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Der Staat zieht für die Kirche nicht nur die Kirchensteuer ein, er macht auch das Steuer-Portemonnaie großzügig auf und lässt Milliarden in die Taschen der Kirchen fließen. Wie viel Geld das tatsächlich ist, zeigt nun eine neue Berechnung.

Religiöse Neutralität?

Offiziell gibt es in Deutschland eine Trennung von Kirche und Staat. Was ideologisch trotz aller Berufung auf „christliche Werte“ noch halbwegs gelten mag, sieht finanziell allerdings ganz anders aus. Obwohl mittlerweile ein Drittel aller Deutschen konfessionslos ist, wird die Kirche immer noch gefördert, wie keine andere Religionsgemeinschaft.

Nicht nur ist die Kirche von fast allen Steuern befreit, es fließen jedes Jahr Milliarden an Steuergeldern in ihre Taschen. Der Glaube, die Kirche würde ihre Einrichtungen selbst aus Spenden und der Kirchensteuer finanzieren, ist ein Irrtum: 90 Prozent aller kirchlichen Einrichtungen werden vom Staat finanziert.

Unsummen an Steuergeldern

In seinem neuen „Violettbuch Kirchenfinanzen“ (Alibri-Verlag) rechnet der Kirchenexperte Carsten Frerk vor, wie viel Geld jedes Jahr von Staat an die Kirchen gezahlt wird. Und kommt dabei auf erstaunliche Summen,

Besonders umstritten sind wohl die 450 Millionen Euro, die der Saat jedes Jahr für die Gehälter von Bischöfen, Pfarrern und Theologen ausgibt. Ob solche Personalkosten, tatsächlich von den Steuerzahlern finanziert werden müssen, ist doch sehr fraglich.

Zusammen mit dem Geld für Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Kirchen und andere Einrichtungen fließen jedes Jahr insgesamt 19 Milliarden Euro in Richtung Kirche, rechnet Frerk vor – und darin sind die 9 Milliarden Euro Kirchensteuern wohlbemerkt noch nicht enthalten.

Dazu kommen laut Frerk noch stattliche 45 Milliarden für Diakonie und Caritas, die ebenfalls den Kirchen zugehören.

Berechtigte Förderung?

Stolze Summen, welche die Diskussion um die Rechtmäßigkeit solcher Förderungen noch einmal anfeuern werden. Sicher: Die Kirche übernimmt mit ihren Einrichtungen viele wichtige soziale Aufgaben in der Gesellschaft. Andererseits ließen sich diese sicher auch anders organisieren – und vor allem weltanschaulich freier.

 

2 Responses

  1. Uwe Hillebrand warumglaubstdunoch.de

    Die so genannten christlichen Werte halten einer genaueren Berachtung nicht stand. Grundlage dafür muss das
    Heilige Buch der Christen, die Bibel, sein. Und zu Beginn dieses Buches stehen die 10 Gebote. Dabei umfasst das 1. Gebot sechs Sätze, von denen der zweite Satz lautet:

    »Du sollst keine anderen Götter neben mir haben«

    Das ist die bekannte Form des 1. Gebotes, die auch so im Kurz-Katechismus steht. Dieser Satz ist durchaus sinnvoll, denn Jahwe hatte und hat ja genügend Konkurrenz. Es gab und gibt nun mal viele Götter, da durfte Jahwe schon mal darauf hinweisen, dass er unter all denen der richtige war. Was aber nicht im Kurz-Katechismus steht, ist die Tatsache, dass Gott im sechsten Satz des 1. Gebotes sagte:

    »Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation«

    Als Feinde bezeichnete Gott diejenigen, die nicht an ihn glaubten. Aufgrund dieser Worte durften sich die Töchter freuen, dass sie nicht als Söhne geboren wurden. Es lässt sich unschwer ableiten, dass die Sippenhaft ein wichtiger moralischer Standard des so beschriebenen Gottes ist. Wie konnte ein Gott der Liebe so etwas sagen? Ist demnach die Sippenhaft ein christlicher Wert?

    Im 10. Gebot, laut Text des Alten Testaments, der der Kirche inzwischen peinlich ist, sagt Gott, dass man nicht die Sklaven des Nächsten begehren darf. Er sagt nicht, und das wäre ja solch ein christlicher Wert, dass Sklavenhaltung strikt verboten ist. Aus diesem Grund war auch der Vatikan die Institution, die am längsten Slaven hatte, auch wenn der nachdenkende Mensch so etwas nicht glaubt.

    Aus weiteren einfachen Beispielen kann man unschwer erkennen, dass hinter dem Begriff „Christliche Werte“ nichts steht.

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  2. Klaus Zirwes

    wenn man, wie hier liest, wie viele Milliarden die Kirche vom Staat bekommt – zusätzlich 9 Milliarden Kirchensteuer –
    zusätzlich 450 Millionen für ‚Gehälter
    = dann kann man sich vorstellen , dass es einem Bischof z.B. in Limburg nicht darauf ankommt, Millionen zu verschwenden. Man hat´s ja im Überfluss!

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