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Die Natur gehört uns allen und sie beschenkt uns reichlich. Aber irgendwie ist es seit der Generation unserer Großeltern aus der Mode gekommen, Äpfel von Bäumen zu pflücken, statt von der Auslage im Supermarkt. Die Internetplattform Mundraub.org will das wieder ändern.

Herrenloses Obst

Dabei ertrinken manche Gegenden geradezu in ungenutztem Obst, jedes Jahr verfaulen herrliche Früchte an zigtausenden von herrenlosen oder vergessenen Obstbäumen an Landstraßen, in verlassenen Gärten oder auf Grundstücken von Menschen mit wenig Zeit. Im Nordosten Deutschlands wird regelmäßig der Obstnotstand ausgerufen. Es gibt dort einfach zu viele Äpfel, Birnen und Pflaumen an den Alleen und in den verlassenen Gärten der landflüchtigen Bevölkerung und eine Fahrt über eine Mecklenburger Obstbaumallee wird in der Erntezeit nicht selten zu einer gefährlichen Rutschpartie durch Mus und Kompott. Dabei sind viele dieser Früchte sogar Sprösslinge alter und wertvoller Sorten. Und Bioläden in Berlin bieten Früchte aus Neuseeland und Südafrika an.

Verzeichnis für freies Obst

Obst MundraubDem will Mundraub.org Abhilfe schaffen: Auf einer Landkarte können Besucher europaweit herrenlose Obstbäume sowie Fundstellen für Beeren, Nüsse und Kräuter eintragen. Auch die Besitzer von Obstbäumen, die diese nicht abernten können oder wollen, sind dazu angehalten, diese durch die Plattform für die Allgemeinheit freizugeben. Der Name mundraub ist daher ein wenig irreführend – die Plattform will keineswegs zum nächtlichen Ernte-Diebstahl anregen, sondern nur dafür sorgen, dass die Schätze von Mutter Natur auch gehoben werden.

Die Initiatoren hoffen, dass die Nutzer der Plattform für Bioäpfel und Ökokirschen aus Übersee, zumindest zwischen Juli und November, bald nur noch ein weises Schmunzeln übrig haben.

 

 

 

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9 Responses

  1. Roser

    Hallo Ihr Lieben!
    Habe von Euch gehört und wollte die Seite aufrufen. Hat sich aber nichts
    getan. Finde ich eine super Idee. Mir tut es auch immer sehr leid, wenn
    soviel Obst verfault und wir kaufen es im Supermarkt.
    Ist die Seite noch aktiv? Letzte Einträge von 2010. Ich würde gerne
    Obst einmachen, wenn hier im Süden (Raum Stockach/Pfullendorf)
    etwas wäre. Bin auch gerne bereit, eingemachtes weiterzugeben, wenn
    das jemand nicht kann. Einzige Bedingung – Glas zurück.
    Liebe Grüße
    Claudia

    Antworten
  2. Melli

    Sobald es ans Geben geht, wird bedrückenderweise schwarzgemalt und geklammert. Es kann doch jeder selbst entscheiden, ob er sein(e) Bäumchen freigibt oder nicht. Und es werden anzunehmenderweise keine wilden Horden einfallen. In einem Vogelschutzgebiet muss ja nicht unbedingt angeboten/geerntet werden. Außerdem kann man zur Ruhe anmahnen. Die meisten Bäume stehen doch eh im Dorf oder am Feld. Und es gibt eine solche Fülle, dass auch die Tiere ganz bestimmt noch genug übrig haben – wenn denn überhaupt jemand das Angebot vor Ort annimmt. Und wenn man sich ein Bein bricht, ist man natürlich selber schuld, wer denn sonst? Prinzipiell ist das ein absolut sinnvolles Vorhaben, das ich von Herzen begrüße. Die Inka hatten drei Reihen Frucht/Getreide, dass für den Vorbeiziehenden kostenfrei zur Verfügung stand. Somit musste niemand hungern oder stehlen. Wer sich darüber hinaus etwas nahm, wurde hart bestraft. Aber das war ja auch für den Ärmsten dann nicht nötig. Ich hätte eigentlich erwartet, dass diese tolle Idee auf mehr positive Resonanz stößt.

