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Warum das „Greferendum“ ein Sieg der Demokratie über die Finanzelite ist, und was in Griechenland wirklich passiert. Die Hintergründe.

NEIN!

Man kann nicht umhin, dem griechischen Volk Respekt zu zollen. Ihr Nein in der Abstimmung am Sonntag könnte den Zusammenbruch des gesamten Landes bedeuten: Eine Pleite von Staat und Banken, das Verschwinden ihrer Ersparnisse, Knappheit an Lebensmitteln und anderem – kurz, zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch und einer humanitären Katastrophe.

Die Griechen wussten das, und sie haben trotzdem mit „nein“ gestimmt. Weil sie nicht länger Sklaven sein wollten, Sklaven einer Finanz-Troika, welche die Politik des Landes kontrollieren und Griechenland in einer Schulden-Falle gefangen halten möchte, aus der es sich vermutlich nie mehr hätte befreien können.

Volksabstimmung gegen Erpressung, so hat auch Griechenlands Ministerpräsident Tspiras das Ergebnis gewertet: Das Nein habe gezeigt, dass das Volk Griechenlands sich nicht einschüchtern oder erpressen lässt. Und das in einer Situation, in der die Banken bereits geschlossen, das Gesundheitssystem bereits kollabiert ist und das Schreckensszenario nicht fürchterlicher hätte sein können.

Lieber nimmt das Griechische Volk die vielleicht drastischen Folgen in Kauf, die nun folgen könnten, als das Spiel von IWF und ESM weiter mitzuspielen. Statt eines endlosen Aderlasses, der Griechenland in den letzten Jahren langsam ausgeblutet und in Abhängigkeit gehalten hat, verlangten die Griechen mit ihrem Nein nach Befreiung – egal zu welchem Preis.

Heldenhaft oder Idiotisch?

Für die Mainstream-Presse ist Tspiras ein Demagoge, das griechische Volk ein Haufen Idioten, die ihm naiv auf den Leim gegangen sind. In Wahrheit jedoch ist dies eine Sternstunde der Demokratie, der Triumph eines Volkes. Erstmals hat ein EU-Staat sich gegen die Finanzelite aufgelehnt. Bisher war dies unter den westlichen Ländern nur in Island geglückt.

Dieser Moment wird vermutlich Geschichte schreiben: Als der Anfang oder das Ende von irgendwas. Was genau, das wird erst die Zukunft zeigen, denn derzeit ist völlig unklar, wie es jetzt weitergeht und wie beide Seiten des Konflikts sich verhalten werden.

Aber was ist überhaupt wirklich passiert in Griechenland?

Griechenland-Krise: Die Hintergründe

Das Bild, das die Mainstream-Presse von der Situation zeichnet, ist so verzerrt, dass die breite Öffentlichkeit bizarrer Weise tatsächlich meint, der Grieche hätte „nicht genug gespart“ und lebe nun als Schmarotzer vom Geld anderer Nationen. Die Wahrheit sieht anders aus. Sehen wir uns den Verlauf der Geschehnisse etwas genauer an.

1. Der Betrug

Griechenland wurde 2001 durch eine mit Hilfe der Investment Bank Goldman Sachs durchgeführte Verschleierungsmaßnahme Euro-Mitglied. Die Geschäfte mit der Investment-Bank hatten einen Teil der Staatsschulden in der Statistik verborgen, so dass die Euro-Kriterien gerade eben erfüllt werden konnten.

2. Die Krise

Durch die internationale Banken-Krise von 2008 begann Griechenlands Abstieg. Ausgelöst wurde die Krise durch unseriöse Bankengeschäfte mit wertlosen Papieren, die zu einer Finanzblase aufgebläht wurden – bis der Crash kam. (Ein Crash, an dem übrigens etliche Menschen und Banken wie Goldman Sachs sehr gut verdienten, weil sie nicht nur die Ramschpapiere verkauften, sondern gleichzeitig das damit verdiente Geld in Fonds fließen ließen, die genau auf den Crash dieser Papiere Wetten abschlossen.)

Mehrere Analysen kamen zu dem Ergebnis, dass – entgegen der oft verbreiteten Meinung – nicht die desorganisierte und korrupte griechische Politik, sondern eben die Finanzkrise verantwortlich für die griechische Schuldenkrise ist: Das ohnehin angeschlagene Griechenland war gezwungen, seine Banken mit mehr als 30 Milliarden Euro zu retten und schlitterte dadurch in die Krise. Griechische Staatsanleihen wurden daraufhin stark abgewertet, wodurch sich das Land 2010 gezwungen sah, einen Hilfskredit zu beantragen, um eine Staatspleite zu verhindern.

3. Die Troika

Der Kredit wurde von der sogenannten Troika vergeben, einem Zusammenschluss aus der Europäischen Zentralbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Kommission – allesamt demokratisch nicht legitimierte Institutionen, die nicht gewählt und durch kein Parlament kontrolliert werden können. Die Troika (2015 auf Wunsch Griechenlands in „Die Institutionen“ umbenannt) operiert sogar außerhalb der Verträge der Europäischen Union, verstößt in einigen Fällen gegen diese und ist nicht mal an die Grundrechte der EU gebunden. Auch die wirtschaftliche Logik dieser Troika wird nicht von unabhängigen Fachleuten überprüft oder abgestimmt, obwohl ihre Taktik noch nie funktioniert hat.

Diese Troika also knüpfte den Kredit an bestimmte Bedingungen wie Steuererhöhungen, das größte europäische Privatisierungsprogramm aller Zeiten mit Privatisierungen von Wasser, Elektrizität, Staatsbanken, Flughäfen, Eisenbahn, Häfen und anderen wichtigen Infrastrukturen. (Griechenland musste hierzu ein Memorandum unterschreiben, dass unter anderem den Satz: „Die Regierung ist bereit, alle übrigen Anteile an staatseigenen Konzernen zu verkaufen“ enthält. Der Verkauf geschieht dabei nicht mal durch die Regierung selbst, sondern einen Fonds, der die Verkäufe verwaltet – ohne dass das Parlament dabei ein Mitspracherecht hätte. In der Folge wurde zum Beispiel ein Flughafen im Wert von 1.239 Milliarden Euro für 577 Millionen Euro verkauft und etliche ausländische Investoren machten sehr gute Geschäfte.)

