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Fast jeder spirituelle Weg beginnt mit einer Unzufriedenheit. Du merkst, dass irgendwas in deinem Leben fehlt. Und begibst dich auf die Suche nach einer Sache, von du erst nicht einmal weißt, was sie überhaupt ist. Du suchst dieses Phantom überall. Vielleicht glaubst du, dass die perfekte Beziehung dich glücklich macht. Und merkst irgendwann: Nein, das ist es nicht. Dann denkst du: Wenn ich reich bin, werde ich glücklich sein. Auch diesen Weg verfolgst du, bis auch an dessen Ende die Erkenntnis steht: Das ist es ebenfalls nicht. Vielleicht ist es dann Macht, die dich anzieht. Wieder beginnt das Spiel und endet mit dem gleichen Ergebnis: Es macht dich nicht wirklich glücklich.

Über tausende von Inkarnationen und in Millionen Spielarten folgst du allen möglichen Verheißungen, bist am Suchen nach dem Angenehmen, nach dem ultimativen Wohlgefühl, das dich endlich zufrieden machen soll. Doch nichts scheint die Kraft zu haben, deine tiefe Sehnsucht auf Dauer zu erfüllen. Wenn du Glück hast, erhältst du eines Tages ein Geschenk: Irgendwann hast du ein tiefes Erlebnis des Wahren, Echten, Schönen und erkennst, was du die ganze Zeit in den mannigfaltigen Verlockungen des Lebens gesucht hast. Und dann passiert das Wunder: Du verlierst Stück für Stück das Interesse an all den Ebenen der Projektion, die dir das Glück zu verheißen schienen, und wendest dich der Quelle der Schöpfung selbst zu, setzt die Verbindung damit an die erste Stelle in deinem Leben.

Du erkennst: All die Projektionen sind wunderbar, sind Geschenke des Einen, die du auspacken und genießen darfst, doch ohne die absolute und bedingungslose Liebe zum Leben sind sie flach und schal, nur eine Quelle von Verwicklungen und damit letztlich als „Glücklichmacher“ enttäuschend. Es ist ein unglaubliches – aber oft auch sehr schmerzhaftes, weil desillusionierendes – Geschenk, wenn bei einem Menschen dieser Wandel geschieht, wenn er das Glück nicht mehr im Außen sucht, sondern sich nach innen wendet, weil er begriffen hat, dass es dort tatsächlich auf ihn wartet. Und wenn du dann tatsächlich dort angekommen bist, weißt du: die ganzen Qualen, der Frust, die Enttäuschungen, die Ängste und Schmerzen: All das war es wert.

Jörg Engelsing

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