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Werden Sie das Gefühl nicht los, dass Ihnen seit kurzem etwas fehlt? Dann sind Sie nicht allein. Auch mir fehlt er, der Weltuntergang. All die Jahre vor dem 21. Dezember 2012 war er mir zu einem vertrauten Begleiter geworden. Wichtige Entscheidungen wurden vertagt und so manche Missstände wurden murrend hingenommen bis zu diesem einen Tag, der sicher kommen und an dem sich alles von selbst regeln würde. Selbst bürgerliche Tageszeitungen konnten sich seiner Faszination nicht entziehen. Der Maya-Kalender sollte es richten. Alles würde sich ändern, so die Prophezeiung, wenn erst der große kosmische Sturm und der mysteriöse Planet X an der Erde vorbei gezogen sind und wir, falls wir das alles gnädig überlebt hätten, geläutert aus diesem Weltenspektakel hervorgegangen wären. Nun, es ist nicht so, dass wir Erdenbewohner keinen Weltuntergang verdienten. Schließlich gäbe es genügend Gründe für den blauen Planeten uns loszuwerden. Sie hier alle aufzuzählen, die Schlechtigkeiten, die uns für ein Leben in diesem Paradies disqualifizieren; besser nicht.

Man sollte fast meinen, eine verschworene Bande hätte den Weltuntergang erfunden, um uns alle zu lähmen und im Warten abzulenken und um freie Bahn zu haben für ihre Schurkereien. Und jetzt, bleibt alles wie es ist? Wer rettet nun die Welt vor der Gier und Habsucht, da sie partout nicht untergehen will? So ganz ohne finales Datum vor Augen könnte es ja wieder Sinn machen darüber nachzudenken oder damit zu beginnen, zumindest für sich selbst und die Familie, etwas an der Unzufriedenheit und Disharmonie zu ändern. Nur womit anfangen?

Beispielsweise der Umstand, dass wir nicht gern allein sind. Wir sind eigentlich ein an Gemeinschaftsleben interessiertes Wesen. Wir wollen uns in größeren Zusammenhängen sehen, Arbeit und Leben nicht voneinander trennen, wenn es denn ginge. Warum scheuen wir noch die damit verbundene Auseinandersetzung und warten lieber ab? Vielleicht wollen wir das jetzt ändern und überhaupt, wie wird Mann/Frau Gemeinschaft?

Sicher, man kann nun losziehen und bestehende Gemeinschaften abklappern, sich anpassen und hoffen, aufgenommen zu werden. Oder aber man wird Teil des Gründungsmythos, indem man einer Gemeinschaft in der schwierigen Phase des Entstehens seine Kompetenz und Lebenszeit schenkt. Menschen, die gründen und führen und sich gleichzeitig dem Gemeinschaftswillen verpflichten, ohne sich unterzuordnen, werden gesucht. Sowieso gilt, wenn ein Gemeinschaftsprojekt einen guten Lauf haben soll, nur das Prinzip „ein Mensch, eine Stimme“, unabhängig vom Stand und dem eingebrachten Geld.  Als extremes Negativbeispiel muss ich hier den Tollense Lebenspark in Alt Rehse nennen. Obwohl dem Geschäftsführer Christoph Wallner die Staatsanwaltschaft mittlerweile wegen Insolvenzverschleppung auf den Fersen ist, halten er und sein Bruder weiter an ihrem Machtanspruch fest. Viele gute Leute haben den Platz längst wieder verlassen.

Wie sich also organisieren, um die Zeitenwende in der Gemeinschaft bewusst zu gestalten? Verantwortung auf möglichst viele Schultern verteilt dürfte länger tragen. Da bietet sich die Genossenschaft als Instrument erster Wahl an. Ob Banken (GLS), Verlage (TAZ) oder Energieversorgung (GREENPEACE ENERGY). Selbst ein so großer Konzern wie der Schweizer Lebensmitteleinzelhändler MIGROS ist genossenschaftlich organisiert und damit erfolgreich. MIGROS hat zwei Millionen Mitglieder und alle reden mit. Es ist der tägliche Wahnsinn, hier Entscheidungen herbeizuführen. Aber es funktioniert.

In einer neuen Serie werden wir Genossenschaften vorstellen, die bereits bestehen oder die sich im Gründungsprozess befinden. Hier geht es zum Artikel der „Gotischer Saal Genossenschaft„, von Michael Kubitscheck und Sabine Schilling.

3 Responses

  1. Hermann

    Alles muß sich ändern, weil nix anders kann, als sich zu ändern.

    Anders ausgedrückt: Selbstverständlich wird sich alles ändern! Es kann gar nicht anders sein. Muß man da Worte drüber verlieren??

    Antworten
  2. Dieneba

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