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Um das Thema Schweinegrippe ranken sich zur Zeit die wundersamsten Verschwörungstheorien – von einer gewollten kollektiven Schwächung bis hin zur strategischen Reduzierung der Weltbevölkerung ist alles vertreten. Die Verschwörung: Gibt es sie nun oder ist sie nur das Produkt paranoider Gehirne und Phantasten? Einige ganz offensichtliche Schlussfolgerungen zu verdeckten und versteckten Absichten unserer Mitmenschen.

 

Wikipedia definiert den Begriff Verschwörung als ein heimliches Verbünden, das der Durchführung eines Plans dient mit entweder (a) selbstsüchtiger verwerflicher Zielsetzung zum Schaden anderer oder (b) zwecks Beseitigung von – tatsächlichen oder vermeintlichen – Missständen. Die Zielsetzung einer Verschwörung beruht daher nicht immer auf niederen Motiven, sie basiert jedoch in jedem Falle auf Täuschung.

Konzentrieren wir uns in diesem Artikel erst einmal auf (a) die niederen Motive. Dazu muss man sich einfach mal vor Augen halten, dass weite Bereiche unserer Gesellschaft auf egoistischen Prämissen aufgebaut sind, bei denen es vorrangig um die Durchsetzung der eigenen Ziele gegenüber denen anderer geht – mehr oder weniger offen. Die Grundstrukturen findet man in jedem Fussballverein. Da sind elf Spieler und ein Trainer, die ein gemeinsames Interesse verbindet und die dasselbe Ziel haben: das gegnerische Team zu schlagen. Die Taktik und die Strategien, die sie dazu einsetzen, werden sie dem Kontrahenten tunlichst nicht auf die Nase binden. Das würde das Erreichen des Ziels gefährden. Und genauso läuft es überall ab: Menschen mit ähnlichen Interessen tun sich zusammen und verfolgen ihre speziellen Ziele – oft auch lange Zeit im Geheimen, um keine Gegenkräfte auf den Plan zu rufen. Je nach Bewusstseinsgrad setzen sie dabei mehr oder weniger legale und ethisch vertretbare Mittel ein. Und wie bei manchen Fussballvereinen können auch anfangs legitime Motive machmal schlimm entgleisen.

 

Naivität ablegen

Wer Verschwörungstheorien grundsätzlich ablehnt, weil Menschen doch nicht so unmoralisch sein können, sollte sich mal klar machen, dass es diese Menschen nun mal gibt – die Berichterstattung in Zeitungen und Fernsehen und prallvolle Gefängnisse sind davon ein realer Beleg. Noch nicht jeder ist an einer Bewusstseinsentwicklung hin zu Licht und Liebe interessiert. Und dass eine moralische Gesinnung vom sozialen Status abhängt und in den Reihen gut bezahlter Manager und Politiker öfter auftaucht, wird mittlerweile wohl auch keiner mehr glauben.

Ausgehend von dieser Erkenntnis ein kleines Gedankenexperiment. Wenn ich ein Mensch wäre, der beispielsweise ein Pharmaunternehmen leitet, wenig moralische Skrupel hätte und mehr oder weniger alles für eine Gewinnmaximierung tun würde (weil ich vielleicht auch unter enormem Erfolgsdruck stünde), was würde ich für den Erfolg unternehmen? Zuerst würde ich eine „Marktforschungs-Abteilung“ – bestehend aus Experten jeder Richtung wie Psychologen, Wirtschaftsexperten, politischen Lobbyisten usw. – gründen, die mir absolut jede legale und illegale Möglichkeit aufzeigen soll, wie und wo ich meine Produkte noch besser absetzen und wie ich meine Ziele auch gegen Widerstände durchdrücken kann. Weit hergeholt? Und eine Realisierung im großen Maßstab viel zu komplex? Auf der Ebene der politischen Einflussnahme nennt sich so etwas BND oder CIA. Einfach ein Zusammenschluss von Personen und Gruppen, die ihre Ziele durchsetzen wollen und – abhängig von ihrem moralisch-ethischen Niveau – in der Wahl ihrer Mittel mehr oder weniger wählerisch sind. Und da Politik und Wirtschaft eng verflochten sind, gibt es ziemlich sicher oft ähnliche Interessen und einen gemeinsamen Pool an Informationen und Personal. Die Liste der Großunternehmen, die vollkommen skrupellos ihre Interessen vertreten, ist lang und ihre Möglichkeiten, Einfluss auf gesellschaftliche und politische Entscheidungen zu nehmen, riesengroß (Mehr dazu beispielsweise in dem Buch von John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man: Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia, Goldmann Verlag 2007).

