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Die spirituelle Gemeinschaft Findhorn im Norden Schottlands feiert im Herbst 2012 ihren 50. Geburtstag. In all den Jahren hat sie viele tausend Menschen auf ihrem Weg begleitet und der Welt und später gegründeten Gemeinschaften wichtige Impulse gegeben. Dafür an dieser Stelle eine dankbare Würdigung.

 

 

Die Geschichte der Gemeinschaft fußt auf einem langen Training der drei Gemeinschaftsgründer in tiefer Transformationsarbeit, die 1957 dazu führte, dass Eileen Caddy eine Stimme in ihrem Inneren hörte, die sagte: „Sei still und wisse, dass ich Gott bin.“ Von da an bekam sie tägliche Botschaften, oft mit genauen Handlungsanweisungen.

Eileen, ihr späterer Ehemann Peter Caddy und eine gemeinsame Freundin, Dorothy McLean, arbeiteten zusammen in einem Hotel, dessen Manager Peter war. Dank der Anweisungen der inneren Stimme und der Bereitschaft, diese umzusetzen, erblühte das Hotel unter der Leitung des kleinen Teams, das gemeinsam meditierte und an innerer Entwicklung arbeitete. Eines Tages wurden sie von der Hotelbesitzerin gebeten, sich zusammen in ein anderes Hotel versetzen zu lassen, das abgewirtschaftet war und das sie wieder flott machen sollten. Sie willigten ein, wenn auch der Abschied schwer fiel. Doch die innere Stimme sicherte ihnen zu, dass sie eines Tages in das erste Hotel zurückkehren würden. Im neuen Hotel tauchten jedoch viele Probleme auf und es lief eher schlecht als recht. Eines Tages kündigte die innere Stimme an: „Morgen geschieht etwas Bedeutsames, habt aber keine Angst, das gehört zum Plan!“ Und dann wurden sie am nächsten Tag mir nichts dir nichts gefeuert. Eileen und Peter hatten mittlerweile drei kleine Jungs, und so machten sich im November 1962 drei Erwachsene und drei Kinder in einem Auto mit einem Wohnwagen auf den Weg in die Ungewissheit eines neuen Lebens.

 

Der Prophezeiung vertrauen

Auf einem Campingplatz bei dem Dorf Findhorn, nicht allzu weit vom ursprünglichen Hotel, fanden sie einen Dauerstellplatz für ihren Wohnwagen auf sandigem Boden neben einer Müllhalde. Sie vertrauten auf die Prophezeiung, wieder ins Cluny Hill Hotel zurückkehren zu können, und dachten, dieser Platz sei nur ihr vorübergehendes Heim. Peter suchte lange erfolglos Arbeit, Eileen kümmerte sich um die Kinder, kochte für alle und erhielt die Ordnung in ihrem winzigen Zuhause so gut es ging aufrecht. Peter und Dorothy begannen neben dem Wohnwagen Gemüse anzubauen, da sie von acht Pfund Sozialhilfe pro Woche lebten. Leider war der Sandboden nicht gerade gemüsefreundlich.

In dieser Zeit der Prüfungen meditierten sie weiterhin zusammen, und Eileen empfing täglich ihre Botschaften, die sie jeweils um vier Uhr morgens in einer Kabine der Campingplatztoilette mitschrieb – ihrem einzigen ungestörten Platz.
Nach und nach wurde ihnen offenbart, dass dies die Anfänge einer Gemeinschaft seien, die einmal sehr groß werden würde. In ihren gemeinsamen Meditationen begannen sie mit ihrem inneren Auge kleine Gruppen zu sehen, die auch meditierten. Nach einer Weile tauchten plötzlich einzelne Menschen aus diesen Gruppen bei ihnen auf und gesellten sich vorübergehend zu ihnen – später auch dauerhaft.

