Nach der Erfahrung, das alles Illusion ist, war für mich die Frage: was ist da, wofür lebe ich. Einfach sein, mit der Erkenntnis, das alles ein Fake ist, ging für mich die Sinnsuche los. Und da gibt es keinen der es einem vorlebt – nix Second Hand.

Erst mal Rückzug. Mir war es nicht möglich Menschen zu treffen, ohne mich in Ihre Felder/Energien einzuklinken. Ich trug sie mit nach Hause, bekam Hautausschläge im Gesicht, mit denen ich unmöglich vor die Tür gehen könnte, hasste mich dafür, dass ich nicht bei mir bleiben konnte. Es gab eine Sehnsucht, einfach alles hinter mir zu lassen, ins Licht zu gehen, diese menschliche Form zu verlassen, den Körper zu verlassen. Was macht es für einen Sinn, all das Mensch Sein, keiner in seiner Kraft, keiner in Liebe mit sich, alle im Ego, selbst wenn sie noch so nett taten, alle auf Macht und Hass und Selbstzerstörung programmiert, und keiner merkt es, alle finden es normal so zu leben – unbegreiflich. Einsam, mich mit zu teilen war schwer, das Interesse fehlte, meine Offenheit fehlte. Und mir war es nicht möglich, mich mit Worten mit zu teilen.

Die Krankheiten wurden mehr, der Anhang zur Depression, die Erschöpfung, eine Traurigkeit, und die Sehnsucht einfach raus zu gehen aus diesem Menschlichen Sein. Durch eine Freundin wurde mir erst bewusst, das ich mich entschlossen hatte zu sterben, ich wollte nicht hier sein, war immer unterwegs, aber nie in meinen Körper. Dafür hatte ich unglaublich viele Fremdenergien in meinem Körper. Über Jahre hatte ich meinen Körper nicht bewohnt und alle einziehen lassen. Nicht, dass es mir an Körpererfahrung fehlte. Seit über 20 Jahre praktizierte ich regelmäßig Yoga, hatte eine 4-jährige Ausbildung zur Yoga Lehrerin, liebte den Tanz, aber Erdung hatte ich keine. Warum auch, für was, ich wollte nicht in diesem Mensch Sein leben, es ist so eng. Es hatte keinen Reiz mehr, nix berührt mich daran, nix zog mehr. Ja und es gab immer die Zeiten, wo ich das Mensch Sein, ich sehe es als ein Programm, verlassen konnte, schiffen einfach ins Sein. Wenn die Stille kam, wenn ich lauschte, wenn ich meine sanfte innere Stimme hörte, die mir immer da war, diese Freude, diese unendliche Weite, einfach Sein, so eine Leichtigkeit und berührt Sein.
Sowie ein endloses Vertrauen, das für mich gesorgt würde, alles, so wie es ist in Ordnung ist – und ich eigentlich nix in der Hand habe – und ein tiefes Wissen: der Impuls kommt, und dann bewege ich mich und mache.

Wenn es mich dann wieder raus haut, und ich in der engen Menschbox sitze und zweifel, mich selbst fertig mache, meine Selbstzerstörungsprogramme hochfahre, aus Angst handel und meine innere Stimme mich einschreit und ich höre und sehe nix, es ist so eng. So ein neurotischer Scheiß und Terror im Kopf- unglaublich, und die Gefühle dazu – furchtbar.
Selbstprogrammierte Menschen-Box : wenn ich darin bin, brauche ich Hilfe, mich zu erinnern, dass das alles ein Programm ist. Dass ich es nicht bin, nur eine Illusion, und ich jeder Zeit aussteigen kann, und shiften kann ins Sein. Dann heißt es wieder löschen, aufräumen, ausmisten, heilen, klären. Hinsetzen, und lauschen, meine Fähigkeiten für mich nutzen. Manchmal geht das Shifften super schnell, und manchmal habe ich das Gefühl, es sind bestimme Themen, die noch mal bewusst angesehen, angesprochen, wahrgenommen werden wollten, und dann können sie gehen. Heftig wird es, wenn ich mir wieder ein Selbsthassprogramm reinfahre nach dem Motto, wie konntest Du nur dich wieder in die Box setzen. (Die es ja gar nicht gibt)

Vor all dem stand die bewusste Entscheidung, hier sein zu wollen, in meinem Körper zu sein; Präsenz zu sein, und mir alle meine Kraftfelder, die ich anderen Menschen, Orten, Dinge, zu geschoben habe zurück zu holen. Und die Bereitschaft mich dem allen zu stellen, was kommen würde, egal wie schmerzlich und enttäuschend. Ich will wissen, wer ich bin, und warum ich hier bin.

Für mich, ich habe mich entschieden, wenn schon, hier auf Erden, in diesem Körper, dann aber volle Kraft voraus und das Leben auf allen Ebenen rocken, einfach im Sein, einer Freude über mein hier sein Dürfen, wenn ich morgens aufwache. Ich brauche dafür Stille und Mut, wenn der Impuls kommt dafür zu gehen, und meine Kunst.

Stille
Fülle
Sein
Eintauchen
tragen lassen
unendliche Weiten
frei
Kein Förmchen
ein Bild was nichts vorgibt
und alles in sich trägt
strahlen
leuchten
schimmern
des Seins
was alles durchflutet

 

Über den Autor

Avatar of Tina Wolff

Freischaffende Künstlerin und Autorin
Werbekauffrau, studierte Wirtschaftswissenschaften in Berlin, und machte eine 4 jährige Ausbildung zur Yoga Lehrerin

Veröffentlichung 2011: JUST BE Lyrik, ISBN 978-3-8422-3941-8