 

Grundantrieb Angst

Weiter im Gedankenspiel: Wenn ich also ein Produkt unter die Menschen bringen oder sonst etwas erreichen will: Wo setze ich am ehesten an? Meine Experten werden mir sagen: Erst einmal am Mangelbewusstsein der Menschen, ihrer Bedürftigkeit und damit auch ihrer Gier. Als zweites versuche ich sie mit Angst zu manipulieren, denn der Grundantrieb der meisten Menschen ist Angst, weil ihnen das Urvertrauen ins Leben verloren gegangen ist. Von unserer Angstgetrieb- enheit zeugen beispielsweise die enorm reichen Versicherungen und Rückversicherungen überall auf der Welt (die höchsten Hochhäuser in Frankfurt gehören den Banken und Versicherungen), deren Geschäft ja auf nichts anderem als Angst beruht. Der in den meisten Ländern exorbitant hohe Militärhaushalt ist ebenfalls ein Ausdruck von kollektiv geschürter Angst. Wenn ich also eine Versicherung verkaufen will, dann werde ich kaum erfolgreich sein, wenn ich dem Kunden sage: „Wissen Sie, man kann dem Leben vertrauen, alles ist gut, alles wird zur rechten Zeit geschehen, wir sind alle getragen.“ Nein, wenn ich verkaufen will, dann packe ich ihn bei seiner Angst: dass der Blitz einschlägt, dass eine Krankheit kommt, dass ihm etwas gestohlen wird, die Waschmaschine ausläuft, er (das neueste Angebot, das mir ins Haus flatterte) sich aus seiner Wohnung ausgeschlossen hat und den teuren Schlüsseldienst bezahlen muss (ich habe, ehrlich gesagt, den Schrieb noch immer nicht weggeworfen). Und wenn ich dem Staat neue Waffen verkaufen will – oder den Menschen Medikamente –, dann schaffe ich eine reale oder eingebildete Bedrohung – je nachdem, wie viel ich  investieren will, welche logistischen Mittel mir zur Verfügung stehen und wie weit ich zu gehen bereit bin.

 

Eigenständig denken

Die Frage, die man sich immer wieder stellen sollte, heißt: Cui bono, wem dient es? In diesem Artikel geht es mir allerdings nicht darum, neue Angst zu kreieren vor unkontrollierbaren Mächten und Vereinigungen, sondern anzuregen zu eigenem Denken. Die Naivität und Bequemlichkeit der eigenen Denkschablonen mal kurz zu hinterfragen. Ich habe von Berliner Ärzten gehört, die – von Angst getrieben und gefangen in den manchmal sehr engen Gedankenkonstrukten und der jahrelangen Konditionierung ihre Berufes – mit ihrer ganzen Familie zum Schweinegrippe-Impfen gegangen sind. Die allen verfügbaren Informationen zum Trotz wie die Schafe zur Schlachtbank gehen. Die es beispielsweise nicht stutzig macht, wenn sie in der Novemberausgabe 2009 des KV-Blattes, der Zeitschrift der kassenärztlichen Vereinigung Berlins – bestimmt kein „Radikalenblatt“ – lesen, dass selbst Ärztekammerpräsident Günter Jonitz, so das KV-Blatt, die „Unabhängigkeit der gegebenen Begründungen zur Notwendigkeit der Impfung bezweifelte, wie sie die Ständige Impfkommission und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vertreten. Die epidemiologische Bedrohung durch das A/H1N1-Virus sei durch die WHO selbst festgelegt worden. Dazu müsse man wissen, so Jonitz, dass in dem entsprechenden Gremium rund die Hälfte der Mitglieder Vertreter von Pharmafirmen sei.“ Dergleichen Infos, die auf eine großangelegte Manipulation und gezielte Fehldeutung der Ereignisse hindeuten, gibt es im Internet jede Menge (gut recherchiert: Der Artikel von Thomas Hein in der Zeitschrift raum & zeit vom Nov./Dez. 2009). Aufwachen, Leute: Während die Toten, die durch die Schweinegrippe verursacht wurden, weltweit nur wenige sind und im Normbereich jeder Grippe liegen, kommen – so schreibt der Medizin-Autor Werner Bartens in seinem Buch „Auf Kosten der Patienten“ – von 17 Millionen Krankenhauspatienten in Deutschland jedes Jahr 17000 durch medizinische Fehler und Irrtümer zu Tode. Das sind Zahlen, bei denen es einem kalt den Rücken runterläuft. Und da geschieht nichts. Weil es da bisher keine geschlossene und mächtige Interessensgruppe mit kommerziellen Interessen gibt.
Aber was nun? Sind wir jetzt die Guten und die anderen die Bösen, die man bekämpfen muss? Nein, jede Bewusstseinsebene hat ihre Berechtigung. Ein „Gegen“ setzt das alte Spiel „ich gegen die anderen“ nur wieder weiter fort. Und das weiß jeder: Wenn ich bekämpft werde, wehre ich mich. Es gilt, auch das von mir Abgelehnte als einen Teil meiner selbst zu erkennen und zu umarmen – eine wunderbare Methode dafür ist beispielsweise die im SEIN-Dezemberheft vorgestellte hawaiianische Methode Ho´oponopono.

