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Wir Menschen haben auf unserer Lebensreise alle eins gemeinsam: Wir sind aus unserer Mutter heraus geboren. Für eine Dauer von neun Monaten ist ihre Gebärmutter unser ganzes Universum – mehr noch, wir haben hier eine spirituelle Erfahrung des Einsseins, die für diesen Aufenthalt kennzeichnend ist. Wenn wir sehr viel später im Leben als langjährig spirituell Praktizierende in unseren Kontemplationen und Gebeten ein Erleben des Einsseins suchen, stoßen wir auf eine ­Ebene in uns, die mit dieser Urerfahrung im Mutterleib verknüpft ist.

 

Als Erwachsene wünschen wir uns die spirituelle Erfahrung der Einheit, jedoch ohne regressiv zu werden, also sprichwörtlich in den Mutterleib zurück zu wollen. Symbolisch ist diese Einheit von allem die transpersonale Mutter. Das Spannende: Der Charakter der bis dahin entwickelten Beziehung zu unserer personalen Mutter spiegelt unsere Beziehung zur transpersonalen. Ist die personale Mutter eine karge Frau, wird das Universum uns ebenfalls karg erscheinen. Ist sie übergriffig, werden wir – egal ob als Mann oder Frau – Abwehrmechanismen entwickeln, um ihre Energie und damit gleichzeitig die Fülle des Universums von uns wegzuhalten. Ist sie eine verrückte Frau, werden wir dem Universum vielleicht misstrauen. Die Beispiele ließen sich in endlosen Variationen fortführen, entscheidend ist, dass auf einer unbewussten Ebene das Erleben der göttlichen Mutter von unser personalen Mutterbeziehung vorgeprägt wird.

Eine bewusste spirituelle Praxis kann hier segensreich einwirken, indem zunächst das Herz als Fundament und Brennpunkt spiritueller Energieaufnahme und –weitergabe über tägliche Meditation kultiviert wird. Durch das Halten dieses Raumes jenseits aller personalen Abwehr- und Kontrollmechanismen erlangen wir Schritt für Schritt Zugang zu transzendenten spirituellen Ressourcen. Im Idealfall erleben wir in einer Herzeinweihung eine Referenzerfahrung, die uns nicht mehr an der alles durchdringenden, kraftvollen Existenz des Numinosen zweifeln lässt und auf die wir danach im Alltag zurückgreifen können. Das Herz ist hierbei mehr als nur eine Metapher. Es ist einübbare und erlernbare Realität. In der Tradition antiker Mysterienschulen werden die Wege des Herzens in unterschiedlichsten Arten und Weisen besungen, beschworen, durch Gebete eingeladen oder schlicht in Demut und Gnade gegangen. Ein nur einmaliges physisches Durchströmt-Sein von Herzenergie kann ein so machtvolles Erleben sein, dass es einen zentralen Wendepunkt in unserer Biographie markiert.

 

Spirituell nähren

Ist der Herz-Zugang einmal etabliert, erlangen wir die Fähigkeit, uns selbst spirituell zu nähren oder besser: durch unsere Offenheit nähren zu lassen. Jetzt wird das Herz zur Mutter und wir können die Überreste alten Denkens und Fühlens, die sich in unserer Körperlichkeit verankert haben, mit ihm auflösen. Wir beschreiten einen neuen Weg in eine höhere Form der Liebe.

Eine Sichtweise, welche die personale Mutter als eine Repräsentantin der göttlichen Mutter sieht, ist hierbei essentiell. Denn egal, wie weise oder närrisch, perfekt oder unperfekt, klagend oder jauchzend, liebend oder leidend diese Repräsentanz auch ausfallen mag, hinter ihr steht die göttliche Mutter, und die personale Mutter wird allein durch das Bereitstellen ihrer Gebärmutter zu ihrer Jüngerin. Nur dadurch erlangen wir Existenz und Verkörperung, und für das Geschenk dieses Lebens gebührt ihr höchster Dank. Doch häufig wird diese dankbare Haltung in uns durch unbewusste Animositäten gegenüber unserer Mutter verzerrt oder sogar verhindert. Da ist das Beispiel des amerikanischen Yogalehrers, der in Indien bei seinem Guru tiefe Erleuchtungserfahrungen macht, zurückkehrt in die Staaten und sofort beginnt, sehr erfolgreich Workshops zu geben. Nach einem halben Jahr beschließt er, seine Eltern zu besuchen. Er setzt den Fuß über die Türschwelle, bekommt eine Bemerkung mit schrägem Blick von seiner Mutter … und seine ganze spirituelle Energie fällt in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

Wir können, um ein mythologisches Bild zu nehmen, auch sagen: Die personale Mutter ist die Torhüterin auf dem Weg zur göttlichen Mutter. Schaffen wir es nicht, vor ihr in Liebe stehen zu bleiben, wird der Weg in die transpersonalen Bereiche der göttlichen Mutter nicht frei. Schaffen wir es nicht, in Vergebung zu sein, in Freiheit, in Wahrheit und in Liebe, bleibt der Weg verschlossen.