Weitere Maßnahmen sind Lohnkürzungen, Rentenkürzungen, Steuererhöhungen und drastische Einschnitte in den Sozialstaat.

Das Eingehen auf diese Verträge war ein Verfassungsbruch im Sinne von griechischem Recht und unrechtens in Hinsicht auf die Tatsache, dass die Troika einem Land nicht erpresserisch innenpolitische Vorschriften machen darf. Immer wieder setzte die Troika aber Forderungen mit der Drohung durch, die Geldflüsse stillzulegen und erpresste damit griechische Minister persönlich, sogar durch nächtliche Drohanrufe.

Es ist auch anzumerken, dass hier Hilfskredite, die vornehmlich Banken zu Gute kommen, durch die Bevölkerung und Einschnitte im Sozialstaat finanziert werden. Über 90 Prozent der Hilfsgelder in Höhe von über 240 Milliarden Euro wurden nämlich in die Rettung der griechischen Privatbanken gesteckt, deren Gläubiger vor allem auch westliche Großaktionäre und Finanzinstitute sind. Das Griechische Volk hat also nicht von diesem Geld profitiert, bezahlt die Kredite aber. Profitieren tun internationale Gläubiger.

Auch anzumerken ist, dass die Hilfskredite, eben Kredite sind – es wird also kein Geld verschenkt, sondern die Kreditgeber profitieren von den Krediten, indem sie Zinsen nehmen.

Interessant ist auch: Im Falle des IWF war eine Beteiligung an der Troika überhaupt nur dadurch möglich, dass der damalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn einen einzelnen Satz in ein 140 Seiten langes Dokument schummelte. Der Antrag hätte sonst laut IWF-Regeln nicht genehmigt werden können, wie ein Gutachten aus 2010 befand, da das Geld nicht Griechenland zugute kommen würde, sondern privaten Investoren. Es könne daher „nicht als Rettung von Griechenland gesehen werden, das sich einer schmerzhaften Anpassung unterziehen muss, sondern als Rettungspaket für die privaten Gläubiger von griechischen Schulden, vor allem europäische Finanzinstitute.“ Erst durch eine Änderung der IWF-Regeln, dass dieser auch tätig werden dürfe bei „hohem Risiko einer internationalen systemischen Wirkung“ wurde der Deal möglich.

Letztlich haben sich also die Banken selbst gerettet, während Griechenland ruiniert wurde. Die Schulden wurden so von den Finanzinstituten auf die griechischen Steuerzahler übertragen.

4. Der Sturz

Ende 2011 weigerte sich der griechische Staatschef Papandreou, einem vierten Sparpaket und den daran geknüpften Bedingungen zuzustimmen und wollte zunächst ein Referendum abhalten, um sich die Zustimmung des Volkes zu den daran geknüpften drastischen Einschnitten zu holen. Dies führte zu heftiger Kritik der Troika und der Opposition und Papandreou wurde gezwungen, zurückzutreten.

5. Darf man Verschwörung sagen?

Ersetzt wurde er durch eine Übergangsregierung unter dem nicht demokratisch gewählten Lucas Papademos. Papademos wiederum war interessanter Weise 2001 beim Eintritt Griechenlands in den Euro der Vorsitzende der griechischen Notenbank – also genau der Mann, der gemeinsam mit Goldman Sachs Griechenland in den Euro geschummelt hatte. Sein Verhandlungspartner bei Goldman Sachs damals hieß Mario Draghi.

Danach war Papademos als Vizepräsident zur EZB gewechselt – die nun wiederum Teil der Troika ist. Als Griechischer Staatschef musste er 2011 also mit seinem ehemaligen Arbeitgeber verhandeln. Und sein Verhandlungspartner war – man höre und staune – schon wieder Mario Draghi, der inzwischen von Goldman Sachs zum Chef der EZB gewechselt war.

(In Italien wurde übrigens nur zwei Tage später mit Mario Monti einer der wichtigsten Berater von Goldman Sachs Staatschef und beschloss ganz ähnliche Sparpakete.)

Unter Papademos wurde das vierte Sparpaket beschlossen, für das Mindestlöhne auf 3,40 Euro gesenkt, Arbeitslosengelder gekürzt, Medikamentenzuzahlungen gestrichen und 150.000 Beamte entlassen werden mussten. Die Folge waren Massenproteste und offene Straßenkämpfe in Athen. Eine Rückzahlung der Kredite war spätestens zu diesem Zeitpunkt rechnerisch sehr unwahrscheinlich.

6. Armut

Die drastischen Sparmaßnahmen stürzten Griechenland tief in die Armut, denn die Auflagen der Troika hatten die vorhersehbaren katastrophalen Folgen: Anstieg der Staatsverschuldung auf 180 Prozent der Wirtschaftsleistung, Rückgang der Wirtschaftsleistung um 25 Prozent; Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 25 Prozent, Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit auf über 50 Prozent; Zusammenbruch des Gesundheitssystems; Kürzungen der Renten um 40 Prozent, Senkungen der Löhne um 30 Prozent; Anhebung der Steuern um 20 Prozent; Massenentlassungen von Lehrern und Ärzten – eine Politik, die jedes Land unweigerlich in den Ruin treiben muss.

