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Bernd Kolb kennt sich aus an den Schaltstellen der Macht und weiß, wie Top-Manager und Politiker ticken: Er hantierte an der Börse mit Millionen, war Vorstand bei der Deutschen Telekom, wurde 1999 als Unternehmer des Jahres gefeiert – und stieg 2007 radikal aus. Sein vierjähriger Trip durch Asien wurde eine Reise ins eigene Innere. Seine Erfahrungen drücken sich in außergewöhnlichen Fotografien von Menschen aus, die er auf seinem Weg getroffen hat: aufgenommen fast hautnah aus 70 Zentimetern Entfernung in einem Moment absoluter Intensität und gegenseitiger Offenheit. Die dabei entstandene Auflösung der Ichgrenzen von Fotograf und menschlichem Motiv transportieren die Aufnahmen seiner Ausstellung „Atman“ – wenn sich der Betrachter dem Bild wirklich hingeben kann. Ein Eintreten in eine Welt erweiterten Bewusstseins und tiefen Mitgefühls jenseits von Zerstörungswahn, Isolation und Entfremdung.

 

Viele Jahre lang habe ich mich nach meinem Ausstieg als Topmanager dafür engagiert, Regierungen und Wirtschaftsführer auf den drohenden Kollaps unserer Systeme aufmerksam zu machen. Lange Zeit dachte ich, es fehlt am Verständnis. Doch alle Entscheider, die ich traf – in Europa, den USA und China – hatten teilweise bessere Informationen darüber als ich selbst. Da sitzen ja keine Dummen. Aber die Diskussionen gingen über den Konjunktiv nicht hinaus: „Ja, man sollte, man hätte, man müsste…, aber…“ Dieses „ABER“ drückt den großen Widerspruch aus, dass wir in vielen Situationen wider besseres Wissen handeln. Wir alle. Nahezu jeder von uns. Noch eklatanter wird dieser Widerspruch, wenn es darum geht, mal zu schauen, wie es uns dabei geht. In den Führungsetagen grassiert der Burnout, und laut einer EU-Studie gehen fast die Hälfte aller Europäer mindestens einmal im Jahr aufgrund einer psychischen Erkrankung zum Arzt. Sechs Prozent aller Europäer nehmen täglich Psychopharmaka, das verraten die Zahlen der Weltgesundsheitsorganisation. Aber das Ganze nennt sich immer noch „Wohlstandsgesellschaft“.

Also habe ich mich mit der Frage beschäftigt, was uns daran hindert, nachhaltig zu wirtschaften und gesund, glücklich und zufrieden zu leben. Eigentlich weiß jeder von uns, wie das gehen könnte, und doch gelingt das immer weniger Menschen. Das geht hinauf bis in unsere Führungsetagen, wo dem materiellen Wachstum heute jede Vernunft geopfert wird.

Wenn es also nicht mangelndes Wissen ist, dann kann es nur fehlendes Bewusstsein über die tiefere Wahrheit von uns und der Welt sein.

Die Suche nach den Quellen der Weisheit

Also habe ich mich auf die Suche nach den Quellen menschlicher Weisheit gemacht. Vor vier Jahren begann meine „Wisdom Journey“, die mich quer durch Asien an all die Orte führte, an denen man sich seit Jahrhunderten und Jahrtausenden mit der Frage des menschlichen Bewusstseins – also: Wer bin ich und was ist die Welt hinter all dem Schmerz und der Zerstörung? – beschäftigt hat.

Ich wollte verstehen und dokumentieren, um diesen Schatz der Menschheit wieder in die Moderne zu bringen. Aber in meinem Versuch, typisch westlich analytisch verstehen zu wollen, bin ich kläglich gescheitert. Dann wurde mir klar: Nicht der Verstand schafft Bewusstsein, sondern Bewusstsein selbst bestimmt unser Denken. Man kann Bewusstsein also gar nicht denken, man kann es nur durch Erfahrung entwickeln. Kein Buchwissen wird jemals unser Bewusstsein verändern. Bewusstsein ist etwas Inneres, etwas Unausprechliches, Unbeschreibbares.