 

Verzerrte Wahrnehmung

Wie sehr dieses Stehen vor ihr oder diese Beziehung von Projektionen durchsetzt ist, wird deutlich, wenn wir die unterschiedliche Wahrnehmung von Geschwistern betrachten. Da steht ein amerikanischer Mystiker am Grab seiner Mutter mit seinen beiden Brüdern und jeder der drei Männer hält eine Grabrede. Die Trauergemeinde hat den Eindruck, sie sprechen über drei völlig unterschiedliche Frauen – so weit geht die Wahrnehmung auseinander.

Die Zurücknahme aller Projektionen ist daher spirituell unverzichtbar und gleichzeitig eine der am schwierigsten lebbaren Verhaltensweisen. Ist es doch in jedem Falle das Gegenüber, das projiziert und nicht wir, oder? Ganze Beziehungsromane und Opern künden von diesem einzigartigen Phänomen, und auch hier spielt die personale Mutter als allererste Projektionsfläche eine nicht zu unterschätzende Rolle. Erst wenn unser Blick auf sie ein gewandelter, neutral liebender ist, wird der Weg frei in ungeahnte Sphären, die den Alltagsverstand übersteigen. Dies bedeutet dann Re­spekt in der eigentlichen Bedeutung des Wortes: re-spicare, zweimal schauen, genauer schauen, schlussendlich durch sie hindurch schauen.

Der von mir entwickelte Prozess „Mother Healing“ schenkt seinen Hörern die Möglichkeit, die Beziehung zur personalen Mutter zu heilen und gleichzeitig durchzubrechen in eine Erfahrung der göttlichen Mutter.  Solange die Beziehung zur personalen Mutter ungeklärt oder gestört ist, fällt es spirituellen Aspiranten nicht nur schwer, sich den bedingungslos liebenden Energien der transpersonalen Mutter ganz hinzugeben. Gleiches gilt auch für den Bereich der Partnerschaft; egal ob als Mann oder Frau – solange die Beziehung zur Mutter nicht frei ist, können die archetypisch männlichen und weiblichen Energien nicht in den Tanz eintreten, den sich beide Geschlechter in der Tiefe ihrer Herzen sehnlichst wünschen. Mother Healing schafft es durch einen einzigartigen Perspektivenwechsel, diese Muster zu durchbrechen und in einen inneren Raum frei fließender Liebe hineinzuführen. Die Mutterbeziehung wird auf eine überraschende Art unmittelbar geheilt, so dass sich ein neuer Raum für eine direkte Begegnung mit der göttlichen Mutter öffnet.


Abb: © Liddy Hansdottir – Fotolia.com

Hörtipps:

Neu! Thomas Young, CD Mother Healing – Das Heilen der Mutterbeziehung
Thomas Young, CD 7 Generationen – Die Klärung der ­Ahnenreihen
Thomas Young, CD Heilung geschieht – Das Wunder möglich machen
Thomas Young, CD ­Divine Blueprint – ­Kontakt zur Höchsten Essenz

Lesetipp:
Thomas Young, Willkommen im Herzen

Bestellbar über:
Büro Thomas Young, Tel.: 07563-915 355
info@thomasyoung.net
www.thomasyoung.net

Über den Autor

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hat sein Ich als Filmemacher und Geschäftsmann hinter sich gelassen, als eine Todeserfahrung sein ganzes Leben von Grund auf änderte. Der in Deutschland geborene Weisheitslehrer teilt seit Jahren seine Erfahrungen mit der alchemistischen Kraft des Herzens mit unzähligen Menschen in Europa und den USA. Mit Humor und Klarheit unterstützt er Menschen dabei, die Reise zur Wandlung ihres Bewusstseins anzutreten und den „Schatz im Inneren“ zu entdecken.

Lesetipp:
Thomas Young: Willkommen im Herzen, Integral Verlag Random House, München
Hörtipp: 7 Generationen, Büro Thomas Young, Kisslegg

Mehr Infos

Workshops:
Mi, 13.5.: 7 Generationen – Leuchtfeuer für die Seele
Mi, 10.6.: Divine Blueprint – Kontakt mit der höchsten Essenz
Beide Workshops im Logenhaus, Emser Straße 12/13,
19-22 Uhr, 60 €

Eine Antwort

  1. diana

    hallo thomas, vielen dank für diesen beitrag.er stößt mich mit der nase drauf, um was ich immer noch einen bogen mache.nämlich, die beziehung zu meiner mutter zu heilen. deine 7- generationen- meditation kenne ich schon und habe sie auch schon mehrmals angewendet, allerdings denke ich, dass ein familienstellen nicht durch die arbeit mit den cds ersetzt werden kann. so habe ich es wenigstens erfahren.
    liebe grüße
    diana

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