    Antworten
  3. Regina Swarat

    Liebe Apfelfreunde,

    ich biete unbehandelte (Bio-) Äpfel der Sorte Melros (eine Kreuzung von 1932 aus Jonathan + Red Delicius) zum (Pflück-)Preis von 1,00 €/kg an.

    Bitte bei Bedarf melden auch unter Tel. 06051-66514.

    Herzliche Herbstgrüße!

    Antworten
  4. Fischer

    Meine Lieben,
    tolle Idee, ich bin auch traurig, wenn ich alles Obst auf der Erde liegen sehe, aber ich traue mich nicht, weil ich nicht weiß, ob es verboten ist.
    Nun habe ich in unserem „Gartenfreund“ einen Artikel über Euch gefunden und gleich aufgerufen, aber . . . . irgendwie srimmt die Adresse nicht. Bei uns steht – www.mundraub.org – geht nicht. Also habe ich es über Google versucht und auch dort lassen sich nicht alle Einträge öffnen. Nun bin ich auf dieser Seite gelandet, aber die Landkarte lässt sich auch nicht öffnen.
    Vielleicht könnt Ihr das mal überprüfen und dann irgendetwas berichtigen.

    Wie gesagt, Super Idee,
    es grüßt Euch B.Fischer

    Antworten
  5. Gewürzluiken

    Na, Ja ich stehe der Aktion kritisch gegenüber. Wer schneidet die Obstbäume ?, Wer mäht die Streuobstwiese, wer macht die Pflegemaßnahmen? Wer planzt neue Obstbäume. Ich persönlich habe ein Streuobstwiese als Hobby mit vielen alten Obstbäume, um diese alten Sorten zu erhalten., und als Naturschutzmaßnahme viele Tiere finden auf unserer Streuobstwiese Obdach (Vögel, Wildbienen, Siebenschläfer etc. Natürlich finde ich es schade das vieles verfault,(nicht bei mir ich lasse aber noch was für die Tiere) aber auch die Tiere gerade in diesem letzten langen Winter waren darauf angewiesen (z.b Vögel). Desweiteren wer haftet wenn Mundräuber von einem hohen Baum stürzen. Ich sehe die Mentälität alles umsonst? und wer garantiert das der Baum das ObstStück wirklich zum Mundraub zur Verfügung steht. Ich sehe schon Horden über Streuobstwiesen herfallen? aber nichts dafür tun. Danke

    Antworten
  6. Micha Vimal Prarthi

    Soviel ich essen kann, sollte ich nehmen dürfen. Nur die Taschen mir vollstopfen, das sollte ich nicht tun.

    So steht es in sinngemäßer Weise angeblich an einer Stelle in der Bibel.

    Antworten
  7. Leser

    Leider halte ich davon nicht soviel. Erstens würde ich mir mehr natürliche Räume wünschen, die man in Frieden lässt, anstatt sie mit unbewussten Menschen frequentieren zu lassen. Die Folgen sind Störungen im Umfeld. Lärm, Zerstörung, Irritationen, etc. Die Tiere haben schon genug an diesen Neurosen zu leiden und diese Plätze des Rückzugs auch noch zu degradieren, ist äußerst bedauerlich;-)

    Außerdem brauchen viele Tiere das Obst im Winter, als Nahrungs- und Lebensquelle!

    Frei nach einem Bionade-Plakat:
    Wollen wir wirklich zurück zur Natur, oder sie nicht doch lieber in Ruhe lasse;-)

    MfG

    Antworten
  8. Redaktion

    @Survivaltyp: Die gute Sitte gebietet es eigentlich, Artikel erst zu lesen, bevor man sie kommentiert. Hättest Du das getan, wäre dein Kommentar hier überflüssig.

    Sinnfrei ist er ohnehin: Herumliegendes Obst aufzusammeln ist nun wirklich kein „Bürgerkrieg“.

    Antworten
  9. survivaltyp

    ..lustig eine negative meinung..unerwünscht?
    ..welche hetze ist hier der urheber?=)
    ..der ach so.. menschlich erscheinen will?=)
    das..die dümmste aufhetze zum bürgerkrieg..
    sollte einer.. nur einer sich an meinem kleinen garten vergreifen..
    wird der mensch sehr lange schmerzen haben..
    ..jede form einer extreme ..hat extreme als wirkung ..und das meist negativ…
    ..daher vordenken.. anstatt nachhandeln..
    w.z.b. 3 weltk….

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