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Go vegan! Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben

Go vegan! Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben

Titel: Go vegan! Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben

Author: Marlene Halser (Hg.)

Verlag: Riva

Preis: 16,99

ISBN: 978-3868833065

Vegane Vielfalt

Eine rein pflanzliche Ernährung? Obwohl Veganismus in den letzten Jahren stark im Trend ist und immer mehr Anhänger/innen und Akzeptanz findet: Für viele erscheint dies übertrieben, obwohl sie um die Schrecken der Massentierhaltung wissen. Schon im Vorwort zu „Go vegan!“ lädt die Journalistin Marlene Halser, die das Buch konzipiert hat, unaufgeregt und aus einer alltäglichen Situation heraus, dazu ein überkommene Ernährungstraditionen und unser Wertesystem im Hinblick auf Tierleid und den ökologischen Fußabdruck mal zu hinterfragen. Sie stellt auch die Frage, ob wir unseren Kindern Fleischkonsum vielleicht nur kulturell anerziehen. Veganismus – und das mag vielleicht einige erstaunen – ist nämlich tatsächtlich mehr als nur kein Schnitzel mehr zu essen. Veganismus umschließt für viele Menschen eben auch den bewussten Verzicht auf tierische Produkte in allen Lebensbereichen – Kleidung und Kosmetik also eingeschlossen.

Über 20 recht bekannte Stars der veganen Szene kommen hier zu Wort. Sehr ausführlich wird ihnen auf den über 200 Seiten Platz eingeräumt, um ihre persönlichen Geschichten zu erzählen. Die Leser/innen erhalten so einen Einblick in fremde Leben und bekommen ganz nebenbei neue Gedanken und Fakten an die Hand. Jeder bietet eine Sicht auf seine Beweggründe, sich für den veganen Lebensweg zu entscheiden. Und da diese durchaus auch vielfältig sind, werden damit auch – je nach Sympathiefaktor oder Identifikationsmöglichkeit – unterschiedliche Zugänge für auf den Veganismus neugierige Leser/innen geboten. So begegnet man hier Annie Bonnie Schindler und Sara Rodenhizer, die einen veganen Sexshop betreiben, Claudia Renner – die Frau hinter dem Blog „Claudi goes vegan“, dem veganen Chefkoch Björn Moschinski, dem Sozialwissenschaftler Bernd-Udo Rinas, und natürlich wird auch dem stark von sich selbst eingenommenen und ebenso stark polarisierenden veganen Koch Attila Hildmann hier eine Bühne geboten.

Zur ernährungswissenschaftlichen Untermauerung zwischen all den angenehm lockeren Texten kommt mit Dr. med. Ernst Walter Henrich natürlich auch ein Arzt zu Wort, der unter anderem auf die bekannte China Study, die 2005 von Prof. Dr. T. Colin Campbell in Buchform veröffentlicht wurde, verweist. Campbell und sein Team hatten über Jahrzehnte hinweg die Gesellschaft Chinas in Hinblick auf Gesundheit und Ernährung untersucht. Dadurch, dass die noch traditionell lebende Landbevölkerung sich nur von wenigen tierischen Produkten ernährt, die städtische Bevölkerung sich aber hin zu einem westlichen Ernährungsstil entwickelt hat, lassen sich die Auswirkungen der geänderten Essgewohnheiten gut vergleichen.

Fazit: Das Buch will anregen, inspirieren und die Tür in Richtung einer für manche unbekannten Lebenswelt aufstoßen. Der Subtitel und die darin aufgestellten Behauptungen mag allerdings sachten Widerwillen bei Nichtveganern erregen. Lebensglück ist nun mal etwas rein Subjektives. Kann man mit der indirekten Unterstellung im Buchtitel, ein schlechtes und unglückliches Leben zu führen, wirklich die Zielgruppe überzeugen? Insofern ist dieser Satz vom Verlag vielleicht etwas sehr unglücklich gewählt.

Denn Veganer selbst müssen ja nicht mehr vom Veganismus überzeugt werden, und für diese hält dieses Buch wahrscheinlich nicht viel Neues bereit. Wenn man bereit ist, darüber hinweg zu sehen, ist diese Lektüre natürlich auch gerade für die eigentliche Zielgruppe der Neuveganer, Vegetarier, Flexitarier und Carnivoren einen sehr ausgiebigen Blick wert. Ein weiteres Pro ist das angehängte Glossar, das mit weiterführender Literatur und Links aufwartet.

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