Während die Ärmsten immer ärmer werden, rät der IWF davon ab, die Reichen des Landes härter zu besteuern, oder 2600 Fälle von Schwarzgeldkonten zu untersuchen. (Wie sich später herausstellt, lautet das größte dieser Konten auf die Mutter des gestürzten Staatschefs Papandreou – woher das Geld kam, wurde nie untersucht, genauso wenig wie die anderen 2600 Konten.)

In der Folge des unvermeidbaren innenpolitischen Chaos musste Griechenland insgesamt vier Wahlen durchführen, bevor sich eine Regierung bilden konnte. Die Übergangsregierungen beschlossen noch zwei weitere Rettungspakete, die wieder an starke Einschnitte geknüpft waren.

Das Europäische Parlament veröffentlichte 2014 einen Bericht über die Arbeit der Troika, in welchem deren Vorgehen scharf kritisiert und eine Abschaffung gefordert wird, da jegliche demokratische Legitimation fehle und gegen EU-Recht verstoßen werde.

7. Wende

2015 gewann überraschend die linke Partei Syriza die Wahl in Griechenland, mit dem Versprechen, der Sparpolitik ein Ende zu bereiten. Die Troika aber stellte der Regierung ein Ultimatum, einem weiteren Hilfspaket und den noch drastischeren Auflagen zuzustimmen, ein Gegenangebot der griechischen Regierung lehnte sie ab. Ministerpräsident Tspiras ließ daraufhin eine Volksabstimmung über die Auflagen der Troika durchführen, in der über 60 Prozent der Griechen mit Nein stimmten.

Ende der EU? Anfang für Europa?

So ist also die aktuelle Situation, doch was jetzt?

Die Situation bietet gewaltigen politischen Spielraum. Das Ergebnis der Abstimmung ist eine unerwartete und jähe Unterbrechung im „ewig-weiter-so“ des neoliberalen Kapitalismus und in Griechenland ist eine Regierung an der Macht, die nicht nur nicht gleichgeschaltet ist, sondern auch noch das Volk hinter sich weiß. Selbst die Opposition hat inzwischen ihre volle Unterstützung zugesagt.

Die Spekulationen darüber wie es nun weitergeht, reichen weit auseinander. Tspiras verlangt, mit den gewählten Vertretern der einzelnen EU-Länder direkt verhandeln zu können, statt mit der demokratisch nicht legitimierten Troika aus IMF, ECB und EU-Kommission. Ist dies vielleicht der Beginn echter Solidarität in Europa, vorbei an zweifelhaften Institutionen? Auch das europäische Parlament fordert inzwischen eine Auflösung der Troika.

Auch ganz anderes ist denkbar: Ein Ausscheiden Griechenlands aus der EU, eine eigene Zentralbank mit neuer Währung – eine Lösung, die von kleinen Teilen der Regierungskoalition tatsächlich bevorzugt wird. Es würde Griechenland wieder unabhängig machen, das Land von EU-Gesetzen und Vorgaben befreien, den Spielraum öffnen für eine völlig neue Politik. Das Griechische Volk ist in Not und hellwach – in einer solchen Situation wären selbst drastische Reformen vermutlich durchsetzbar. Welche Folgen das für die EU und den Euro hätte, ist unklar.

Griechenland und Geopolitik

Es ist aber nicht nur die Zukunft, die momentan undurchsichtig ist, auch die Situation selbst: Wer will hier eigentlich was? Was sind die Interessen des Finanzelite? Was sind die Interessen der EU? Was will Tspiras?

Die einfachste Erklärung ist, dass es sich einfach um eine verschleppte Insolvenz handelt: Das „Rettungsprogramm“ ist in Wirklichkeit ein „Ausblutungsprogramm“ mit dem die Gläubiger aus dem längst bankrotten Griechenland nochmal alles herauspressen, was zu holen ist. Ein Bankrott in 2010 hätte zu großen Verlusten bei europäischen Finanzinstituten und Großaktionären geführt. Durch die Verschleppung und die Rettungspakete wurden diese Verluste verhindert und die Schulden von den Institutionen auf die griechische und europäische Bevölkerung umverteilt. So sieht es auch der gerade ausgeschiedene Finanzminister Yanis Varoufakis: Es „wurde so getan, als sei Griechenland nicht bankrott, sondern nur gerade nicht flüssig. In dieser Lage dem insolventesten aller Staaten den größten Kredit der Geschichte zu geben – wie drittklassige korrupte Banker –, das war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Damit zwangen sie Griechenland in eine Verschuldung ohne Ende.“

Doch es gibt auch andere Theorien. Warum wurde Griechenland überhaupt in den Euro aufgenommen? Dass das Experiment Euro für Griechenland gelingen konnte, war damals schon so gut wie ausgeschlossen. Manche glauben daher, Griechenland wurde fast wie eine Tretmine im Euro platziert, die irgendwann zwangsläufig hochgehen musste. Obwohl die Troika nicht Teil der EU ist, haftet inzwischen das europäische Volk für die vergebenen Kredite. (Deutschland mit 92 Milliarden Euro) Ist die Griechenland-Krise Teil des Währungskrieges zwischen dem Dollar und dem Euro?

Warum die hohen Kredite, wenn eine Rückzahlung der „Hilfen“ von vornherein recht offensichtlich unmöglich war. Sie werden oft mit einem „Milliardenkredit an einen hochverschuldeten Arbeitslosen“ verglichen, der nun seine Schuld lebenslang abarbeiten soll, ohne jede Aussicht darauf, sie jemals bedienen zu können. Die angebliche „Rettung“ Griechenlands war nie eine, meinen daher manche Beobachter. Vielmehr sei hier die Handschrift des IWF erkennbar, dessen Taktik es schon immer war, Länder durch niemals rückzahlbare Kredite abhängig zu machen, um dann die Politik des Landes neoliberal zu beeinflussen und Privatisierungen zu erzwingen.

Daneben zeigen sich noch andere, ganz unterschiedliche Interessen, die fast nie Erwähnung in der Berichterstattung finden: Etwa die Entdeckung von gewaltigen Vorräten Öl und Gas in Griechenland oder die die militärische Bedeutung Griechenlands als Puffer zum Osten.

