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In den letzten 30 Jahren hat sich die Fleischproduktion verdreifacht – eine wahre Revolution der Viehwirtschaft, mit fatalen Folgen für Gesundheit und Umwelt. Der internationale Forschungsbericht „Livestock in a Changing Landscape“ (Island Press) zeigt die Grenzen der Viehwirtschaft auf und kommt zum Ergebnis: „Über kurz oder lang müssen wir unseren Fleischkonsum drastisch reduzieren.“

Leichenberge und totes Land

Die Zahlen sind bedrückend: Mehr als 1,7 Millarden Tiere werden weltweit als Nutztiere missbraucht, sie bedecken bereits ein Viertel der gesamten Erdoberfläche. Für das benötigte Futter werden ein Drittel aller zur Verfügung stehenden Landwirtschaftlichen Flächen gebraucht – Bedarf ständig steigend.

Die Nutztierhaltung ist eine der größten Ursachen für Umweltzerstörung und -verschmutzung. Denn für die Tierhaltung werden weltweit Wälder gerodet, das Weideland wird einseitig genutzt und mit Massen an Düngemitteln und Pestiziden zerstört. Die Haltung verbraucht schwindelerregende Mengen an Wasser, darüber hinaus stellen die Exkremente der Tiere einen wesentlichen Faktor für die Verschmutzung der Land- und Wasserressourcen dar. Dazu kommen gewaltige Mengen an CO2-, Methan- und andere Treibhausgasemissionen, insgesamt ist die Nutztierhaltung für etwa 18 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Die Autoren der Studie schätzen, dass sich die Viehproduktion bis 2050 noch einmal verdoppeln wird – spätestens dann wird das Ökosystem diese Last allerdings nicht mehr tragen können.

Krankheiten aus dem Schlachthaus

Doch nicht nur die Gesundheit des Planeten bereitet Sorgen. Spätestens die Vogelgrippe hat uns die Wechselwirkung zwischen Tierhaltung, Tiergesundheit und unserem eigenen Wohlergehen vor Augen geführt. Rinderwahnsinn, Schweinepest und Gammelfleisch sind auch noch nicht ganz vergessen. Die Risiken sind auf Dauer kaum abzuschätzen.

Doch allein der Verzehr von Fleisch stellt schon ein Gesundheitsrisiko dar – die Verbindung von Fleischkonsum und zahlreichen schweren chronischen Erkrankungen ist wissenschaftlich erwiesen. Allein deshalb schon sollte in den Industrieländern der Fleischkonsum eingeschränkt werden.

So geht es nicht

Es braucht wohl kein internationales Forscherteam um festzustellen, dass es so nicht weitergehen kann – aber nun haben wir es halt nochmal offiziell. Lösungen haben die Forscher allerdings auch keine.

„Die Menschen werden nicht aufhören, Fleisch zu essen“, sagt Mitherausgeber Fritz Schneider von der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL), „aber ich hoffe immer, dass sie lernen können, dass sie ihr Verhalten verändern. Über kurz oder lang müssen wir unseren Fleischkonsum drastisch reduzieren.“ Er hofft, dass die Studie hilft, den nötigen Bewusstseinswandel zu beschleunigen.

 

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Bild: Michael Neilson

 

3 Responses

  1. Christian

    Ich möchte diesen Artikel dann gleich mal als Anlaß nutzen, Euch alle herzlich am 17.04.2010, um 14.00Uhr, am Dorfgemeinschaftshaus, nach Binde/Altmark zur nächsten „Gegen-die-Schweinemasterweiterung-s-Demo“ einzuladen.

    Bei uns hat der deutschlandbekannte Herr Adrian Straathof (Info über ihn findet ihr im Netz) eine Schweinemastanlage (Ferkelproduktion) mit 33.000 Tieren und er will diese, damit auch alles komlett unter einem Dach ist, auf 55.000 Tiere (+22.000 Mastschweine) erweitern. Das ist mehr als eine Verdoppelung der Großviehenheiten!!!

    Was hier schon alles abgeht, abstinkt und abschwingt kann sich ja jeder vorstellen.

    Hier noch unser Kontakt: bi.binde@googlemail.com

    Vielleicht sehen wir uns ja.

    Viele Grüße und einen schönen Frühling wünscht euch

    Christian Starck

    Antworten
  2. Jones

    Ich verstehe was damit gemeint ist. Nämlich das was der nette Herr Politiker im Deutscnen Bundestag gefordert hat. Weniger Fleisch essen weil wir damit das Klima erwärmen . Alles andere in diesem nettenText oben ist genauso dramatisch dargestellt und so dargelegt wie der Klimaschwindel ansich! Niemals ist und wird der Mensch diesen Klimawandel bremsen oder soagr selber entfacht haben. Alles andere ist Brot fürs Volk . Genauso wie Frau Merkel wetterst das wir das Klima retten müssen und sogar Sanktionenen erwogen hat, selbst aber die Förderung von Solarenergie um 24% senkt dieses Jahr, genauso sollten wir die von Ihr geforderten Klimapläne ignorieren. Den einzig und allein am Wandel des Klimas ist die Sonne schuld mit Ihren Zyklen !!!
    Und nicht das wir Fleisch essen oder zu viele Autos auf der Strasse haben. Ein B-52 Bomber verbraucht beim start mehr Treibstoff alsmein Auto fürs ganze Jahr !!! Man sollte sich nicht selbst ein Ei legen!^!!!

    Und wer es immer noch nicht wahr haben will,..hier ein Beleg das es immer wieder zu Klimawandel kommt auf der Erde.!! Oder haben die damals zu viel Fleisch gegessen????

    @ ZITIERE.
    http://www.genesys-hannover.de/nn_324970/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr__080828.html

    Antworten
  3. Kato

    Die Forscher forschen und die Bevölkerung ignoriert. Quittiert das dann gern mit Sprüchen wie: Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg.

    Manchmal versteh ich die Menschen die sich den Weltuntergang wünschen – scheint die einfachste Lösung zu sein und wenn wir so weiter machen, dann werden wir das auch schaffen mit Hilfe derer, die ein Verhalten an den Tag legen, dass man sich manchmal den Untergang dieser Zivilisation wünscht. Wobei gibt es ein anderes Wort für Zivilisation, eines, wo die Assoziation mit zivilisiert fehlt?

    Egal die, die schon wissen und anwenden sind sicher nicht hierher gekommen um den Untergang zum blühen zu bringen, wir sind hier, weil wir wissen, das und wie es anders geht und weil wir es leben, egal ob andere da mitmachen oder nicht. Und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass man sein Fleischkonsum reduziert (von weglassen will ich hier gar nicht anfangen). Gemeint ist das wahre Menschsein.

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