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Auf DVD: Babys

Werbung fürs Kinderkriegen

Dem Zuschauer begegnen in diesem unkommentierten Dokumentarfilm vier unterschiedliche Babys – zwei  von ihnen wachsen in der Weite der „Wildnis“ auf (Bayar in der Mongolei, Ponijao in Namibia) und zwei in sogenannten zivilisierten Großstädten (Hattie in San Francisco, Mari in Tokio). Die Kamera begleitet sie „vom ersten Atemzug bis zu den ersten Schritten“. Gezeigt werden die Aufnahmen in chronologischer Reihenfolge – der Regisseur hat sich hierbei bemüht, Entwicklungsschritte und inhaltlich verwandte Szenen der verschiedenen Kinder und ihrer Kulturen direkt einander gegenüber zu stellen. So kann man verfolgen, wie sie ihre Umwelt entdecken, Erfahrungen sammeln, sich in Interaktion mit anderen Menschen begeben, ihren eigenen Körper erforschen und sich so zu  eigenständigen Individuen entwickeln. Amüsant ist es auch, zu verfolgen, wie Mari in frustriertes Gebrüll ausbricht und Bayar glückselig-verzückt eine Rolle Toilettenpapier abrollt. Zu sehen, wie Ponijao versonnen im Staub spielt und Hattie auf dem Spielplatz tobt. Gepaart ist das ganze mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen. Die Weite des Himmels und die mongolische Steppe setzt sich ab gegen Tokios Häuserschluchten.

Fazit: Faszinierend, wie unterschiedlich und im Grunde doch so gleich die menschliche Schöpfung ist. Babys sind eben einfach universell. Ein die Seele leicht machender Film, der selbst Menschen, die keine Eltern sind, zum Lächeln und Lachen bringt – die beste Werbung fürs Kinderkriegen.

 

Thomas Balmès, Alain Chaba
Babys
Kinowelt, 2011
75 Minuten, 12,95 Euro

 

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