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Mineralwasser mit Östrogenen belastet

Frankfurter Forscher haben herausgefunden, dass insbesondere das Mineralwasser aus Kunststoffflaschen oft mit Umwelthormonen belastet ist. Die Chemiker konnten in verschiedenen Mineralwässern Chemikalien nachweisen, die menschlichen Hormonen, wie zum Beispiel dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln:

„Wir mussten feststellen, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist“, so das Forschungsteam. Kläranlagenabwasser gilt vor allem durch die Anti-Baby-Pille als extrem östrogenbelastet.

Besonders betroffen ist Mineralwasser aus PET-Flaschen – die Werte liegen etwa doppelt so hoch wie bei Wasser aus Glasflaschen. Warum, ist bisher noch nicht engültig geklärt. Ein Grund könnten aber die im Plastik enthaltenen Weichmacher sein. Forscher hatten in den letzten Jahren wiederholt gesundheitliche Bedenken gegenüber den PET-Flaschen geäußert, die Industrie hatte diese aber bis jetzt mit Hinweis auf gesetzliche Grenzwerte zurückgewiesen.

Der frankfurter Forscher Martin Wagner sieht das anders: „Wir konnten mit unseren Schnecken zeigen, dass es trotz Einhaltung der Grenzwerte zu erheblichen hormonellen Belastungen kommt“, so Wagner.

Experten warnen in Anbetracht der neuen Ergebnisse jetzt vor möglichen Schäden für die Gesundheit. Besonders gefährdet sind wahrscheinlich Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder.

Gesicherte Erkenntnisse über die Folgen gibt es noch nicht, aber in Tierversuchen an Ratten zeigten sich schon bei niedrigen Dosen ernstzunehmende Folgen: Abnahme der Fruchtbarkeit, verzögerter oder verfrühter Eintritt der Pubertät und Verhaltensstörungen bei Jungtieren, die im Mutterleib der Substanz ausgesetzt waren. Ähnliches ist für den Menschen nicht auszuschließen.

 

Bild: no_mis / aboutpixel.de

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