Es gibt somit viele Blickwinkel, diese „Krise“ zu betrachten und die nächsten Monate dürften geprägt sein von einigen spannenden Zügen am politischen Schachbrett. Ziemlich sicher ist, dass die offizielle Version der Geschehnisse von der Wahrheit weit entfernt ist.

Mit Irland, Portugal und Spanien hat die Troika übrigens schon die nächsten Länder am Wickel.

21 Responses

  1. Kafka
    GR und das EHP von USA/IWF

    Zitat:
    „Warum die hohen Kredite, wenn eine Rückzahlung der „Hilfen“ von vornherein recht offensichtlich unmöglich war. Sie werden oft mit einem „Milliardenkredit an einen hochverschuldeten Arbeitslosen“ verglichen, der nun seine Schuld lebenslang abarbeiten soll, ohne jede Aussicht darauf, sie jemals bedienen zu können. Die angebliche „Rettung“ Griechenlands war nie eine, meinen daher manche Beobachter. Vielmehr sei hier die Handschrift des IWF erkennbar, dessen Taktik es schon immer war, Länder durch niemals rückzahlbare Kredite abhängig zu machen, um dann die Politik des Landes neoliberal zu beeinflussen und Privatisierungen zu erzwingen.

    Daneben zeigen sich noch andere, ganz unterschiedliche Interessen, die fast nie Erwähnung in der Berichterstattung finden: Etwa die Entdeckung von gewaltigen Vorräten Öl und Gas in Griechenland oder die die militärische Bedeutung Griechenlands als Puffer zum Osten.“

    Was hier beschrieben ist , ist nichts anders als das Economic Hitman Program der USA mit seinen Instrumenten Weltbank und IWF. Dazu gibt es auch ein Buch eines ehemaligen EHM „Bekenntnisse eines EHM“.
    Letztlich geht es immer um das gleiche: Öl sichern, Militärbasen errichten, Macht sichern … (wie jetzt in Venezuela auch!!!)

    Antworten
  2. Kafka
    Der Ursprung des Problems liegt hier ...

    Teil 1
    Für eine Welt in der das oberste Ziel ein sozialer, ökologischer und ökonomischer Wohlstand ist, braucht es vor allem 2 große Veränderungen, sonst wird die Verteilungsungerechtigkeit nie aufhören:

    (1) Eine Beteiligung der technischen Wertschöpfung an den sozialen Sicherungssystemen. Man kann es auch „Maschinensteuer“ nennen. Im 19. Jahrhundert war der Wertschöpfungsfaktor Arbeit noch dominierend und über den Lohn / das Gehalt wurden die Menschen an dieser beteiligt. Heute aber nimmt die Wertschöpfung durch Technik immer weiter zu und der Faktor Arbeit immer weiter ab. Auf dem letzten WWG wurde die Studie diskutiert, die besagt, dass auf lange Sicht 9 von 10 Arbeitsplätzen durch Technisierung verloren gehen werden. Woher sollen dann die Gelder für die soziale Sicherung noch kommen? Soll dann 1 Arbeitender 9 Rentner versorgen. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass dies nicht geht. Hat man uns nicht immer die Zukunft als einen Ort beschrieben, wo Menschen durch technischen Fortschritt immer weniger arbeiten müssen und immer mehr Freizeit haben, bei gleichem Lohn bzw. gleichbleibenden Einkommensverhältnissen? Die Realität ist, dass die Wertschöpfung durch Technik immer mehr in den Händen weniger landet, nämlich derer, denen die Technik gehört (und dass sind letztlich immer die Wohlhabenden).
    Mit einer Sozialabgabe und Steuer auf die technische Wertschöpfung würden alle Menschen am technischen Fortschritt beteiligt, was ja eine höhere Beteiligung für Menschen die viel leisten nicht ausschließt, nur kann diese Leistung dann eben auch Arbeit sein, die heute nicht als klassischer Arbeitsplatz zählt. Aus der gesamten Wertschöpfung (Arbeit und Technik) lässt sich ein Grundeinkommen locker finanzieren (es kann ja vielleicht auch ein bedingtes GEK sein, wo Menschen mit sonstigen Einkünften stufenweise weniger GEK erhalten). Wer sich zusätzlich engagiert (ob für öffentliche oder private Projekte oder auch für gesundheitliche Unterstützung von Familienangehörigen, etc etc) bekommt einen Zuschlag auf das GEK.

