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„Bewege dich zu Musik, und ich sage dir, wie du bist.“ Dass dies funktioniert, behaupten finnische Forscher von der Universität Jyväskylä. Sie zeigten in Experimenten, dass sich Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen in seiner spontanen Tanzbewegung zu Musik wiederspiegeln. War bisher erwiesen, dass die Bewegung zur Musik das Selbstbewusstsein einer Person zeigt, so glauben die Wissenschaftler nun auch Hinweise auf stabile Persönlichkeitszüge entdeckt zu haben. Was für viele Menschen selbstverständlich ist, war es für die Wissenschaft beisher noch nicht.

 

Einzigartigkeit kommt zum Vorschein

Das Team rund um den Musikwissenschaftler Geoffrey Luck wählten aus 900 Personen 60, die infolge eines Tests deutlich zu einer von fünf Grundeigenschaften – Extrovertiertheit, Neurotizismus, Verträglichkeit, Aufgeschlossenheit und Gewissenhaftigkeit – zuzuordnen war. Im zweiten Schritt spielte man den Versuchspersonen 30 Musiktitel aus Jazz, Latin, Techno, Pop, Rock und Funk vor und bat sie, sich dazu zu bewegen. Kameras mit Bewegungserkennung filmten mit und eine spezielle Computersoftware analysierte die Aufnahmen.

Was die Forscher suchten, fanden sie auch. Extrovertierte bewegten sich energetisch, gestenreich und mit viel Platzbedarf am Parkett, Neurotiker zeigten einen nervös-abgehackten Tanzstil und kamen nur bei Rockmusik aus ihrem Schneckenhaus. Verträglichkeit ging mit sanften, weichen Bewegungen und eher seitlichen Schritten einher, Offenheit mit besonderer Rhythmusbetonung und Auf-Ab-Bewegung und schließlich Gewissenhaftigkeit mit einem von festen Schrittfolgen geprägten Tanzstil.

 

Profis genügen zwei Schritte

„Der Körper und seine Bewegungen sind immer Ausdruck des Außen- und Innenleben eines Menschen. Wenngleich derart eindeutige Abgrenzungen kaum zulässig sind, erkennt man an den Tanzbewegungen, wohin ein Mensch tendiert“, bestätigt auch die Entwicklungspsychologin Regina Pauls vom Orff-Institut der Universität Mozarteum in Salzburg. Tanzen eignet sich somit gut dazu, andere Person kennen zu lernen.

Dass man auch ohne Musik und Tanzbewegungen zum Ziel kommt, behauptet Irina Pauls, Choreografin am Leipziger Tanztheater. „Für sehr geschulte Augen reichen zwei Schritte, um in einen Menschen zu blicken. Schon daraus kann man Koordination, Zentriertheit, Energie, Aktivität, Mitteilungsfreude und Kommunikation mit der Außenwelt ablesen.“ Oft entscheiden Choreografen schon aufgrund der normalen Bewegung, ob ein Vortanz-Kandidat ins eigene Ensemble passt.

 

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Bild: aboutpixel.de/Zeidler

Text: Pressetext.de

 

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