nicht mit den herkömmlich bekannten fruchtbaren Tagen zusammenfielen, sondern z.B. in die Phase der Blutung.
Das Buch enthält einen großen Anhang mit Kalendern für mehrere Jahrzehnte, so dass man sowohl die Mond-Phase bei der eigenen Geburt als auch die aktuellen Mondphasen bestimmen / ablesen kann. Und zusätzlich den "biologischen" Zyklus eintragen kann. Um beide Phasen im Überblick zu haben.
Trotz der vielen Argumente für natürliche Methoden lassen sich junge Mädchen leider schwer davon überzeugen, denn einschlägige Jugendzeitschriften transportieren etwas anderes (Pille und Kondom scheinen unantastbar, wobei das Bewußtsein übertragbarer Krankheiten natürlich sehr gut ist und hier nicht negiert werden soll).
Wahrscheinlich kommt auch eine gewisse Unsicherheit hinzu, einerseits über die Handhabung der Methode, andererseits über die nur geringe Präsenz alternativer Methoden in den Medien.
Bleibt die Hoffnung auf eine größere Verbreitung des Bewußtsein in dieser Frage und eine entsprechende Haltungsänderung auch offizieller Stellen sowie die Wirkung von Vorbildern. Auch Gynäkologen sind bei diesem Thema leider sehr skeptisch bzgl. der Sicherheit und hätten doch ein großes Potential, zur Verbreitung beizutragen.
Für Persona wird inzwischen im Fernsehen geworben, auch wenn sicher in erster Linie ein Geschäftsinteresse dahintersteht. Aber die Methode gelangt so ins Blickfeld und hat einen Wiedererkennungswert.
Vermutlich wird es aber dauern, bis diese Methode genauso wie die Pille für einkommensschwache Frauen bezahlt wird.
Nochmal danke und liebe Grüße
Dörte
Am 03. März. 2010 geschrieben von Richard Jones
Die "technische" Verhügungsmethode: http://www.ladycomputer.de
Eine zwar hohe, aber einmalige Investition in Familienplanung und Verhütung zugleich - und die Kosten für die Pille erübrigt sich für den Rest des Jahres.
Lieber einmal richtig denken als 50 Jahre falsch ;-)
Am 27. Februar. 2010 geschrieben von Joker
Ich finde es hört sich ja alles ganz toll an, aber ich sehe nicht 48 Stunden als "gefährlich an" sonder mind. 14 Tage. Wenn ich oben weiter lese das die Spermien mind. 5 Tage in der Vagina überleben und wenn ich denn noch ein paar Tage Sicherheit einbaue, plus die 10 Tage Fruchtbarkeit, dann sind die 48 Stunden doch recht schön gerechnet. Dies soll nicht wetet gemeint sein.
Am 26. Februar. 2010 geschrieben von Löwenzahn
Das Thema ist wirklich sehr interessant, vorallem weil ich seit meinem 14 Lebensjahr auch die Pille nehme.
Schon lange beschäftigt mich das Ganze und mein Körper bittet auch schon nach einer Alternative, aber ich bin mir sehr unsicher bezüglich dieser "natürlichen" Verhütung.
Immerhin ist Selbstdisziplin nicht einfach, und 5 Minuten am Tag sind wirklich nicht viel. ABer wenn ich schon nach 9 Jahren Pille immer noch manchmal vergesse sie zu nehmen(trotz Wecker) dann habe ich Angst diese natürliche Methode auszuprobieren.
Obwohl ich es wirklich ausprobieren würde.
Gibt es irgendwelche Vorbereitungstage?
Aber ansonsten fand ich den Artikel auch äußerst informativ, danke :)
Liebe Grüße
Am 23. Februar. 2010 geschrieben von Claudia
Super Artikel, interessant und witzig geschrieben :-)
Am 23. Februar. 2010 geschrieben von Natascha Feld
Die Professorin Christina Stürmer-Rohr sagte mal Anfang der Neunzehnhundert-Neunziger Jahre: "In Punkto Frauengleichstellung, -befreiung oder Partizipation ist alles gesagt - nur geändert hat sich so gut wie nichts." Dem konnte ich nicht so recht zustimmen, wenn ich mir vor Augen führte, dass Frauen in der Generation meiner Mutter noch nach den Entbindungen von der katholischen Kirche ausgesegnet wurden, um wieder rein zu werden, und dass sie ihre Kinder nicht länger als bis 12.30 Uhr im Kindergarten lassen konnten. Versorgung der Kinder durch den Mann galt als blasphemisch. Viel, viel, viel hat sich geändert, war und ist meine Meinung.