    (2) … und das ist der eigentliche Knackpunkt: Abschaffung der derzeitigen Geldschöpfung in Form von Bankkrediten und Zinsen und Errichtung eines neuen Systems der Geldschöpfung, in dem Geld wieder Tauschmittel ist und dafür keine Gebühren und keine Zinsen zu zahlen sind! WARUM? Ganz einfach! Geld ist eigentlich nur ein Hilfsmittel, um Güter (Waren und Dienstleistungen) einfacher tauschen zu können. Man muss seine Güter nicht mehr (wie im Zeitalter der reinen Tauschwirtschaft) zum Markt schleppen (und dort Ware gegen Ware tauschen oder DL gegen DL) und man kann sehr differenzierte Tauschverhältnisse – also Preise – schaffen.
    Ursprünglich tauschten Menschen ihre hergestellten Güter einfach aus. Doch dann zwang man die Menschen dazu, dies mit Geld zu tun, also sich die Güter gegenseitig abzukaufen, eben im Tausch gegen Geld. Dies ist an sich nicht schlecht (wegen der oben genannten Vorteile), nur warum sollen sich Menschen, die ihre eigentliche reale Leistung bereits erbracht haben (Herstellung eines realen Gutes, also einer Ware oder DL) das Tauschmittel Geld bei einer Bank teuer erkaufen müssen? Der Zins ist der Preis.
    Hat sich mal jemand gefragt, welche Gegenleistung die Bank eigentlich für diesen Zins erbringt, schließlich zahlt der Kreditnehmer ja letztlich den Zins in Form von Geld, also Tauschmittel! Gegen welche Leistung der Bank tauscht man hier sein Geld eigentlich ein, wenn man seine Zinsen entrichtet? Wenn man es detailliert betrachtet kommt man zu dem Schluss, dass Banken gar keine Gegenleistung für den Zins erbringen. Es ist glatter Diebstahl bzw. Betrug, wohl der weltweit größte, nur wird der eben nicht geahndet.
    Die von den Banken angegebenen Gründe sind alle nichtig. Der Zins sei der Preis für die Überlassung von Geld. Wenn Banken das gesparte Tauschmittel der Bürger sammeln und verleihen würden, wäre dem so, ABER Banken nutzen die Tauschmittel der Bürger nur als Sicherheit, Kredite werden in Form von Giralgeld einfach aus dem nichts geschaffen (geschöpft). Man richtet ein Konto ein, drückt auf den Knopf und -peng- sind 1 Mio Euro Kredit „geboren“ (zugegeben stark vereinfacht). Dieses Geld gehört weder der Bank, noch den Bürgern, den weder die Bank noch die Bürger haben es vorher jemals besessen!
    Die Banken tun aber so, als gehöre ihnen dieses Geld. Das ist so, als ob ich das Auto meines Nachbarn klaue, es an jemanden verleihe und dafür noch Geld haben will. Genau so widersinnig ist das Banken-Argument, der Zins sei der Preis für Risiko, da man das Geld schließlich auch jemand anders geben könnte, der einen höheren Gewinn erwirtschaften könnte oder höhere Sicherheit bietet. Das wäre wieder so, als wenn man ein geklautes Auto seinem Kumpel verleiht und dafür Geld will, dass man es nicht an jemand anders verleiht. Banken können Giralgeld sowohl für den einen als auch für den anderen bereit stellen, drückt man eben 2 mal auf den Knopf (OK es gibt Beschränkungen, aber das ändert nichts am grundsätzlichen Prinzip).
    Wofür ist denn dann der Zins da? Er hat nur eine Aufgabe – Abhängigkeit erzeugen, denn wann immer sie sich Geld leihen, sie müssen auf jeden Fall MEHR GELD zurück geben (OK, zur Zeit nicht viel, da geringe Zinsen, aber über Jahrzehnte waren es hohe Zinsen) und je eher sie dies tun, desto weniger Zinsen sind zu zahlen. Man bringt die Menschen damit dazu, den Kredit möglichst schnell zurück zu zahlen, um Zinsen zu „sparen“. Das dicke Ende kommt aber, denn wenn sie Tauschmittel vorzeitig zurück zahlen, fehlt es ihnen als künftiges Tauschmittel und sie müssen sich das fehlende Geld erneut leihen (oder ihre Tauschgeschäfte mit dem noch vorhandenen Geld mehrmals hintereinander wiederholen, bis alle realen Güter getauscht sind, was aber hohe Transaktionskosten erzeugt) und wieder und wieder, was auch für öffentliche Güter (Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, etc) gilt und die „Staatsschuldenuhr“ so rasant steigen lässt, die übrigens niemals auf NULL kommen kann (da man ja immer mehr zurück zahlen muss, als man sich geliehen hat!), es sei denn, man „klaut“ das nötige Geld (für die Zinsen) in anderen Staaten dieser Welt durch Ausnutzung wirtschaftlicher Macht. Was der eine Staat dann an Vermögen hat, fehlt dem anderen zum Begleichen seiner Kredit-„Schulden“. So wächst die Kluft zwischen armen und reichen Ländern und die Staatsverschuldung der ärmeren Länder steigt immer weiter. Die Schulden dieser Länder sind gleichzeitig die Vermögen der Gläubiger (also Banken und Investoren) und wenn deren Wettcasino zusammenbricht, erlauben sie sich die ungeheuerliche Frechheit, zu den Bürgern zu gehen (bzw. zu deren Politikern), die sie mit ihrem Zins (ohne Gegenleistung = Diebstahl) schon einmal betrogen haben und verlangen von den Bürgern, dass man ihnen das nun im Wettcasino verloren gegangene Geld noch einmal zur Verfügung stellt – quasi doppelter Diebstahl. Der wohl größte, ungeahndete Betrug an der Menschheit.

    Teil 2
    Der wohl größte, ungeahndete Betrug an der Menschheit. Ach ja und wenn Staaten Schulden nicht zurück zahlen können und man über Schuldenschnitt redet, sind die Banken großzügig bereit, 25 % zu erlassen. Das ist so, als ob man einen Dieb erwischt und er darf selbst festlegen, wieviel Prozent der Beute er behalten kann – und Strafe gibt es auch nicht!

