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Der Zweiklassenstaat

Der Zweiklassenstaat

Titel: Der Zweiklassenstaat

Author: Karl Lauterbach

Verlag: Rowohlt

Preis: 8,95

ISBN: 978-3499622656

Mysterium Staat

Professor Karl Lauterbach, Jahrgang 1963 und geboren in Düren, studierte in Deutschland wie den USA Medizin und Gesundheitsökonomie. Er ist Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Epidemiologie an der Universität Köln und übt eine Lehrtätigkeit an der Harvard School of Public Health aus – genug Grundlagen, um seine Fähigkeiten zum Schreiben eines solchen Buches nicht anzuzweifeln. Um allerdings zu wissen, wie es um unsere Gesellschaft steht, dass wir eine auseinanderschreitende Bevölkerungsschere haben, innerhalb einer Mehrklassengesellschaft leben und dass unsere Ärzte größtenteils naserümpfend auf die „Chipsletten“ (bei den gesetzlichen Kassen Versicherte) schimpfen – dazu benötigt man eigentlich keinen plakativen Buchtitel, sondern bloße Aufmerksamkeit für seine Umwelt und nur die grundlegendsten Denkfähigkeiten. In den sechs Kapiteln (zum Beispiel „Die wahren Rentenlügen“, „Von der Wiege bis zur Bahre: Pflege im Zweiklassenstaat“, „Bildung erster und zweiter Klasse“ und „Wie die Privilegierten das Land ruinieren“) nimmt sich Karl Lauterbach des deutschen Bildungs-, Pflege-, Kassen- und Sozialsystems an, erklärt verständlich Mechanismen und Grundlagen, deckt soziale Ungerechtigkeiten und Fehler auf und bietet auch verschiedene Lösungsvorschläge an.

Fazit: Man steht dem Essay des Herrn Lauterbach etwas skeptisch und ambivalent gegenüber. Einerseits ist es stellenweise wirklich treffend formuliert und mitreißend geschrieben – andererseits ist die Parteinahme des Autors, der zur SPD-Führungsriege gehört und große Krankenkassen berät – eindeutig, das propagierte „Feindbild“ etwas einseitig. Hier wie überall im Leben gilt also: mit wachem Blick lesen, selbsttätig denken und eine eigenständige, hinterfragende Auslese treffen.

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