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Borgia – Die 1. Staffel [Director’s Cut]

Machtpolitische Ränkespiele

Obwohl das Christentum doch Frieden und Nächstenliebe postuliert, war der Papstthron – als eine der wichtigsten Machtpositionen der westlichen Welt – in der Vergangenheit hart umkämpft. Begibt man sich auf eine gedankliche Reise in die Historie, taucht unweigerlich der Name der Borgia auf. Im Jahr 1492 wird der Spanier Rodrigo Borgia als Alexander VI. zum Papst gewählt, hebt seine Bastarde Juan, Cesare und Lucrezia in bedeutende Positionen und hält sich offen seine Kurtisanen. Borgia ist nur neun Jahre lang der Herr über den christlichen Glauben, doch auch heute noch bewegt er die Gemüter. Der Familienname der Borgias steht für Religion, Mord, Bigotterie, Intrigen, Gewalt, Machtgier, Sex und Gerüchte um Inzest. Sie waren sagenumwoben, gefürchtet und geächtet – kaum eine historische Familie gab und gibt Schriftstellern und Filmemachern mehr Stoff für Erzählungen, Romane und Filme.

In Zusammenarbeit mit dem ZDF und dem ORF entsteht derzeit ein kostüm- und bildgewaltiges Werk, dessen erste Staffel (die geschichtlich schon im Vorfeld der Papst-Ernennung einsetzt) dieses Jahr auch schon viel beachtet – allerdings insgesamt um 58 Minuten zensiert – im Fernsehen lief. Die Serie gilt als eine der teuersten europäischen Fernsehproduktionen aller Zeiten.

Fazit: Es gibt wohl einige kleine historische Abweichungen, die man aber den Regisseuren als künstlerische Freiheit auslegen kann. Wer gerne Historienserien á la „Die Tudors“ sieht, wird an diesem fesselnden Ränkespiel seine Freude haben. Ab Dezember ist die erste Staffel nun als Director’s Cut (FSK 18) erhältlich und macht sich sicherlich auch gut unter manchem Weihnachtsbaum. 

 

Oliver Hirschbiegel, Metin Hüseyin
Borgia – Die 1. Staffel [Director’s Cut]
Studiocanal, 2011
654 Minuten, DVD 25,95 Euro
Blue-ray 41,95 Euro

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