    Beispiel: 2 Bauern erzeugen 10 Jahre lang jedes Jahr jeweils Lebensmittel für 10 Mio Euro., die sie sich gegenseitig verkaufen wollen (was in der reinen Tauschwirtschaft mit einem einfachen Tausch der Waren erledigt wäre). Es würde völlig ausreichen, beiden EINMALIG jeweils 10 Mio Euro als Tauschmittel (ohne Gebühr und ohne Zins) zur Verfügung zu stellen. Damit könnten sie die Lebensmittel jedes Jahr vom anderen kaufen (Ware und Geld wechseln den Besitzer) und wenn sie nach 10 Jahren wegen Rente mit der Produktion aufhören, geben sie die jeweils 10 Mio Euro wieder zurück (sie werden dann ja auch für den Tausch von Gütern nicht mehr benötigt!). Wird mehr produziert, erhalten sie mehr Tauschmittel, wird weniger produziert, auch weniger Tauschmittel, denn – es ist nur ein Hilfsmittel für den Tausch der real erzeugten Lebensmittel (Güter)!
    Aber was machen wir in unserer Kreditwirtschaft? Bei 10 Jahren Laufzeit, linearer Tilgung und (mal einfach zum Rechnen) 10 % Zins (mal ohne Zinseszins), fehlen nach nur 1 Jahr bei jedem Bauern schon 1 Mio (Tilgung) und 100.000 (Zins). Was nun? Entweder die Bauern versuchen ihre jeweils 10 Mio Euro werten Lebensmittel mit dem noch übrigen Geld zu tauschen, dann müssen sie aber mehrmals Kaufvorgänge tätigen, denn die restlichen jeweils 8,9 Mio Euro reichen nicht aus, um auf einen Schlag gleich die ganzen Waren zu kaufen bzw. zu verkaufen. Deutlicher wird das Problem in späteren Jahren, wenn z.B. nach 5 Jahren nur noch jeweils gut 4,5 Mio Euro da sind. Damit kann man sich nicht auf einen Schlag gegenseitig Waren von jeweils 10 Mio Euro abkaufen. Im Ergebnis fährt dann der LKW mit den Waren eben mehrmals hin und her und das erhöht die Transaktionskosten und schmälert den Ertrag, was auf die gesamte Wirtschaft übertragen bedeutet, dass sich der Wirtschaftskreislauf viel langsamer dreht und die Gewinne sinken (somit auch langsamer Steuern fliesen!).
    Die andere Möglichkeit ist, dass sich die Bauern das fehlende Geld jeweils bei der Bank leihen, damit sie jedes Jahr jeweils 10 Mio Euro Tauschmittel (Geld) zur Verfügung haben. Man stelle sich nur den Tausch von Investitionsgütern vor, wo man die 10 Mio immer haben muss, weil schon eine Maschine so viel kostet, dann MUSS man sich das fehlende Geld jedes Jahr bei der Bank leihen. Nach gut 7,5 Jahren ist übrigens gar kein Geld mehr da. Spätestens dann ist eine „Umfinanzierung“ nötig, die den Bedarf an 10 Mio Euro für die laufenden Geschäfte bedient und natürlich noch die Zahlung der Tilgung und Zinsen des Erstkredites umfasst. Macht schon mal gut 16 Mio Euro Kreditbedarf und die nächste „Umfinanzierung“ hat ein noch größeres Volumen usw usw. So werden aus ursprünglich nötigen je 10 Mio Euro Tauschmittel in 10 Jahren Kreditfinanzierung sage und schreibe 104 Mio Euro (Kreditvolumen samt Zins und Gebühren). Und wer verdient daran prächtig? Richtig, die Banken. Sie haben sich wie ein Parasit in den Tausch von Gütern eingeschaltet und bestimmen durch Steuerung der Höhe der Tauschmittel, wie eine Wirtschaft wächst oder stagniert (kann man alles detailliert aufzeigen).
    Macht die Politik Gesetze, die den Banken nicht passen, gibt man weniger Kredit, die Investitionen werden gekürzt, die Wirtschaft kommt in die Flaute, Arbeitsplätze gehen verloren (obwohl die Menschen ja reale Güter weiter produzieren und verkaufen könnten, die Bank gibt nur zu wenig oder gar kein Tauschmittel raus), die Menschen werden unzufrieden und wählen nun eine andere Partei. Macht diese Partei dann bankenfreundliche Gesetze, fliesen die Kredite wieder, Investitionen steigen, die Wirtschaft boomt, neue Arbeitsplätze kommen und die Menschen denken „Die Partei hats drauf.“ NEIN, hat sie NICHT.
    Zu allem Übel empfehlen Banken (und leider auch Wirtschaftexperten) dann Wachstum als Allheilmittel für die „Schuldentilgung“. Aber was ist denn Wachstum? Investitionen, Ausweitung der Herstellung von Gütern etc. Und was braucht man dafür? Richtig, wieder mehr Tauschmittel, was wieder neue Kredite bedeutet und bei öffentlichen Gütern noch höhere Staatsschulden.

    Teil 3
    Allein die Banken entscheiden durch ihre Macht zur Giralgeldschöpfung in Form von Krediten (mit Gebühren und Zinsen) wie sich eine Gesellschaft entwickelt und damit letztlich auch über die Politik. Geld regiert die Welt? Nein – Banken regieren die Welt! Geld ist nur ein Tauschmittel und würde man es auch als solches den Menschen zur Verfügung stellen, würde es die Welt nicht regieren.

    Das Beispiel mit den Bauern kann man übrigens auch auf die Finanzierung sämtlicher öffentlicher Güter übertragen und schnell erkennen, warum immer weniger Geld für gute Bildung, gute Krankenhäuser, gute Straßen etc etc da ist. Öffentliche Ausgaben zu reduzieren und zu SPAREN für die „Schwarze Null“ ist so ungefähr das blödeste, was man machen kann. So fehlen die Tauschmittel noch mehr und notwendige Leistungen in Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern, für Brücken und Straßen können nicht finanziert werden – wohlgemerkt es fehlt nur das Tauschmittel Geld, die realen Leistungen könnten die Menschen ohne weiteres erbringen. Nur wir haben eben keine reine Tauschwirtschaft, wo man den Bau einer Schule durch regelmäßigen Unterricht (für die Kinder der Bauarbeiter etc) als Gegenleistung bezahlt.