 

Anweisungen der Pflanzenseelen

Dorothy begann auf Peters Anregung hin beim Gemüseanbau mit den Pflanzen zu reden, und wundersamer Weise empfing sie von den Pflanzen genaue Anweisungen, welche wo gesetzt werden wollte, wo ein Windschutz hin sollte usw. Nach einer Weile wurde das Gemüsebeet zum Wundergarten. Dank der Zusammenarbeit mit der göttlichen Ebene und mit den Pflanzenseelen war das Gemüse, das auf dem Sandboden neben der Müllhalde gedieh, gigantisch groß. Kohlköpfe von 20 Kilogramm gingen durch die Presse und wurden in internationalen Publikationen erwähnt.

Immer mehr Menschen kamen und blieben. Die Gemeinschaft entstand quasi aus dem Nichts des reinen Gottvertrauens, und die wachsende Schar von Miterschaffern leistete großartige Pionierarbeit in Sachen Manifestation, disziplinierter Treue zur inneren Stimme und Zusammenarbeit mit der Natur.

Nach den vielen Höhen und Tiefen einer erfolgreichen Aufbauphase erfüllte sich nach 14 Jahren dann die Prophezeiung der Rückkehr ins Cluny Hill Hotel, wenn auch auf ungeahnte Weise: Das Hotel wurde ihnen mitsamt Möbeln und komplettem Inventar für ´nen Appel und ´n Ei zum Kauf angeboten! Seither ist es als großes Seminarzentrum fester Bestandteil der Findhorn Foundation, und der Geist des Ortes offenbart sich nun dort den vielen Gästen, ­Bewohnern und den 1000 Seminarbesuchern pro Jahr. Durch ihr Zusammenwirken und die konsequente Ausrichtung auf höhere Ziele haben Eileen, Peter und Dorothy ein weithin wirksames Beispiel gesetzt, wie es möglich ist, das kleine eigennützige Selbst zu überwinden und mit der Kraft der Intention und des Vertrauens einen wunderbaren Lebensraum  und ein harmonisches, inspiriertes Zusammenleben zu erschaffen, in dem die Widrigkeiten des Alltags in gelebte Liebe verwandelt werden. So war eins ihrer Motti, das auch jetzt noch in Findhorn gelebt wird: „Arbeit ist Liebe in Aktion.“

 

Innovative Gemeinschaft

Die spannende Geschichte der Entstehung und Entwicklung der Gemeinschaft ist in Eileen Caddys Autobiographie „Flug in die innere Freiheit“ nachzulesen.

Peter Caddy verließ die Gemeinschaft 1979 und starb 1994 bei einem Autounfall. Dorothy McLean wechselte 1979 in eine amerikanische Gemeinschaft, verbringt aber seit 2010 ihren Lebensabend in Findhorn, wo sie 92-jährig immer noch Seminare gibt. Eileen Caddy lebte bis zu ihrem Tod im Jahre 2006 in der Gemeinschaft.

Heute ist das Umfeld der Findhorn Foundation auf 600 Menschen angewachsen, wovon zirka die Hälfte in der engeren Gemeinschaft lebt. Der Campingplatz wurde gekauft, und um ihn herum ist ein ökologisches Dorf mit 30 Betrieben entstanden: mit Europas erster Pflanzenkläranlage, Windrädern, Solartechnik- und Ökobaufirmen, Architekturbüro, Verlag, Café, Weberei, Töpferei, Bäckerei und Bioladen, dem geschätzten Moray Art Center, Gesundheitszentrum, Youthtrust, einer Sprachschule, einem Aufforstungsprojekt, dem Seminarzentrum und einem College, dem Ecovillage Institute… und dem Global Ecovillage Network, das 1995 in Findhorn gegründet wurde.

Die Findhorn Foundation ist auch Nichtregierungsmitglied der UNO und ist dort ein gefragter Ökodorftrainer für Nachhaltigkeit. Einen schönen ersten Einblick gibt das YouTube-Video „Findhorn Now“.

