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Wenn im Frühjahr um uns herum das neue Leben sprießt, sehnen sich auch Körper und Seele nach einem Wiedererwachen der Lebendigkeit. Eine Samvahana-Massage aus dem Ayurveda kann ein wunderbarer, sinnlicher Weckruf sein. Ein Erfahrungsbericht von Marion Augustin.

 

Der Ayurveda schreibt dem Frühling eine besondere Kraft der Reinigung und des Neubeginns zu. Mit höherer Sonneneinstrahlung entspannen und öffnen sich Körper und Geist in der Bereitschaft, Altes loszulassen und neue Lebenskraft zu erwecken und aufzunehmen. Das lässt sich wunderbar mit einer Samvahana-Behandlung unterstützen. Die Samvahana wird die Königin unter den ayurvedischen Snehana-Massagen genannt. Sie ist eine zirka zweieinhalbstündige sanfte Ganzkörpermassage, die besonders ausgleichend und stärkend auf das Nervensystem und regulierend auf die Doshas (die ayurvedischen Körperenergien Vata, Pitta, Kapha) wirkt. Durch die sanften und liebevollen bewussten Berührungen vermehren sich die Ojas, die Lebensessenzen, die für Vitalität und Strahlkraft stehen, und bewirken dadurch ein verjüngtes Aussehen. Die Massage hat eine tiefgehend nährende Wirkung auf Körper und Seele, löst Blockaden auf energetischen und emotionalen Ebenen und wirkt entschlackend und erneuernd auf das Körpergewebe. Eine liebevolle Massage, bei der die ganze Fülle der ayurvedischen Kunst der sanften Berührung zum Tragen kommt. Sie wird von Frau zu Frau gegeben.
Solch eine „Sinnesreise“ ist eine wunderbare Erfahrung, wie ich am eigenen Leibe erfahren durfte.

Ein Willkommenstee holt mich erst einmal aus der Hektik meines Alltags in den Moment. Während einer kurzen einleitenden Erklärung, wie die verschiedenen fünf Phasen der Samvahana ablaufen, komme ich langsam an und fühle mich traurig, weil ich merke, dass ich mir viel zu wenig Zeit für mich nehme und mich viel zu wenig fühle. Ich bin immer am „Schaffen“ und „Machen“ und so kommen bei mir das Fühlen und die Sinnlichkeit etwas zu kurz. Wie gut, dass ich jetzt hier bin! Schon das Abgeholtwerden und das Ankommen sind angenehm aufbauend, und der liebevolle, achtsame Empfang ist eigentlich bereits der Beginn einer sinnlichen Behandlung.

 

Subtile Berührung

Als ich mich ausgezogen auf die angenehm angewärmte Liege lege, werde ich zart mit einer Seidengaze bedeckt, die mich wie ein Feengewebe warm umhüllt. Dann fängt Tashina an, langsam auf der Seidengaze meinen Körper in einer bestimmten Abfolge auszustreichen. Das fühlt sich so sanft und neu an, dass völlig vergessene Sinne erwachen, neugierig werden, sich ihr regelrecht entgegenstrecken und sacht auf jede subtile Berührung lauschen. Es ist wie ein Frühlingserwecken. Ein sehr sinnliches Erlebnis, dem ich noch einen Moment nachspüren darf.
Dann drehe ich mich auf den Bauch und sie gleitet mit speziellen, weichen Bürsten über meine gesamte Rückseite. Streckenweise habe ich dabei das Gefühl, mit Fellhandschuhen gestreichelt zu werden. Ich tauche tief ab in mein Unterbewusstsein, bin im Loslassen und in der totalen Entspannung. Als ich wieder ankomme und mich behutsam auf den Rücken drehe, staune ich, wie unterschiedlich sich das Streichen auf Vorder- und Rückseite anfühlt. Als ob es eine andere Methode wäre. Auch die ganz feinen Bürsten für das Gesicht sind sehr entspannend und belebend.
Weiter geht es mit einem wunderbar duftenden, warmen Öl, das mir – nach meinem Konstitutionstyp ausgewählt –nun auf die Körperteile gegossen wird und mit dem ich zärtlich gesalbt, gebadet und massiert werde. Der Übergang von den hauchzarten über die sanften bis hin zu den „begrifflichen“ Berührungen ist wunderbar. Bewusstes, achtsames Anfassen – was für eine Sinnesreise!

 

Der Körper lächelt

Falls irgendein Sinn noch nicht geweckt war, so geschieht es jetzt während der vierten Phase. Ich werde mit einem Natursalz-Milch-Rosenwasser-Peeling am ganzen Körper abgerieben. Wow, alle Sinne laufen auf 100 Prozent und ich genieße die vitalisierende und entschlackende Abreibung. Ich bin spätestens jetzt wach, offen und „ganz da“.
Zu guter Letzt werde ich noch in einen Nebenraum mit Dusche geführt und das Peeling wird liebevoll mit einem lang abgekochten Blüten- und Kräutersud abgewaschen und mein Körper anschließend mit feucht-warmen Tüchern gereinigt. Ich fühle mich wie neugeboren.
Noch ein paar Tage später spüre ich eine vitale, innige Nähe und Verbundenheit zu mir. Mein Körper schwingt noch immer und schickt mir ein stilles Lächeln.

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