    Wieso sollen sich nun all diese Menschen, die jeden Tag großartige reale Leistungen erbingen (als Lehrer, Arzt, Krankenschwester, Kindergärtnerin, Straßenbauer, etc etc) bzw. deren Arbeitgeber (die öffentliche Hand oder auch private Unternehmer) das Geld für den Tausch dieser realen Leistungen teuer als Kredit leihen, noch dazu ohne jede Gegenleistung der Bank für die Zinsen? Muss man es ihnen nicht einfach als Tauschmittel zur Verfügung stellen (ohne Gebühr und vor allem ohne Zins und Zinseszins) und auch nur eine Rückzahlung in dieser Höhe erwarten, wenn es nicht mehr für weitere Tauschhandlungen gebraucht wird (also z.B. wenn eine Schule geschlossen wird)? So wäre IMMER genügend Geld für alle realen Leistungen (bzw. deren Tausch) vorhanden und leistet eine Gesellschaft real mehr, wäre auch mehr Tauschmittel da, um die zusätzlich erzeugten Güter ebenfalls zu tauschen. So käme reales Wachstum dann allen Menschen zu Gute.

    Wer dieses System der Geldschöpfung über Kredite mit Gebühren und Zins nicht abschafft, wird immer Sklave der Banken sein, die auch noch über „Rating-Agenturen“ mit Tripple A (AAA) oder eben Triple-C (CCC – gibts das?) auch noch entscheiden, wer denn nun wie hohe Zinsen für den ganzen Betrug bezahlen soll und da man Staaten so herrlich „melken“ kann (was immer ein Staat an Tauschmittel für seine öffentlichen Güter braucht, er muss es sich bei der Bank holen und immer mehr zurück zahlen) verleiht man ihnen natürlich großzügig ein Tripple A (AAA), da fühlen sich die Politiker in wirtschaftlich starken Ländern geschmeichelt und verlangen von den Politikern aus wirtschaftlich schwächeren Ländern mehr „Wachstum“, was das Kredit-Casino nur noch mehr anheizt, so lassen sich Politiker vor den Karren der Banken spannen.

    Antworten
  3. Evelin Rosenfeld

    David, Dank Dir für die Mühen, den kapitalistischen Mechanismus (Geld gegen Zukunft) an diesem Beispiel nochmals darzustellen.
    Es ist wichtig, dass die Spaltung zwischen Finanz-und Realmärkten von möglichst allen begriffen wird.
    Was ebenso wichtig in die Berite zu vermitteln ist, ist der Zusammenhang zwischen Konsumverhalten und dem Kapitalmarktsystem: Es gibt keine Opfer. (Kurz gefasst).
    Wer haben will, ohne den Weg dorthin aus eigener Kraft zu suchen und zu finden, muss verzichten. Verzichtet er/sie nicht und sucht stattdessen andere, die Wege kennen, gibt er/sie Verantwortung ab. (abstrakte Version).
    Und jetzt ganz praktisch:
    Wir verfügen in Europa – Deutschland, Spanien, Griechenland… – über den weltweit höchsten Bildungsstand, über ein Rechts- und Wirtschaftssystem, dessen Zugänglichkeit weltweit unübertroffen ist. (ich sage nicht, dass es perfekt ist – ich sage nur: wir haben den derzeit höchsten Standard was Transparenz, Gleichberechtigung, Mitwirkungsmöglichkeite angeht).
    Wenn ich wähle und demokratische Prinzipien respektiere, IST die Regieruung samt Verwaltungnsapparat meine Vertretung. Ich hafte für ihr Handeln.
    Wenn ich konsumiere und dies „auf Pump“ tue, hat mein Gegenüber (egal, welche moralischen Hintergründe er hat und hatte) das Recht, Tilgung und Zins zu verlabgen. Zumindest, wenn ich Eigentum und Persönlichkeitsrechte achte.
    Die Verantwortung für die Misere trifft keineswegs zuerst die, die sich an der Sorglosigkeit, Dummheit oder dem vermeintlichen Zwang anderer bereichern. Sondern zuallererst jene, die diese Bereicherung und Spaltung durch ihr Verhalten ermöglichen.
    Denn:
    (R)EVOLUTION
    – heutzutage – ist ganz einfach:
    Verbringt Eure Zeit damit, auf Eure Art und Weise Liebe in die Welt zu bringen – und die Stimmung wird sich ändern.
    Verdient dabei gerade so viel, dass ihr es weitertun könnt und gerade so wenig, dass Ihr unterhalb der Steuergrenze seid – und „Staat“ bedeutet wieder: Gemeinschaft eigenständiger BürgerInnen.
    Solltet Ihr Ersparnisse haben: verleiht sie zinslos – und die Verteilung von Ressourcen liegt wieder in Euren Händen.
    Hört auf zu konsumieren und vor allem anzusammeln – beginnt in Eurem Umfeld einfach nur das zu tauschen, was Ihr gerade wirklich braucht – und der Mangel hat ein Ende.
    Und wenn Ihr gemeinschaftliche Dinge schaffen wollt: krempelt die Ärmel hoch und holt Eure Freunde zusammen… das ist eigentlich alles….

    … die einzige Frage, die ich mir im Griechenlandzusammenhang gestellt habe ist:
    Warum trägt die europäische Solidarität vor der griechischen ?
    Warum haften nicht zuerst griechische Oligarchen bevor die subsidiäre europäische Gemeinschaft haftet ?

    Antworten
  4. Nerdy
    Schäuble, die Treuhand und das ganze 25 Jahre später so ähnlich nochmal

    Why is Germany so tough on Greece? Look back 25 years

    http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/jul/17/germany-greece-wolfgang-schauble-bailout

    gefunden auf blog.fefe.de

    „It was 25 years ago, during the summer of 1990, that Schäuble led the West German delegation negotiating the terms of the unification with formerly communist East Germany. A doctor of law, he was West Germany’s interior minister and one of Chancellor Helmut Kohl’s closest advisers, the go-to guy whenever things got tricky.
    The situation in the former GDR was not too dissimilar from that in Greece when Syriza swept to power: East Germans had just held their first free elections in history, only months after the Berlin Wall fell, and some of the delegates from East Berlin dreamed of a new political system, a “third way” between the west’s market economy and the east’s socialist system – while also having no idea how to pay the bills anymore.