Als ich schon aufgeben wollte und meinen Plan über Bord warf, begann das eigentliche Abenteuer. Erst als ich mich auf die mir größtenteils unverständlichen Praktiken und Rituale der weisen Meister, denen ich begegnete, ohne jedes Vorurteil einließ, begann sich alles zu offenbaren. Als ich nicht mehr „verstehen“ wollte, war der Weg frei. Je weniger ich „dachte“, desto mehr fühlte ich. Fühlen, am Denken vorbei, Erleben, ohne zu urteilen, ohne einzuordnen. Was ich erfahren habe, war pures „Da-Sein“. Begegnungen mit scheinbar fremden Menschen, mit Respekt, Vertrauen und bedingungsloser Liebe. Verbundenheit jenseits der Äußerlichkeit, Eins-Sein im Innersten. Mitgefühl jenseits jedes „Ich“ und „Du“.

Allverbundenheit des Seins

Meine fundamentale Erkenntnis dabei: Uns fehlt es am Bewusstsein für zwei große Themen: die Unendlichkeit und die Allverbundenheit des Seins. Wir glauben, dass unsere Existenz mit dem körperlichen Tod endet – dann hat es eine gewisse Logik, dass wir alles hier und jetzt und sofort wollen. Und wenn wir zu stark im Ego unseres Verstandes leben, dann fühlen wir uns in unserem von uns selbst erdachten Ich getrennt vom Gegenüber. Wir beginnen zu vergleichen, gehen in Konkurrenz und handeln nur im Interesse unserer Selbstoptimierung oder aus Hass, den wir durch Kränkung erfahren haben.

Beides widerspricht fundamental der öko-systematischen Intelligenz der Natur. Natur hat Bewusstsein für Unendlichkeit und All-Verbundenheit. Diese Intelligenz ist es, die die schöpferische Vielfalt auf unserem Planten hervorgebracht hat. Wir sind Teil dieser Natur, auch wir sind allverbundene Wesen, die sich erst durchs Miteinander entfalten. Ein Miteinander der bedingungslosen Liebe, der Kooperationsbereitschaft, basierend auf dem bedingungslosen Streben nach dem Guten für alle. Das ist der Schlüssel. Wenn wir dieses großartige Potenzial, das in jedem von uns steckt, erkennen und verwirklichen, werden wir jede Herausforderung meistern.

Dieses Bewusstsein lässt sich entwickeln, es ist jedem Einzelnen von uns zugänglich. Aber es bedarf tiefgreifender Erfahrungen, die ich selbst durch die Begegnungen mit den in diesem Bewusstsein lebenden weisen Menschen auf meiner Reise machen durfte. Ich habe diese Augenblicke, in denen es kein Ich und kein Du mehr gab, sondern Nähe und Mitgefühl, fotografisch festgehalten. Das Wunderbare: Beim kontemplativen Betrachten dieser Bilder kann jeder diese tiefe Erfahrung selbst machen und eintauchen in diese Verbindung. Nicht das Ego und der scharfe, urteilende und damit abgrenzende Blick ist es, sondern das Einlassen, das Einfühlen schafft den Zugang. Es ist ein Erlebnis, das uns auf emotionale Weise zeigt, dass wir mehr sind als bloße Materie, und genau dieses Erlebnis schafft das Bewusstsein, das uns das Mitfühlen lehrt. Wer aus diesem bewussten Sein heraus lebt, kann gar nicht mehr destruktiv handeln.