Aber doch immer noch nicht genug! Dass sich die Menschen ihrer eigenen Verantwortung bewußt werden und sie sich nicht von der Kirche oder machtpolitischen Diskursen wie der Pharmaindustrie am Beispiel der Pille abschwatzen lassen, ist anscheinend ein langwieriger Prozess, der mir auch manchmal unnatürlich lang vor kommt. Auf was warten wir? frage ich mich.
Frauen können seit Hunderten von Jahren ihren Zyklus beobachten und in ihm selbstbestimmt leben. Wie gut das funktioniert, daran erinnert man sich in linksaufgeklärten Bevölkerungsgruppen hierzulande auch schon seit etwa 30 Jahren. Sogar in Punkto Schwangerschaftsunterbrechung sind natürliche Methoden bekannt, die nicht invasiv sind, die Seelen wertschätzen und fast kein Geld kosten. Es könnte sein, dass wir 80% der Invasivmedizin und der Pharmaindustrie nicht wirklich brauchen.
Es ist allerdings die Frage, wer die Verantwortung übernimmt, dies mal wirklich zu prüfen und an diesem Mißstand etwas zu verändern. Man könnte zum Beispiel damit beginnen, selbst natürlich zu verhüten. :-)
Vielen Dank für diesen wundervoll geschriebenen Artikel. Möge er ein Weckruf sein.
Natascha Feld
Am 23. Februar. 2010 geschrieben von Kerstin
Danke für diesen mutigen Artikel, David und auch danke Dir Vanessa, für diese wichtige Ergänzung des Buches von Shalila Sharamon u. Bodo J. Baginski.
Seit dieses Buch für mich selbst zum AHA- Erlebnis wurde, verschenke ich es immerwieder an junge Mädchen. Was nämlich die meisten Frauen nicht wissen, wenn sie sich mit Thermometer und Kalender auf den natürlichen Weg machen, und dann doch mal "reinfallen": DASS EINE FRAU entgegen der von Dir vertretenen 48 Stunden-Theorie und allem schulmedizinischen "Kalenderwissen" ZWEI FRUCHTBARE PHASEN IN EINEM ZYKLUS haben kann, die entsprechend ihers Mondrhythmus nicht immer zusammenfallen. Es ist eine spannende Erfahrung ohnehin als Frau, mit der eigenen Mondzeit und der ihr innewohnenden besonderen Kraft in Berührung zu kommen. Wer nur verhüten will- auch als Mann-, sollte das Buch " Kosmologische Empfängnisplanung" auf jeden Fall gelesen haben und könnte so auch den darin enthaltenen Kalender nach dem Geburtsdatum seiner Liebsten berechnen. Noch besser- beide erforschen gemeinsam.
Viel Freude !
Kerstin
Am 22. Februar. 2010 geschrieben von Vanessa Ohlig
Ich musste ja herzhaft lachen, als ich gelesen habe, dass ein Mann diesen Artikel geschrieben hat. :-) Für Frauen scheint es weniger erstaunlich zu sein, dass es gerade mal 48 Stunden sind in denen eine Empfängnis möglich ist! Nun ja. Vielleicht hat es doch mehr mit dem Thema Eigenverantwortung zu tun, als frau es sich eingestehen mag?
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen kann ich den hier aufgezeigten Weg wärmstens empfehlen. Es lohnt sich! Ich möchte jedoch noch auf ein weiteres interessantes Buch aufmerksam machen. Und zwar von Shalila Sharamon und Bodo J. Baginski "Kosmobiologische Empfängnisplanung" (Windpferd Verlag) Es beschäftigt sich mit den Mondphasen und deren Bedeutung bei der Empfängnisplanung und -verhütung.
Vielen Dank auf jeden Fall für diesen Artikel!
Herzliche Grüße,
Vanessa Ohlig (Luna Yoga Lehrerin)