    The West Germans, on the other side of the table, had the momentum, the money and a plan: everything the state of East Germany owned was to be absorbed by the West German system and then quickly sold to private investors to recoup some of the money East Germany would need in the coming years. In other words: Schäuble and his team wanted collateral.“

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  5. Monika
    Klare und verständliche Erklärung

    was die Medien noch nie geschafft haben ist mit diesem Artikel vollbracht. Die Krise klar und einfach zu erklären – wer dahinter steckt und was damit bezweckt wurde.
    Alle Länder der sogenannten europäischen Union sollten sich an den Griechen ein Beispiel nehmen – Schluss mit der Ausbeutung und Erpressung von uns dem Volk und allen Völkern!!!!!!
    Weg mit den Sklaventreibern und korrupten Macht hungrigen Iluminaten!!!
    Ich hoffe die Iren, Portugiesen und Spanier werden es den Griechen gleich tun und den Ausbeutern Troika und Konsorten den ausgestreckten Mittelfinger zeigen!!!!

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  6. Omaem
    Super zusammengefasst!

    Bravo David Rotter, aber die diejenigen, die bescheid wissen, können leider nicht wirkungsvoll eingreifen, weil Verträge für die Zocker maßgeblicher sind, als arme Menschen. Ich bin glücklich über jeden Menschen, der sich hierzu mutig und gewissenhaft äußert, wie Sie. Herzlichen Dank
    Omaem

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  7. Jürgen
    Immer diese Einseitigkeit

    Wenn ich einen Artikel lese, in dem immer vom armen und unschuldigen Griechenland und der bösen Troika/ EU geschrieben wird, kann ich das nicht als objektiven Sachverhalt anerkennen.
    Auf beiden Seiten wurden Fehler gemacht.

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    • Michael
      Auf beiden Seiten wurden Fehler gemacht

      Hallo Jürgen,
      da hast bestimmt recht. Es geht uns hier wiedermal wie den Leuten, die in einem dunklen Raum einen Elefanten berühren und dann beschreiben sollen, wie er aussieht. Jeder hat aber nur eine Teil davon realisiert.

      Und ich glaube genau darum geht es auch in dem Artikel. Das Ganze auch mal von einer anderen Warte aus zu betrachten.

      Und ich habe das Gefühl, dass die jetzigen Entscheidungsträger auf griechischer Seite ihre Köpfe herhalten müssen, für Fehler oder auch bewusste Entscheidungen, die viele Jahre früher gemacht wurden.

      Habe eine gute Zeit – Michael

      Antworten
  8. Jörg

    Was lernt man daraus? Wer Schulden macht, macht sich abhängig! Und wer anderen erlaubt in seinem Namen Schulden zu machen (wie Regierungen es machen , der ist hoffnungslos verraten, verkauft und somit verloren

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  9. Michael
    Hab ich mir doch sowas gedacht

    Danke für den Artikel, gute Recherche.
    Bin gespannt wie es mit der EU weitergeht.

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  10. Daniela
    Krise gut erklärt

    Bislang fehlte mir die Basis, um zu diesem Thema überhaupt etwas sagen zu können. Dass die Berichterstattung in den westlichen Medien fragwürdig war, war mir von vornherein klar. Wie sehr Fakten verschleiert und umgedreht wurden und vor allem wer die größten Profiteure sind, ist mir allerdings erst jetzt klar.

    Vielen Dank für diesen Artikel! Habe ihn ebenfalls geteilt.

    Liebe Grüße, Daniela

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    • stephie
      Geht mir ganz genau so!

      Absolut.Mir gehts eben so,ich hab zum ersten mal so richtig den ein und überblick.Und wie verständlich man sowas schreiben kann-da können sich einige ein beispiel nehmen!! Danke!

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  11. Chris

    Auch von mir ein großes Kompliment an diesen intelligent verfassten und durchdachten Artikel.

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  12. cw
    Wahrnehmung vs Wahrheit

    Das tolle am Internet ist es das jeder seine Wahrnehmung als Wahrheit darstellen darf. Dieser Artikel ist eine tolles Beispiel

    Antworten
  13. Manfred S
    Toller Artikel!!

    Danke für diesen sehr sachlichen, umfassenden und verständlich geschriebenen Artikel. Selbst das Handelsblatt schreibt ja inzwischen über einige wahre Hintergründe der Finanzkrise in Griechenland.

    Antworten
  14. Maria
    quod licet Iovi, non licet bovi

    In Österreich ist es im Fall einer Insolvenzverschleppung so, dass die Gläubiger, die dadurch zu Unrecht das Geld erhalten haben, dieses wieder zurück zahlen müssen.

    Das wird in diesem Fall wohl nicht passieren…

    lg
    Maria

    Antworten
  15. Manfred
    toller Artikel

    Danke für diesen sehr klar verständlichen und sachlichen Artikel!
    Inzwischen schreibt ja selbst das Handelsblatt über einige wahren Hintergründe der Finanzkrise in Griechenland.

    Antworten
  16. Dagmar Winkler-Steidl

    Sehr einleuchtend und „ganzheitlich“ politisiert. Großes Dankeschön an David Rotter. Artikel voll der Anerkennung und Überzeugung auf fb geteilt. Das A & O. Alpha und Omega. Anfang oder Ende??? Oder der Kreis schliesst sich… Un-endlich!

    Antworten
  17. Stefan Brönnle
    Danke

    Danke an der Autor!.
    Wirklich einfach und unemotional erklärt. Der Artikel lohnt das hundertfache Teilen.

    Danke an SEIN, dass Ihr hier zeigt, dass Spiritualität nicht naive Nabelschau bedeutet, sondern sich in der Welt zu engagieren weiß!

    Antworten
  18. Jeannette
    Danke

    Ein sehr guter Artikel. Eine Wohltat zwischen all der Hetze, die uns derzeit umgibt. Danke.

    Antworten

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