 

Kraft verbundener Herzen

Nach wie vor ist es ein sehr inspirierender Ort, an dem die spirituelle Vision lebendig geblieben ist und die Kraft der verbundenen Herzen wirkt. Ich war des Öfteren dort zu Gast und habe die Magie von Findhorn erlebt… Vor jeder Arbeitsschicht stimmt man sich zusammen ein. Man öffnet sich füreinander und für segensreiche Qualitäten. Aus dieser Hinwendung nach innen entscheidet sich, wer welche Arbeiten übernimmt. Manchmal sagt die innere Stimme dann: „Mach den Abwasch“, obwohl man sonst eigentlich überhaupt nicht gerne abwäscht. Und dann stellt sich heraus, dass der Mensch, der abtrocknet, einem genau die Dinge erzählt, die man schon lange wissen wollte. Fast alle Entscheidungen werden mit meditativer Einstimmung gefällt. Ein Freund, der dort lebt, hatte zum Beispiel überhaupt keine Ahnung vom Gärtnern, und trotzdem sagte ihm seine innere Stimme, er solle die Leitung des Cluny-Gartens übernehmen. Er ging das Risiko ein und wurde auf sehr wundersame Weise geführt, so dass er nach geraumer Zeit sogar die Rückmeldung bekam, so schön habe der Garten schon lange nicht ausgesehen.

Ich denke, ein Geheimnis des anhaltenden Blühens von Findhorn ist die Tatsache, dass Eileen Caddy, die die Gemeinschaft über 10 Jahre mit ihren innerlich empfangenen Weisungen geführt hat, sich aus dieser Position ab 1972 zurückgezogen hat, damit die Mitglieder lernen, selbst den Zugang zur göttlichen Stimme in sich zu finden, zu der Stimme der Intuition, die an Bereiche jenseits des Einzelselbst anknüpft.

Damit wurde dort ein Schritt vollzogen und vorgelebt, der meines Erachtens in der heutigen Zeit immense Wichtigkeit erlangt: als Bürger die Art unseres Zusammenlebens wieder selbst zu gestalten und sich dabei nicht von Eigennutz, Bequemlichkeit und Manipulation leiten zu lassen, sondern von unserem guten Kern, der mit allem und allen verbunden ist, der manchmal wundersame, geheimnisvolle Wege aufzeigt und sich immer als segensreich erweist.

 

Blueprint für Gemeinschaften

Aufgrund dieses Zusammenwirkens der Herzen und der höheren Ebenen wird Findhorn oft als Mysterienschule bezeichnet, die die Entwicklung des Einzelnen sehr unterstützt und beschleunigt. Und auch die Entwicklung der Menschheit: Viele später entstandene Gemeinschaften wurden direkt von Findhorn inspiriert oder profitierten indirekt von dem morphischen Feld, das die Pioniere etabliert haben.

Ich glaube, der Gemeinschaftsgründungsboom, den wir heutzutage erleben, zeigt an, wie sich das gesamtgesellschaftliche Gefüge auf lange Sicht entwickeln wird: weg von der Ausrichtung auf Macht, Profit und Monopolisierung hin zu einem dezentralen, mehr regionalen Gemeinwesen, in dem die Menschen wieder selbst Verantwortung übernehmen füreinander, für ihren Lebensraum und für die Art ihres Wirtschaftens und Zusammenlebens. Hierfür braucht es eine starke Verbindung mit geistigen Werten. Diese Werte nicht nur aus religiösen Lehren und moralischen Dogmen zu beziehen, sondern sie aus der eigenen, selbst erlebten inneren Verbindung lebendig zu erhalten, ist eine große Errungenschaft von Findhorn. Menschen aus aller Herren Länder, von Japan bis Chile, mit den unterschiedlichsten religiösen und spirituellen Ausrichtungen lassen sich dort auf diese Innerlichkeit ein und finden immer wieder neu zusammen.

Indem ich also Findhorn gratuliere und für den weiteren Weg Glück wünsche, wünsche ich von Herzen allen Gemeinschaften und der großen Gemeinschaft der Menschheit Glück und Segen auf dem Weg, den Himmel auf Erden gemeinsam zu verwirklichen!


