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Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), versucht in seinem Artikel „Trotz Schmarotzern brauchen wir das Bürgergeld“ bei der Zeitung Die Welt aufzuzeigen, warum kein Weg am bedingungslosen Bürgergeld vorbeiführt. Seiner Ansicht nach ist die Frage längst nicht mehr „ob“ das Grundeinkommen kommt, sondern nur noch „wie“.

Auch FDP und CDU seien sich dessen bewusst, meint Straubhaar:

„Die entscheidenden und wohl die Koalition (noch) trennenden Fragen sind: erstens: Soll das Bürgergeld ohne Bedingung an alle bezahlt werden, und, wenn nein, welche Bedingungen sind zu erfüllen? Und zweitens, wie hoch soll das Bürgergeld sein?“

Dabei stehe auch dies schon fast fest:

„Die Frage der Bedingungslosigkeit eines Bürgergelds ist schlicht durch die Realität bereits beantwortet“, gibt er zu bedenken. Keine Gesellschaft könne es sich leisten, Menschen abstürzen zu lassen, daher sei eine bedingungslose Grundsicherung das Gebot jeder aufgeklärten Gesellschaft. Die Frage sei nur die Umsetzung.

Der Mensch will sich nützlich machen

Bei der Höhe des Bürgergeldes werde es Diskussionen geben. Straubhaar rät, es aus Gründen der Finanzierbarkeit nicht zu hoch anzusetzen, was vielen sicher sauer aufstoßen wird. Gleichzeitig entkräftet er aber auch das gängigste Argument gegen das Grundeinkommen:

„Neuere Erkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Forschung – von der Glücksforschung bis zur Verhaltensforschung – bestätigen die Vermutung, dass der Mensch nicht ein notorischer Drückeberger ist, sondern sich immer in irgendeiner Form nützlich machen und das Gefühl der Selbstwirksamkeit und der Verpflichtung erfahren will. Natürlich gibt es Ausnahmen. Sie werden jedoch in jedem gewählten Sozialstaatsmodell zu Problemfällen.“

Von diesen Ausnahmen solle man sich nicht das Staatsmodell diktieren lassen. Und sollte man versuchen diese Arbeitsverweigerer zur Arbeit zu zwingen, werde man dabei ohnehin „grandios scheitern“. Darum gehe es nicht.

„Sozialpolitik darf sich nicht als Reaktion auf Missbrauch und Verweigerung zu einem Zwangsstaat entwickeln.“ Das bedingungslose Bürgergeld sei die bessere Alternative.

Hier geht es zum Artikel auf Welt.de.

 

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