 

Den Spiegel verstehen

Es geht darum, auch für die Menschen, die das „Schweinegrippenspiel“ inszeniert haben, Verständnis zu haben, denn sie erschaffen dieses Spiel mit der Angst ja auch nur, weil sie selber eine Resonanz dazu haben, selber in Angst sind, auch wenn sie das vielleicht gar nicht so spüren. Jemand, der Liebe zu sich und seinen Mitmenschen spürt, spielt andere Spiele.

Und: Wir sitzen alle im gleichen Boot. Menschen, die Angstspiele inszenieren, sind letztlich nur eine Projektion unserer eigenen Angst. Durch ihre besondere Resonanz zu diesem Thema drücken sie einfach eine spezielle Angstkomponente aus, die sich im Kollektiv befindet. Sie zeigen uns nur unsere eigene Angst und Unsicherheit und alle damit verbundenen Gefühle. Frei sind wir dann, wenn wir auf diese Spiele nicht mehr aus der Ohnmacht, der Wut, der Resignation, Frustration und Enttäuschung reagieren, sondern aus dem Herzen mit Wärme und Mitgefühl für die unbewussten leiderzeugenden Mechanismen, die sich da über bestimmte Menschen ausspielen. Das heißt nicht, dass wir uns aus konkreten Aktionen auf der Alltagsebene ausklinken sollen und einfach nur stillhalten. Vielmehr können wir dann, wenn wir unseren eigenen Anteil an einer Situation erkennen und klären, immer genauer sehen, was wirklich los ist, und spüren, welchen Informationen wir trauen können, und uns dann für bestimmte Handlungen entscheiden – aber ohne moralische Wertung, Überheblichkeitsgefühl und Schuldzuweisungen. Und: Wir verstehen dann, dass wirkliche Heilung nicht unbedingt dadurch geschieht, dass wir gegenüber dem Auslöser auf die althergebrachte Weise mit purem Aktionismus reagieren. Sondern dass die Heilung bei uns anfängt. Innen. Was wir bei uns geheilt haben, heilen wir gleichzeitig am Kollektiv, und was wir dadurch ins Kollektiv an Heilung hineingeben, kommt uns auch selbst wieder auf verschiedenste Weise als Heilung zugute. Von Menschen, die von sich behaupten, in ihrer Bewusstseinsentwicklung schon ein Stück weiter als die Mehrheit der Menschen zu sein, wird jetzt auch auf dieser Ebene gefordert, Verantwortung fürs Ganze zu übernehmen. Denn der beste Weg, um ein neues kollektives Feld zu schaffen, in dem diese Angst- und Manipulationsspiele nicht mehr geschehen und in dem das Bewusstsein aller eine neue Stufe erreicht, ist der, dass jeder seine Resonanz, seine innere Verbindung zu dem Thema heilt. Wenn wir das alle machen würden – was für eine wunderbare Verschwörung.

 


Lesetipp:
Thomas Wieczorek: Die verblödete Republik – wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen, Droemer/Knaur 2009

 

 

 

 

 

 


Abb.: © Nikolai Sorokin – Fotolia.com

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