Eine der Botschaften, die Eileen Caddy in den Gründungsjahren empfangen hat, im Originalton:

„A whole new world is opening up for you.
Be not afraid!
This center is becoming a beacon of light, which will draw souls to it.
Turn no one away, judge no one, but see my hand in everything.
Expand your thinking – do your part by ­holding the visions I give to you.
This place is my fortress.
It will flower and flourish because my
blessings are poured upon it,
because I am guiding and directing all that
is done here.
The young and old, all nations, all colours,
all creeds shall gather together
in perfect peace and harmony in this place.
See the work expanding beyond anything you´ve ever imagined,
sweeping across the world like a mighty ­flame!


Abb.: Die große Versammlungshalle
Abb. 2: Cluny Hill Site
Abb. 5: Besondere Note: Wohnen in recycelten Whiskyfässern

ist Gestalttherapeutin, Heilpraktikerin und Spirit Coach und seit 1993 mit Findhorn verbunden. Als sie sich die Frage eines Umzugs dorthin stellte, antwortete ihre innere Stimme: „Statt umzuziehen, sei Findhorn und bringe die dort gelebten Qualitäten in die Welt!“ Dies war ein Auftakt für die alltägliche Ausrichtung auf ­Intention und Vertrauen.

Ihr nächstes Gruppenprojekt (zusammen mit Elizabeth Smith) ist eine Pilgerreise für Frauen nach Glastonbury, Salisbury, Stonehenge und Avebury, die der weiblichen Seelenpräsenz gewidmet ist. Durch Einstimmung auf die Natur und mit Hilfe von Ritualen zur Seelenklärung und – stärkung, Gesprächsrunden und Meditationen richten sich die Teilnehmerinnen auf die Intention aus, die Werte der Neuen Zeit mehr und mehr zu verkörpern.

Durch absichtsvolle Präsenz an den Kraftorten können die Transformationsenergien gleichzeitig empfangen und gesendet werden und eine segensreiche Vernetzung schaffen mit den Heimatorten und  Angehörigen der Teilnehmerinnen sowie mit bewusst gewählten Verbindungspunkten wie Findhorn und Iona.

Termin:
16.-26. Sept. 2012

Ausführliche Reisebeschreibung per mail oder Post über

Katharina.Knitsch@gmx.de,
Tel.: 030-22 80 57 54 oder
elizabeth.a.c.smith@gmail.com

Über den Autor

Avatar of Katharina Knitsch

ist Heilpraktikerin und Psychotherapeutin mit Praxis in Berlin Zehlendorf. Sie arbeitet u.a. mit Methoden der Gestalttherapie, EFT- Meridianklopfen (Emotional Freedom Technique) und der Aurawahrnehmung (n. R. Strücker) am Auffinden und Lösen von Blockaden und Schwierigkeiten. ­Spirituelle Anbindung und bei Bedarf energetische Körperarbeit helfen dabei, zentrierter, mit neuem Schwung und mehr Bewusstheit die nötigen Schritte zu tun.

Eine Antwort

  1. ursula czerwenka

    hallo liebe katharina !

    ich fühle mich innerlich schon sehr lange der findhorn-gemeinschaft stark verbunden. nach ihrem artikel, den sie oben zum 50. geburtstag dieser
    gemeinschaft schrieben, fiel mir ein,
    vielleicht wollen sie mir, uns, hier in eisenbrechtshofen, bei dem besuch einer dieser großartigen kraftorte, die sie auf ihrer pilgerreise besuchen,
    von dort „gute-kraftvolle Energie“ senden für unsere projekte hier, direkt
    vor ort.
    der ENGEL von findhorn begleitet mich, so fühle ich es…
    und jetzt nach einem schweren unfall ( 2010 ) kann ich ganz vieles von dem verwirklichen was ich mir, für diese welt, für ein friedliches miteinander, schon immer gewünscht habe… aber energie von guten menschen, an einem besonderen ORT, das könnte ganz wunder-bar weiter-helfen. :-))

    ganz herzlichen dank im voraus an alle, die uns in ihre GEBETE mit einschließen wollen und damit gemeinschaft-wesen-tliches mit-gestalten.

    in freundschaftlicher umarmung,
    ursula ( www.fasten-erde-menschsein.de )

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