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Die Bevölkerung in Indien steht der Gentechnik immer Kritischer gegenüber – gerade erst hat eine Volksbefragung zu einer Anbausperre für eine Gen-Aubergine geführt. Die Gentech-Industrie kriegt langsam kalte Füße und versucht der Lage nun mit einer wahnwitzigen Maßnahme Herr zu werden: Kritik an Gentechnik soll bei Gefängnisstrafe verboten werden.

Ein entsprechendes Gesetz mit dem Namen „Biotechnology Regulatory Authority Bill“ wurde von der Regierungspartei unter dem Einfluss der Gentech-Lobby vorgelegt. Der Entwurf ist so dreist, dass es eigentlich kaum zu glauben ist. So heißt es in einem Absatz:

„Wer ohne Beweise oder ohne wissenschaftliche Grundlage die Öffentlichkeit hinsichtlich der Sicherheit der Organismen und Produkte irreführend informiert …, wird mit einer Gefängnisstrafe von mindestens sechs Monaten bis höchstens einem Jahr, einer Geldstrafe bis zu einer Höhe von zweihunderttausend Rupien oder beidem belegt.“

Die Forderung nach „Beweisen oder einer „wissenschaftlichen Grundlage“ kehrt die Beweislast quasi um: Nicht die Hersteller müssen beweisen, dass ihre Produkte unschädlich sind, sondern die Verbraucher müssen nachweisen, dass sie schädlich sind, bevor sie öffentlich Bedenken äußern dürfen.

Weitere Artikel sehen vor, dass die Forschungsergebnisse der Hersteller den Umweltorganisationen nicht mehr zugänglich sein sollen. In der Vergangenheit hatten unabhängige Wissenschaftler nämlich immer wieder frappierende Fehler in den Unbedenklichkeits-Studien der Hersteller gefunden, die zu einigen Verboten geführt haben.

Auch mit der Lobby-Arbeit wollen es die Gentech-Riesen zukünftig einfacher haben: Das neue Gesetz sieht vor, dass die drei Mitglieder des Expertenrats der Abteilung Biotechnologie alle bestehenden Gentech-Gesetze aller Bundesstaaten außer Kraft setzen können.

 

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