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23 Hektar Wüste produziert der Mensch laut Angaben der Vereinten Nationen pro Minute – das entspricht der Fläche von rund 30 Fußballfeldern. Schuld ist meist eine falsche Bewirtschaftung der Böden. Das wird zum ernsten Problem, da Böden eine nicht vermehrbare Grundlage unseres Lebens sind: Als Anbaufläche für 90 Prozent unserer Nahrungsmittel, zunehmend auch für nachwachsende Rohstoffe zur Produktion von Textilien, Biokunststoffen und -kraftstoffen. Mit der steigenden Weltbevölkerung wird der Druck auf die Böden nun immer größer.

„Wir haben unsere Böden viel zu lange vernachlässigt, es ist höchste Zeit, sie besser zu schützen“, meint Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA). Prof. Dr. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Forschungsinstituts IASS Potsdam ergänzt: „Es gibt immer mehr Menschen auf der Erde und unsere Ansprüche an die Leistungen der Natur steigen. Das führt zum Verlust der fruchtbaren Böden, wenn diese nicht nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Folgen davon sind zunehmend Hunger, Wassermangel und Armut weltweit.“

Boden als knappe Ressource

Boden droht zu einer knappen Ressource zu werden, weshalb Ackerboden heute zu einem beliebten Spekulationsobjekt von Großbanken geworden ist.

Die gestiegenen ‚Ansprüche an die Leistungen der Natur‘ haben auch mit unserem Lebensstil zu tun: Rund ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel landen im Müll. Ein weiteres zentrales Problem ist der mittlerweile enorme Fleischkonsum der Menschheit, da für ein Kilo Fleisch etwa 10 Kilo Getreide und 15.000 Liter Wasser benötigt werden. Auch das Aufkommen der angeblichen Bio-Kraftstoffe – die, wie sich herausgestellt hat, eine ökologische Katastrophe sind, hat die Lage weiter verschärft.

Ist ein Boden erst einmal geschädigt – ob durch Erosion, Verdichtung oder Versalzung – dauert ohne Unterstützung durch den Menschen Jahrzehnte, oft sogar Jahrhunderte, bis er sich selbständig regeneriert hat. Eine Sanierung ist manchmal zwar möglich aber mit herkömmlichen Mitteln sehr aufwändig und teuer. Volkswirtschaftlich betrachtet sind die Kosten durch Bodenschäden sehr viel höher als die wirksame Vorsorge gegen Bodenschäden.

Die Böden brauchen Schutz

Die Regelungen für den Schutz der Böden und deren nachhaltige Nutzung sind auf internationaler Ebene noch unzureichend. Bisherige Ansätze sind entweder sektoral oder unverbindlich: Zwar gibt es eine Konvention zur Eindämmung der Wüstenbildung – diese fokussiert sich jedoch auf Trockengebiete. Andere Umwelt-Konventionen, wie die Biodiversitäts- oder Klimarahmenkonvention beschäftigen sich nur am Rande mit den Böden.

Für UBA-Vizepräsident Holzmann ist klar: „Die Argumente liegen auf dem Tisch, nun gilt es, das Bewusstsein über den Wert und die Verletzlichkeit von Böden zu schärfen und konkrete Maßnahmen umzusetzen.“

Man könnte sich ein Beispiel an Ländern wie Bolivien oder Ecuador nehmen, in welchen die Natur eigene Rechte hat – zum Beispiel das Recht auf Unversehrtheit und Schutz. Mindestens müsste endlich der industriellen Landwirtschaft Einhalt geboten werden, die uns, zusammen mit dem Fleischkonsum, unsere Lebensgrundlage zu entziehen droht. Dass Bio-Landwirtschaft die gesamte Weltbevölkerung ernähren könnte, wurde mehrfach in Studien nachgewiesen.

Die Macht des Konsumenten

Auch der Konsument kann ein klares Zeichen setzen, indem er keine Produkte aus konventioneller Landwirtschaft kauft und eine vegetarische oder vegane Lebensweise wählt – die Erde, unsere Mutter und Ernährerin wird es uns danken.

 


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Text mit Material des Umweltbundesamtes.

 

2 Responses

  1. Mathias

    Ja, die UN ist wirklich wichtig. Ihre neueste Idee (Klima-Konferenz von Durban): „Bitte vermeiden Sie Kriege, denn die schaden dem Klima“.
    (Untertitel: „Bitte zahlen Sie uns gaaaanz viel Geld, damit unsere Bürokratie weiter hübsch und wohlgenährt bleibt…“)

    (Satellitenmessungen legen derzeit übrigens einen Rückgang der Wüsten nahe.)

    Mal abgesehen davon, dass billige Nahrungsimporte aus den Industriestaaten die lokale Landwirtschaft Afrikas und Asiens ruinieren, hat das, was man in wüstennahen Regionen „extensive Landwirtschaft“ nennt, wohl kaum einen Einfluss darauf, OB sich eine Wüste ausdehnt. Allenfalls kann man sich über den Grad der Beschleunigung unterhalten.

    Betrachtet man die die Klimageschichte der Sahara (einfach mal „Sahara“ und „Krokodil“ googeln) und betrachtet man die Entwicklung der letzten 10.000 Jahre mit der Entwicklung der menschlichen Zivilisation, dann kommt man zu der Erkenntnis, dass die Sahara als Feuchtsavanne erblühte, als Mitteleuropa dick vergletschert war. Als dann die Gletscher schmolzen, trocknete nicht nur die Sahara, sondern auch der Nahe Osten aus. Sesshafte, blühende Jäger- und Sammler-Kulturen brachen zusammen und hielten sich mit der Erfindung der Landwirtschaft notdürftig am Leben (die sog. „neolithische Revolution“). DAS nenne ich mal eine „Klimakatastrophe“. (Noch einmal 10.000 Jahre vorher sorgte das Abschmelzen der damaligen Gletscher für den Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 120 m. Dabei hat es sicherlich auch ganz ordentlich geregnet. Schöne Grüße von der Sintflut.)

    Fazit:

    Die Menschheit ist an Katastrophen bislang gewachsen. Und nicht daran, ihre Mitmenschen durch Nahrungsmittellieferungen in Abhängigkeit und klein zu halten.

    Jeder selbsternannte Gutmensch wird mich für dafür bitter rügen, aber das Einzige, was man spenden und exportieren sollte, ist LICHT.

    Vor allem werden mich die Vertreter von Organisationen rügen, die von Spenden leben, die sie recht oft auch in armen Ländern verteilen – damit deren Diktatoren ihr Geld für sinnvollere Dinge ausgeben können, als für ihr Volk. Für Panzer und Luxuswagen – aus Deutschland – zum Beispiel. (Quasi unterstützt man mit Spenden die deutsche Exprotwirtschaft. Eigentlich auch nicht schlecht.)

    Herzlichst

    Mathias

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