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Deutsche Privathaushalte werfen jedes Jahr Speisen im Wert von rund 22 Milliarden Euro weg. Valentin Thurn, Regisseur der Dokumentation „Taste The Waste“, war von den Ergebnissen seiner Recherchen so schockiert, dass er nun selbst Initiative ergriffen hat. Sein Projekt Foodsharing.de ist eine Internet-Plattform und mobile App, die Privatpersonen, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel kostenlos in der Foodsharing-Community anzubieten oder solche bei anderen abzuholen.

Durch die Crowdfounding-Plattform Startnext.de hat sein Team bereits das nötige Startkapital zusammen. Und auch schon großartige Neuigkeiten zu vermelden: Die Bio-Supermarktkette Biocompany wird als erster Supermarkt in Deutschland die App in ihren Filialen einsetzen wird, um Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten.

Die Idee ist einfach: Wer Lebensmittel übrig hat, trägt diese über sein Handy oder Computer bei foodsharing.de ein, andere User können sich über ein Online-Ticket die Abholung der Lebensmittel sichern. Damit niemand weit fahren muss, wird natürlich der Standort berücksichtigt und man bekommt nur solche Angebote angezeigt, die sich in einem definierten Umkreis befinden.

Aus der Projektbeschreibung:

Lebensmittelverschwendung ist eines der größten und meist übersehenen Probleme unserer Generation. Wir vernichten über die Hälfte der für uns produzierten Nahrung, auf ihrem Weg vom Feld bis zu unseren Esstischen. Knapp 82 Kilogramm im Wert von einigen hundert Euro wirft jeder Bundesbürger im Schnitt weg. Zwei Drittel des Abfalls wären vermeidbar, weil die weggeworfenen Lebensmittel noch genießbar sind.

Auch Supermärkte, Lebensmittelfabriken und Gastronomie werfen jährlich mehrere Millionen Tonnen Lebensmittel weg, und sogar die Bauern müssen einen großen Teil ihrer Ernte aussortieren, weil der Handel nur makellos aussehendes Obst und Gemüse abnimmt.

Mit FOODSHARING wollen wir eine Plattform schaffen, mit deren Hilfe Privathaushalte, Händler und Erzeuger ihre überschüssigen Lebensmittel anderen Menschen kostenlos anbieten können. Egal, ob man seine Speisen einfach nur abholen lassen möchte, oder ob man sich zum gemeinsamen Kochen und Essen verabredet: mit FOODSHARING soll eine Community entstehen, die Lebensmitteln wieder die Wertschätzung verschafft, die sie verdient haben.

Im digitalen Zeitalter bieten Smartphones und mobiles Internet viele Möglichkeiten, den Alltag zu erleichtern: Wer Mitfahrgelegenheiten sucht oder Übernachtungsmöglichkeiten über Couchsurfing, der weiß, dass es hier nicht nur darum geht, Geld zu sparen: Man macht auf diesem Weg immer neue und interessante Bekanntschaften, aus denen sich auch Freundschaften und Beziehungen entwickeln.

Jeder, der Lebensmittel übrig hat, zu viel eingekauft hat, unerwartet zum Essen eingeladen wurde, die Früchte seiner Obstbäume nicht alle verwerten kann oder in den Urlaub fährt usw. trägt den Überschuss in die FOODSHARING-Datenbank ein.Man kann dann von seinem jeweiligen Standort erkennen, wer in der Umgebung Lebensmittel im Angebot hat und diese dann abholen oder sich zu einer gemeinsamen Kochaktion verabreden.

Auch Bauern, Bäcker und Lebensmittelhändler können hier Kontakt zur nächsten Tafel oder anderen Abnehmern finden, die sich über ihre Reste freuen. Wir werden ein Formblatt entwerfen, das die Händler unterschreiben lassen können, wenn sie sich rechtlich absichern wollen. Und wir werden eine Plakette entwerfen, mit der sie als „Lebensmittelretter“ ausgezeichnet werden.


Video:

http://vimeo.com/43924461

Weblink (derzeit noch auf Startnext umgeleitet)

foodsharing.de

 

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