Atman – Sich selbst begegnen

Die unglaublich große Resonanz auf die Atman-Ausstellung bereits zu Beginn zeigt, wie groß die Sehnsucht danach in uns allen ist. Die Reaktionen der Besucher sind berührend: „Ich hätte es mir vorher gar nicht vorstellen können, wie tief mich diese Bilder in meinem Innersten berührt haben. Da ist etwas in mir, was mich an meine frühesten Kindheitserlebnisse erinnert hat. Ich bin mir wieder selbst begegnet“, schreibt uns ein Besucher ins Gästebuch. Dr. Ruediger Dahlke nennt es „eine tiefe seelische Erfahrung, die ich so noch nie erlebt habe“. Der bekannte Gehirnforscher Prof. Gerald Hüther sagt: „Es ist wirklich so, dass man seine Seele in diesen Gesichtern wiederfindet. Danke für dieses wunderbare Geschenk an die Welt!“

Die Lösung unserer globalen Herausforderungen kann gelingen, aber nur, wenn uns dieser Bewusstseinswandel vom getrennten Ich zu einem verbundenen Wir gelingt. Das gilt für unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, unsere Politik, aber in erster Linie für uns selbst. Mit dem erhobenen Zeigefinger und dem sachlichen Argument kommen wir nicht weiter. Wir müssen heraus aus unserer Opferrolle, um uns zunächst einmal wieder selbst zu finden.

Dieses „wahre Selbst“, der Atman, schlummert in jedem von uns. Wir müssen uns lösen aus den Verstrickungen unseres Denkens, zur Stille des Geistes finden, um die leise Stimme der Seele überhaupt hören zu können, wie C.G. Jung es so schön formuliert hat. Dann schaffen wir den Raum für Neues, Schöpferisches, entwickeln unser Potenzial und werden jede Herausforderung meistern.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mi-Fr: 15-21 Uhr,
Sa-So: 11-21 Uhr

Eintritt: 12 €

Ort: Malzfabrik, Bessemerstr. 2-14, 12103 Berlin

Mehr Infos
– auch über abendliche Vorträge und Gesprächsrunden –
auf www.atman.de

 


Atman – Warum diese Ausstellung besuchen?

Die Fotos dieser Ausstellung haben das Potenzial, die Grenzen unseres Ichs für kurze Zeit aufzulösen und uns mit dem betrachteten Bild verschmelzen zu lassen. Solche Augenblicke werden Satoris, kurze Einblicke in die wahre Natur der Realität genannt.

Das Wunderbare daran: Jedes Mal, wenn wir ein solches Satori erleben, erhält unser Körper-Seele-Geist-System einen Impuls, eine Art Justierung Richtung „Heimat“. Dieser Impuls kann jedes Mal anders aussehen: Mal ist er die Erfahrung bedingungsloser Liebe, mal das Erleben von Leere, Stille, Glück, Einssein mit allem oder Ähnliches. Je öfter wir diese Erfahrung machen, desto mehr Impulse „graben“ in uns, um diese punktuellen Erlebnisse irgendwann als unser Grundlebensgefühl zu installieren. Treffen sich mehrere dieser Impulse in uns, verbinden sie sich und suchen sich ihren Weg Richtung Quelle mit potenzierter Kraft. Und: Hat man ein einziges Mal diese Erfahrung gemacht und seine wahre Natur als Bewusstsein, als den Raum, in dem die gesamte Schöpfung existiert, erkannt, ist der Glaube an ein Ich, das vom Rest der Schöpfung getrennt existiert, dahin.

Es ist, als ob die Wurzel der Illusion abgeschnitten ist – genau wie bei jedem anderen Glaubenssatz, den wir nur für einen einzigen Moment nicht mehr glauben müssen, damit seine Macht gebrochen ist. Bis das gedankliche Ich-Konstrukt sich dann tatsächlich auflöst, kann es natürlich Jahrzehnte dauern. Aber der Irrglaube an ein Ich hat erste Risse bekommen. Es ist also sinnvoll, sich für dieses Experiment „Atman“ Zeit zu nehmen.

Jörg Engelsing

 

SEIN verlost fünfmal zwei Eintrittskarten!
Wer gewinnen will: Bitte eine Postkarte mit dem Stichwort „Atman“ bis zum 15. Juli an den One World Verlag, Akazienstr. 28, 10823 Berlin schicken. Die Gewinner werden aus allen Einsendungen gezogen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung des Gewinns möglich.

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